Stichwort: Radaumarketing

  • Bin ich ein Berliner? Oder: Was sollen die Fisimatenten?

    Frank Feldmann
    11. März 2008, 15:37 Uhr, 3 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein

    Ich nehme meine Meinung gleich mal vorweg. Braucht Berlin eine Imagekampagne? Einen Slogan für die weite Welt? Eine Formel für das eigene Verständnis? 3 x ein klares “Nein”! Aber mich fragt ja Keiner. Und so haben wir sie nun, die Kampagne und können “Berlin sein“.

    Sind wir das nicht? Berlin ist für die Meisten hier ein Lebensgefühl. Egal ob hineingeboren oder hineingezogen. Und wer mal hier war, der lässt zumindest den berühmten Koffer in der Stadt. Mann hasst die Stadt oder man liebt sie. Ich liebe Berlin. Im Frühling, Sommer und auch im Herbst. Im Winter etwas weniger. Ich bin seit meiner Geburt Berlin. Ich lebe Berlin. Und nun erfahre ich, dass das Berliner Selbstwertgefühl aufgebaut werden muss. Aha! Schon mal was von der “großen Klappe” der Berliner gehört? Schon mal im Ausland gewesen und die leuchtenden Augen der Gesprächspartner gesehen, wenn man sagt, dass man Berliner ist? Man möchte gar nicht glauben, dass die Kampagne von einem regierenden Bürgermeister mit iniitiert wurde, der selbst gebürtiger Berliner, weltoffen und regelmäßig auf Reisen ist. Sind die Partner für Berlin von Bonnern, Hamburger und Münchnern unterwandert?

    be Berlin

    OK – zumindest die Webseite gefällt mir. Vom Design her. Inhaltlich kann ich nicht nachvollziehen, wie man die Hauptseite in Flash bauen konnte. Und auch mit den Elementen des Social-Web, die im Mittelpunkt der Webseite zu einer Kampagne mit dieser Sende- und Empfangsnachricht stehen sollten, wird eher halbherzig umgegangen. Es ist schon etwas absurd, wenn ein Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert werden soll, wir aber gar nicht zusammenkommen können. Wo ist die zu so einer Plattform ja schon unabdingbar dazu gehörende Community? Warum können die Geschichten von mir nicht kommentiert werden? Bewerten kann ich sie (irgendwie?), aber gerade das macht ja an der Stelle nun mal gar keinen Sinn. Jede Geschichte, die eine Berlinerin oder ein Berliner zu erzählen hat, ist eine Top-Geschichte! Was soll sie sonst da? Und so bin ich jetzt mal gespannt welche Storys in den nächsten Tagen überhaupt den Weg auf die Plattform finden, ob sich insbesondere die üblichen Verdächtigen da abfeiern lassen (müssen) und wie sich die ganze Idee entwickelt.

    Eigentlich könnte man sich ja in Berliner Art entspannt zurücklehnen, kurz die Augen reiben und jut is. Wenn da nicht auch das ganze schöne Geld wäre, was da verbrannt wurde. Wird nicht wenig gewesen sein (an den Spekulationen über die Höhe will ich mich mal besser nicht beteiligen…). Als ob wir nicht tatsächliche Probleme in der Stadt haben. Ein Imageproblem in der Innen- und Außenansicht gehört ganz sicher nicht dazu.

    Freut mich übrigens sehr, dass Johnny Häussler das ähnlich sieht. Aber hey – der hat ja auch den Spree(durch)blick.

    Und jetzts sei ich wieder leise.

  • StudiVZ/SchuelerVZ – der Peinlichkeiten kein Ende

    Matias Roskos
    14. August 2007, 08:34 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein

    Ist es gewollte Provokation oder nur peinliches Fettnäpfchen-Treten? Jedenfalls kehrt in die Geschichte um die widerlichen Ekelvideos aus dem Hause StudiVZ, produziert von ARS in Berlin keine Ruhe ein. StudiVZ versucht sich nun anscheinend von diesen Videos zu distanzieren. Gut so. Aber ein bissel spät, ne?!

    Auf Clap lässt StudiVZ-Sprecher Dirk Hensen verlauten:

    StudiVZ ist ein junges und kreatives Unternehmen, das in der Vergangenheit durch provokante Kampagnen durchaus Anlass zu Diskussionen gegeben hat. Allerdings sind die Videos, die aktuell Gegenstand der Diskussion sind, ohne Prüfung und Autorisierung von studiVZ veröffentlicht worden. Der interne Entscheidungsprozess zur Durchführung internationaler Marketingmaßnahmen dauert derzeit noch an, daher ist noch offen ob und in welcher Form studiVZ zu einem späteren Zeitpunkt eine virale Kampagne durchführen wird.”

    Ganz richtig merkt Don Alphonso dazu an:

    Und ich frage mich jetzt, wie man die Videos gegenüber dem Focus am 3.8.2007 “provokant und interessant” finden konnte, die man dann gestern vor der Veröffentlichung noch gar nicht geprüft haben wollte. Kann es sein, dass hier jemand, hm, lügt? kann es sein, dass man möglichen juristischen Folgen ausweichen will? Gewalt wird meines Erachtens durchaus als etwas Gutes dargestellt, und § 131 StGB “Gewaltdarstellung” Abs. 3. führt aus, dass man zwar strafbare Inhalte zu Dokumentationszwecken des Zeitgeschehens veröffentlichen darf, aber allein Herstellung und das Beziehen nach Abs. 1.4. schon strafbar sind. Ich habe schon ein wenig den Eindruck, als wollte bei StudiVZ jemand ganz schnell aus der Verantwortung entkommen.

    Passend dazu die Mitteilung von Lanu in ihrer BooCompany, dass Aimaq Rapp Stolle auf der Jagd sind, nach den verloren gegangenen Videos. Viel Spaß beim Einfangen! Und bezeichnend, dass ihnen dabei StudiVZ nicht zur Seite steht, sondern sich ganz offensichtlich von ARS distanziert.

    Was ich ganz und gar nicht verstehe, ist die Politik von StudiVZ in dieser Angelegenheit, die ja auch schon bei den Skandalen im letzten Herbst nicht unbedingt hilfreich war. Oder etwa doch? Auf jeden Fall geht man bei StudiVZ lieber auf Tauchstation statt offen zu kommunizieren. Doofes Web 2.0, was? Ich hätts cool gefunden, wenn man von Seiten von Holtzbrinck auf Lanus offene Einladung reagiert hätte. Das hätte Größe gehabt. Aber so wird man den Eindruck nicht los, das man sich lieber versteckt. So nach dem Motto: Was will die Blogosphäre denn nun schon wieder. Unsere Studenten interessiert dieser Zwergenaufstand doch eh nicht. Und vermutlich hat man damit sogar Recht. Was nichts daran ändert, dass man als Firma und Betreiber einer Community Verantwortung hat!

    Womit wir beim nächsten Thema wären. Einer Anzeige gegen SchuelerVZ, dem kleinen StudiVZ-Bruder. Es wundert mich ganz ehrlich, dass es nicht schon viel früher Anzeigen gab. Aber bei StudiVZ waren ja keine Eltern von Minderjährigen betroffen. Bei SchuelerVZ liegt die Lage nun anders. Auf Stern.de hieß es am 10. August:

    Der Vater eines 13-jährigen Mädchens hat gegen die Betreiber des Online-Netzwerkes SchülerVZ und den Verlag Holtzbrinck Strafanzeige wegen der Verbreitung pornographischen Materials und wegen Volksverhetzung erstattet. Das bestätigte die Kriminalpolizei in Schwetzingen, bei der die Anzeige einging, stern.de.

    Ganz richtig merkt Martin Oetting dazu an:

    Einerseits scheint man dort [bei SchuelerVZ] schnell mittels Filtern etc. reagiert zu haben. Andererseits stellt sich die Frage, warum das erst nach äußerem Druck geschieht?

    Warum reagiert man nicht sofort auf Hinweise auf verbotene Gruppen und Artikel? Warum gewinnt man immer wieder den Eindruck, dass den Leuten bei StudiVZ und nun auch SchuelerVZ es scheißegal ist, was genau auf ihren Plattformen geschieht? Hauptsache die Kennzahlen (Traffic, Page Impressions, Visitors) stimmen… Wie sagt Mike Schnoor so treffend:

    Ich freue mich innerlich, dass dem illustren Treiben der Macher dieses Dienstleisters endlich mal ein Riegel vorgeschoben wird, kann jedoch nicht darüber lachen. … Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Irgendwann reicht’s doch.”

    Dem bleibt nichts mehr hinzu zu fügen.

  • StudiVZ, Holtzbrinck und die Schweinsköpfe

    Matias Roskos
    07. August 2007, 15:08 Uhr, 4 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein

    Hier nun die Fortsetzung zum neuesten Widerlich-Coup aus dem Hause StudiVZ:

    Ich sag nur zwei Dinge: zum Kotzen. Und: was tut Holtzbrinck da eigentlich?