Stichwort: Film

  • interfilm Berlin präsentiert: Night of the Terrifying Shorts

    Timo Maier
    07. März 2010, 16:00 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Film, Termine

    Es ist wieder soweit – interfilm präsentiert: Night of the Terrifying Shorts. Nervenkitzel vom Feinsten!

    Shorts Attack! startet mit einem nervenzerreißenden Abend in den Frühling! Neun Kurzversionen von Wahnsinn, Grauen und Schauer bieten ein unheimliches Vergnügen.

    Eröffnet wird das Programm mit einer Parodie des Horror-Klassikers schlechthin, nämlich Kubricks “The Shining”, gefolgt von einem weiteren Meister des Unheimlichen, Edgar Allan Poe. Eine drastischere, sozialkritische Sicht auf das Genre liefert der preisgekrönte Zombie-Film “I Love Sarah Jane”. Von dem Verschwinden der Grenzen zwischen Realität und Fiktion berichten außerdem: surreale Geschehnisse, Familienporträts mit Monstern, nächtliche Gräuel, Hommagen an den Film Noir, Reflexionen über die Faszination des Bösen und Geschichten von Horrorfans, denen das Leben eine tragische Lektion erteilt.

    Wann: Freitag, den 19. März 2010 um 20:00 Uhr

    Wo: Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz

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  • Visualinks der Woche

    Timo Maier
    26. Februar 2010, 19:00 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein

    visulinks_1

    Die interessantesten Links meiner Woche.

    Eigenartige, bizarre und sehr kreative Hüllen für das iPhone. Von handgenäht bis aus purem Gold gegossen ist alles dabei // The Wackiest and Most Creative iPhone Cases

    Der Graffiti-Künstler MadC hat zu Anfang des Jahres damit begonnen, ein hervorragendes Archiv-Projekt für Streetart aufzubauen. Hier findet man Wände, Skizzen, Ausstellungen und noch Vieles mehr, alles hervorragend photographiert und archiviert // +++ MADC.TV +++

    Die Leser des WIRED Magazin haben ihre Lieblingscomics empfohlen. Die Empfehlungen gibt es auf Underwire. // Must-Read Comics, as Picked by Wired.com Readers

    Ach, die guten alten Trash-Monster-Filme. Classic Cinema Online hat diese Woche einen ganz besonders ’schönen’ herausgesucht. // War of the Monsters (1966)

    Andrej Krahne ist Marken- und Werbedesigner, hat ein klasse Portfolio und geht Aufklärung zur Verhütung typographisch an. // Andrej Krahne – Durex

    Rauchen ist auch so ein Thema, bei dem immer wieder Aufklärungsarbeit in emotionalisierender Bildform geleistet wird. // 63 Reasons to Stop Smoking

    Markenlogos sind den zeitlichen Wandlungen der Ästhetik unterworfen – hier eine Sammlung von 45 Re-brandings. // Top 45 Logo Re-branding of 2009

    Caschy hat auf seinem Blog ein paar Beipiele für Werbespots aus der Kategorie Shockvertising gesammelt. Thema der Spots ist die Fahrlässigket der Unternehmen, den Arbeitsplatz für ihre Mitarbeiter ausreichend zu sichern und diese damit vor arbeitsbedingten Unfällen zu schützen. Sehr drastisch, für mich auch eher Trash-Kurzfilme // Schockvideos vs. Botschaft: was zieht mehr?

    Die Fußball-WM nähert sich, die Vorfreude ist bei Vielen groß und die Werbespots lassen nicht auf sich warten – ein Beispiel für eine echt gelungene Umsetzung // The Evolution of Football Visa Advert Commercial

    Und zum Schluss noch eine Anti-Folter-Kampagne von Amnesty International. Die Botschaft wird klar, erlebbar und atmosphärisch äußerst dicht kommuniziert – absolut gelungen. // STOPPEN SIE FOLTER: BRINGEN SIE LICHT INS DUNKEL!

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  • Die Infernal Affairs-Trilogie

    Timo Maier
    23. Februar 2010, 13:00 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Film

    Infernal Affairs (Wu Jian Dao) von Alan Mak und Andrew Lau aus dem Jahr 2002 ist eine mitreißende, äußerst facettenreiche Geschichte, die sich um Cops und die Mafia (Triaden) in Hong Kong, sowie deren vielfache Verstrickungen, Operationen und Strategien dreht. Im Mittelpunkt stehen zwei Undercoveragenten, die, als Abgänger der gleichen Polizeischule, jeweils als Maulwurf im Herzen des Gegners operieren und das über Jahrzehnte. Klingelt das was? Sollte es, zumindest bei allen, die das Remake von Martin Scorcese, The Departed, gesehen haben. Persönlich mochte ich die US-amerikanische Version sehr, bis ich auf Geheiß eines Freundes das Original begutachtete. Und so sehr ich auch Scorcese für nahezu alle seine Filme bewundere, war ich entsetzt, als ich Original und Remake gegeneinander abwog. Denn Scorcese’s Version ist wirklich nur dümmlicher Diebstahl. In seinem Film ist aber auch gar keine Idee von ihm selbst eingeflossen, er kopierte lediglich eins zu eins. Schlimmer noch, er zerstörte sogar die grandiose Subtilität und die meisterhaft in Szene gesetzte Spannung des Originals und ersetzte diese durch eine Haudrauf-Dramatisierung der Extrakitschklasse (dies könnte man als seine eigene Leistung betiteln). Meine große Empfehlung lautet daher für alle, die The Departed noch nicht gesehen haben, zunächst Infernal Affairs zu schauen. Im umgekehrten Fall auch, da Scorcese die beiden folgenden Teile (weitestgehend) unberührt ließ. Und selbst wenn man The Departed mehr als dreimal gesehen hat (wie ich), lege ich Infernal Affairs immer noch ans Herz, da dieser filmisch und selbst dann noch spannungstechnisch wahnsinnig viel zu bieten hat, was für den Film und seine enormen Qualitäten spricht. Meiner Meinung nach die stärkste Mafia-Trilogie seit der Pate.

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  • Judas und Jesus

    Timo Maier
    22. Februar 2010, 20:50 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Film

    Jesus war ein kleiner, dürrer Spießer, ein Langweiler, eine Spaßbremse, ein Spielverderber vor dem Herrn. In seiner Freizeit probte er schon den finalen Kreuzgang, indem er mit Dornenkrone vor dem Spiegel seines schäbigen Zimmers posierte. Judas hingegen ist ein Outlaw, ein grimmiger Säufer und Lustmolch, auf der Suche nach schnellem Sex, ein Voyeur und Sittenstrolch, dessen einziges Ziel es ist, die großbrüstige Maria Magdalena, die ihres Zeichens die Pornokönigin der Stadt ist, mal so richtig von hinten zu nehmen. So zögert Judas auch keinen Moment den Erlöser für 30 Euro! an die Stadtgarde zu verraten, um von dem Blutgeld den Eintritt für die heiße Sexshow Marias berappen zu können. Am Ende gibt es dann noch eine schöne Hinrichtung bei Vollmond, initiiert und ausgeführt vom wütenden Mob einer wild gewordenen Schafherde.

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    So oder so ähnlich kann man die ‘wahre’ Geschichte des animalischen Animationsfilms Judas & Jesus von Olaf Encke und Claudia Romero zusammenfassen. Der Film hatte es schwer, so dass es Mitte letzten Jahres noch aussah, als käme die DVD gar nicht auf den Markt. Denn die FBW (Filmbewertungsstelle Wiesbaden) lehnte es zunächst ab, den Film zur Bewertung zuzulassen. Man reichte beim Verwaltungsgericht Klage ein und bekam die Freigabe ab 16. Meinen Glückwunsch nochmal von dieser Stelle! Denn der Fünfzehnminüter ist jede Sekunde wert. Er strotzt vor liebevollen Details, ist sehr humorvoll und nimmt sich selbst nicht ernst – Religionskritik vom Feinsten. Für satanische 6,66- Euro kann man das Teufelswerk bei Interfilm erstehen und die hauseigene DVD-Sammlung mal um ein echt obskures Stück aus deutschen Landen erweitern.

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  • The Imaginarium of Doctor Parnassus

    Timo Maier
    10. Februar 2010, 00:29 Uhr, 1 Reaktion
    Kategorie: Allgemein, Film

    Es gibt ein sehr schönes Interview mit Terry Gilliam und Terry Jones zusammen mit einer französischen Journalistin, in dem sie Gilliam fragt, ob er die Leute verstören und ihnen mitteilen wolle, dass sie nicht sicher seien? Gilliam antwortet darauf: „Das Problem ist, dass wir nicht sicher sind!“ Nach einem Seitenhieb auf die amerikanische Administration fährt er fort: „Die Menschen sind einander egal. Sie wollen Geld verdienen. Über ihre Aktien nachdenken, die Zuknuft planen“.

    In diesem Fahrwasser schwimmt auch Gilliam’s neuer Film The Imaginarium of Doctor Parnassus.

    Den ganzen Film über wird Kritik an einer Existenzbestimmung geübt, die sich allem voran durch Besitz definiert: Der Mensch als Summe seines angehäuften Materials. Ein Ton, der in den westlich-kapitalistischen Nationen schon seit einigen Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) immer öfter angeschlagen wird. Die kritischen Fäden werden in diesem Film allerdings subtil in das Gesamtkonstrukt eingewoben wirken dadurch aber nicht minder heftig. Im Gegenteil, der surreale, traumatische Stil forciert die kritischen Äußerungen und sorgt dafür, dass diese sich nicht in einseitigen Plattitüden auflösen.

    So blendet der Film zum Beispiel auf einem Obdachlosen auf und endet mit der verwahrlosten Gestalt des im Titel benannten Doktors, der durch ein Restaurantfenster seine Tochter beobachtet, die endlich ein glückliches, ganz normales Leben führt, von dem sie über den Film hinweg träumt, wenn sie sehnsüchtig die Bilder von ‘glücklichen’ Familien, die so ganz im normativen Einerlei schwelgen, im ikeatypischen Möbelhauskatalog betrachtet. Doch auch der Doktor findet seinen Ausweg aus der persönlichen Verwahrlosung und dem endlosen Raum der Traumwelten, indem er mit Hilfe seines Gnoms (not a midget!) die große Geschichte in einem winzigen papiernen Raum darbietet. Einer Kartonbühne zum selbst entfalten (eine wunderbare visuelle Metapher), die man selbst ‘bespielen’ kann.

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  • Kurzfilme wie Sand am Meer (und kostenlos)

    Timo Maier
    29. Januar 2010, 18:00 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Film

    Da die Reihe Visuell hervorragende Filme aufgrund der Beiträge zum Filmfestival Max Ophüls Preis diese Woche unterbrochen wurde, jedoch das Wochenende naht und die Schaulust ja doch befriedigt werden will, hier zwei schnelle Tipps fürs kurze Vergnügen.

    Ich habe mich schon länger gefragt, was mit der ganzen Masse an Kurzfilmen so passiert, die man meist auf Festivals sieht und dann mitunter nie wieder. Eine Antwort habe ich nun parat: vimeo. Hier habe ich gerade zwei klasse channels für Kurzfilm entdeckt.

    01SHORTFILM_______ und 01SHORTFILMX_______

    Und nicht nur irgendwelche lumpigen, schlecht aufgelösten Filme finden wir hier, nein, hier gibt es „Only the best, international, award-winning, CINEMATIC shortfilms“ – Phantastisch, für mich ein Paradies. Viel Spaß beim Stöbern!

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  • Das Leben ist kein Heimspiel

    Timo Maier
    25. Januar 2010, 11:19 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Film, Kultur

    Der zweite Film, der mich auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis sehr begeistert hat und dem ich hier mehr Raum geben möchte, ist wieder eine Dokumentation: Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel. Dass die jüngste Geschichte des ehemaligen Badener Regionalligaklubs, der innerhalb kürzester Zeit auf der Überholspur in die 1. Bundesliga gebraust ist, für enormes Aufsehen in der hiesigen Medienlandschaft gesorgt hat, ist allseits bekannt. Nun ist auch der Dokumentarfilm von Rouven Rech und Frank Pfeiffer am Start, der die Geschichte mal in aller Ruhe von innen erzählt. Im Fokus des Films stehen zwei Männer: Der Geschäftsführer des Clubs Jochen A. Rothaus und der Hoffenheimer Torsten Hartl (Torro), Fan der ersten Stunde (Zwinger-Club). Es ist schön mit anzusehen, wie beide Männer in ihren jeweiligen Bereichen, im Management und an der Basis, mit den vielfältigen Veränderungen umgehen und teilweise auch kämpfen müssen, die der Durchmarsch Hoffheims in die erste Liga mit sich brachte. Der eine treibt die Veränderungen voran, der andere muss sich darin einfinden. Besonders rückt der Film die Problematik der Tradition contra Modernisierung ins Licht der Leinwand – von Dorfverein zu rentablem Fußballunternehmen, von Fanchören zu Marketingstrategien, von Baden zu Würtemberg. Bei aller Kontroverse schafft es der Film nicht wertend zu werden, sondern persönlich und ganz nah am Geschehen vor Ort zu verweilen. Die Aufgabe der Distanz und die wirklich außergewöhnlichen Charaktere, die hier so authentisch wie es geht vom Blick der Kamera eingefangen werden, verleihen der Geschichte auch ihre Kraft, Dynamik und immensen Charme.

    Im Anschluss an die Vorführung gaben die Macher und Protagonisten einen lohnenswerten Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films selbst. So wurde das Filmprojekt mit dem Erfolg und des Vereins ebenfalls immer größer – der Film wuchs mit dem Verein. Die Regisseure sagten ganz klar, dass auch sie von einer starken Zuneigung zum Objekt ihrer Kunst, also dem TSG 1899 Hoffenheim, während des Drehs ergriffen wurden, was sicherlich besagte Distanzlosigkeit förderte. Für mich hatte es den Anschein, dass der Schwung des Films unmittelbar dem Schwung des Geschehens während der Produktion geschuldet ist. Und mal ganz im Ernst: Ist es nicht wunderschön eine Geschichte zu sehen, die sich ab einem bestimmten Punkt jedweder Planung seitens des Filmteams entzog? Hier liegt für mich auch die große Leistung der Regisseure, sich von der Bewegung des Geschehens einfach mitreißen zu lassen und mit großer Empathie selbige noch einzufangen. Zudem wirkt der Film sehr ehrlich. Das liegt wohl auch daran, dass die Regisseure von keinem Moment an Kompromisse eingegangen sind und sich nicht von dem Verein bezahlen ließen, obwohl sie diesem über die Drehzeit derart nahe gekommen sind. Dies betonte auch noch mal Herr Rotthaus, der ehrlich zugab (Hut ab!), dass man den Beiden Angebote gemacht habe, um sich vielleicht ein oder zwei Szenen ersparen zu können, diese aber unbestechlich blieben. Dass der Geschäftsführer des Vereins persönlich an den Filmvorführungen und abschließenden Diskussionen teilnahm sowie Rede und Antwort stand, empfand ich als sehr sympathisch. Rotthaus selbst ist auch ein eher erdiger und humorvoller Typ (muss er als erfolgreicher Manager auch sein) und nutzte die Gelegenheit natürlich auch für Eigenwerbezwecke (manchmal klammerte er sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr ans Mikro und verlor sich in seinem ‘Marketingsprech’, was ihm aber verziehen sei). Torro war natürlich auch dabei und sorgte mit seiner eher rauen und unerschütterlich Version badischen Charmes für viel Stimmung. Filmteam, Management und Fanurgestein präsentierten sich in familiärer Eintracht, naiv und ungezwungen, eben der nach Außen kommunizierten Vereinsphilosophie.

    Auf der anderen Seite muss noch bemerkt werden, dass auch die Hoffenheimer Vereinsführung dem Filmteam unbedingt die Treue hielt. So lehnte diese die Angebote einer Dokumentation über ihren Verein von um einiges größeren Medienmachern wie dem DSF klar ab und verwies darauf, dass sie bereits bestens versorgt seien; auch das verdient viel Anerkennung. Fazit ist also eine rundum gelungene Geschichte im und um den Film, der noch dieses Jahr laut Produzent Jochen Laube eine kleine aber feine Kinoverwertung erfahren soll. Dann folgt noch die Ausstrahlung im ZDF, einem der Hauptförderer des Films und natürlich die DVD-Vermarktung.

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  • Auf der anderen Seite der Leinwand

    Timo Maier
    22. Januar 2010, 21:12 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Film, Kultur

    Der erste Film, den ich im Zuge des Filmfestival Max Ophüls Preis 2010 sah, war eine Doku über ein Kino: Das Moviemento in Berlin/Kreuzberg. Da das kleine Programmkino zu einem meiner Lieblingskinos gehört, und ich zudem noch in der unmittelbaren Nachbarschaft wohne, habe ich mich auf Auf der anderen Seite der Leinwand ganz besonders gefreut. Und die Vorfreude wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, der Low- bis Nobudget Film ist äußerst gelungen. Der cineastische Raum wird hier selbst zum Protagonisten erhoben, dessen Biographie zweifelsohne nicht nur abwechslungsreich, spannend und vielschichtig ist, sondern auch kaum bekannt. Hier arbeiteten einflussreiche deutsche Künstler und Filmschaffende wie Tom Tykwer, Wieland Speck, Blixa Bargeld und Dani Levy (das meint auch den Kartenabriss über die Vorführung bis hin zum Kloputzen), hier kam die Rocky Horror Picture Show zu ihrem Recht, hier wurde das Fundament für Regiekarrieren gelegt sowie für X-Films, geboren aus den zufälligen Begegnungen oben genannter Menschen. Zusammengenommen ist dies alles ein wichtiges Kleinod deutscher Kinogeschichte, welches Regisseur Bernd Sobolla zusammen mit seinem Cutter Udo Röben geborgen und inszeniert hat. Die Erzählenden tragen die Geschichte schwung- und liebevoll durch den Film, der zudem noch hervorragend geschnitten ist (lässt man die etwas eigenwilligen Brücken zur Trennung der verschiedenen ‘Lebensabschnitte’ des Kinos mal weg).

    Sobolla selbst versteht den Film zwar als Hommage an alte Zeiten, möchte aber zuvorderst keine Nostalgie wecken. Der Blick zurück dient ihm als Inspiration, um ein Arthouse-Kino vom Morgen zu schaffen. Im Gespräch mit ihm betonte er vor mir noch mal sein Anliegen, ein Bewusstsein zu bilden für das Kino als Raum der Begegnung für Filmemacher und Interessierte, die sich dort direkt austauschen und gegenseitig befruchten können. Ein Anliegen, dass ich nur unterstützen kann.

    Aufgrund persönlicher Befindlichkeiten zwischen Besitzern und Regisseur wird der Film leider nicht im Moviemento selbst spielen, kommt aber im Rahmen der Berlinale für zumindest eine Aufführung (zurück) nach Kreuzberg. Persönlich würde ich mich über eine Weiterverwertung auf DVD samt Bonusmaterial freuen, da wohl noch eine ganze Materialfülle an Geschichten und Anekdoten vorhanden ist, die nicht im Film vorkommen, da sie dessen Rahmen wohl gesprengt hätten. Das (gemeinsame) Sehen auf DVD entzieht sich zwar dem Ideal der Kinovorführung, schafft aber ebenfalls kleine Räume, in denen Diskurs und Inspiration gedeihen können.

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  • Filmfestival Max Ophüls Preis 2010

    Timo Maier
    21. Januar 2010, 14:26 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein, Kultur

    MOP2010

    So, es ist soweit: Ich bin auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2010 (kurz Mop10) angekommen, das in der schönen* Stadt Saarbrücken spielt. Das Festival hatte bereits am vergangenen Dienstag begonnen (sie wollten einfach nicht auf mich warten) und ist nunmehr in vollem Gange. 12 Filme + Kurzfilme möchte ich mir ab heute noch anschauen – und hier auf dem VISUALBlog (so) zeitnah (wie es geht) das Gesehene kurz nachbereiten, empfehlen (oder auch nicht) und reflektieren. Eines schon mal vorweg: Hier gibt es nicht nur tolle Menschen und noch viel tollere Kinos. Das Festival ist über alle Grenzen bekannt für seine hervorragenden Filme und angenehme Atmosphäre. Da ich einen Großteil der Filme mit Menschen sehen werde, die selbst direkt oder indirekt mit Film im allgemeinen oder dem Festival im speziellen zu tun haben, möchte ich auch deren Stimmen hier zum Klang verhelfen, um des Meinungspluralismus willen versteht sich. So genug des Geredes, jetzt werden Filme geschaut!

    *vorausgesetzt, man ignoriert die A 620, die entlang der Saar mitten durch die Stadt verläuft und diese spaltet.

    Mehr Videos und Hintergrundinfos auf RADIO SALÜ

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  • Artist of the Month Januar 2010: EXERGIAN

    Timo Maier
    20. Januar 2010, 12:33 Uhr, 2 Reaktionen

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    Albert Exergian ist freier Art Director, lebt und arbeitet in Wien. Was mich am Stil seiner Bilder so beeindruckt, ist der äußerste 2-D Minimalismus, die Kunst mittels rudimentärer Formen den Kern der Sache zu erfassen. Besonders die Plakatreihen zu US-amerikanischen TV-Serien stechen heraus. Reduktion wird hier groß geschrieben. So ist etwa Monk, durch nicht mehr als einem kleinen gekräuselten Faden auf einem sonst leeren, braunen Grund symbolisiert, ein treffendes Bild für den neurotische Hauptfigur. Für The Sopranos reicht das typisch italienische Tischdeckenrund als Symbol für Tony und seine Crew, die vor der Schlachterei sitzen, in der nicht nur regelmäßig Schweineblut fließt.  Für MacGyver steht die Büroklammer, mit der dieser auch einen drohenden Supergau abwenden könnte. Und die drei roten Balken der Stimmvisualisierung des wohl berühmtesten Pontiac Firebird Trans Am lassen keinen Zweifel offen, dass es sich hier wohl um Michael Knight’s Kumpel K.I.T.T. aus der Serie Knight Rider handelt.

    Die Kinoplakate (The Birds, Rear Window und Blow up) stammen nicht von Exergian, sondern vom britischen Designer Darren Firth, sind allerdings im Stil sehr ähnlich.  So sind die Plakate zwar etwas komplexer, was die verwendeten Formen und die reine Zahl der Bildelemente angeht, aber immer noch herrlich einfach gestaltet. Auf der Website Blanka finden sich nicht nur einige der Arbeiten der beiden hier erwähnten Künstler – das Stöbern lohnt und ist dringend zu empfehlen.

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    http://www.imdb.com/title/tt0047396/

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