Bald ist es endlich wieder so weit. Das Pictoplasma Festival ruft alle an Character Art und Character Animations Interessierte nach Berlin. Das Programm ist proppevoll, die Speakersliste mal wieder großartig, das Screening-Programm eine wahre Freude. Also: hin da. Ich hoffe, wir sehen uns!
Festival of contemporary character design and art with screenings, lectures and presentations
9. + 10. April 2010
Kino Babylon Berlin:Mitte
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin / Germany
Das hier ist wirklich grandioser Scheißdreck! Man verzeihe mir meine Ausdrucksweise *Räusper*. The ROCK’N'ROLL Wrestling Bash ist eine Trashveranstaltung vom Feinsten. Am mexikanischen Vorbild orientiert prügeln sich absurde Athleten in Masken wie El Mariachi, Colonel Killerfuck und Rockin’ Rabi Rubenstein, um nur einige zu nennen, in feinster Wrestlingmanier bis auch der letzte Tropfen des literweise zum Einsatz kommenden Kunstbluts vergossen ist. Die Show wird von der hauseigenen Kapelle The Wrestling Bash Orchestra live begleitet, die Songs sind perfekt auf die komplexen Choreografien der Artisten abgestimmt, um das Blut der Zuschauer wie der Kämpfenden ordentlich in Wallung zu bringen. Am 10. April kommt die in Köln angesiedelte Show der Trash-Wrestler nun nach Berlin ins SO36. Das VISUALBlog wird natürlich vor Ort sein und anschließend ausführlich darüber Bericht erstatten. Wer weiß, vielleicht wage ich mich unter Einsatz meines Lebens auch selbst an die Schlächter, Killer und Maniacs des Ensembles heran, um ein paar Stimmen (oder Schläge) einzufangen – HELL YEAHH.
Eine sehr gelungene Photostrecke von der Show gibt es hier.
In Friedrichshain gibt es neben ganz lieben Menschen und einer geilen Kneipenszene besonders zwei Dinge zu Hauf(en). Ersteres sind die, die aus den komischen Vierbeinern herauskommen und zweites sind klasse Graffitis. Letztes Wochenende hatte ich endlich mal wieder Zeit auf Phototour zu gehen und herausgekommen ist ein kleines, feines Friedrichshain Streetartalbum, was mit der Zeit hoffentlich noch wachsen wird. Beim Photographieren habe ich üblicherweise die Kamera vor der Nase und bewege mich dabei vor, seitwärts und zurück, was nicht ohne eklige Folgen bleiben kann (wiederum sei auf die ersten Haufen verwiesen). Wenn Streetart für mich auch solches beinhaltet, was von konservativeren Geistern gerne als Schmiererei bezeichnet wird, sind Hunde keine Künstler. Aber vielleicht könnte man hier mal ansetzen und es zum Thema eines Streetartworks machen. Nun ja, bevor ich gar nicht mehr davon wegkomme, höre ich mal lieber auf zu Faseln und wünsche viel Spaß mit dem Album. Auf unserer Fanpage freuen wir uns übrigens auch immer über Photos von euch!
Es ist wieder soweit – interfilm präsentiert: Night of the Terrifying Shorts. Nervenkitzel vom Feinsten!
Shorts Attack! startet mit einem nervenzerreißenden Abend in den Frühling! Neun Kurzversionen von Wahnsinn, Grauen und Schauer bieten ein unheimliches Vergnügen.
Eröffnet wird das Programm mit einer Parodie des Horror-Klassikers schlechthin, nämlich Kubricks “The Shining”, gefolgt von einem weiteren Meister des Unheimlichen, Edgar Allan Poe. Eine drastischere, sozialkritische Sicht auf das Genre liefert der preisgekrönte Zombie-Film “I Love Sarah Jane”. Von dem Verschwinden der Grenzen zwischen Realität und Fiktion berichten außerdem: surreale Geschehnisse, Familienporträts mit Monstern, nächtliche Gräuel, Hommagen an den Film Noir, Reflexionen über die Faszination des Bösen und Geschichten von Horrorfans, denen das Leben eine tragische Lektion erteilt.
Manchmal entdeckt man Dinge, die sprechen mit einem. Jedenfalls geht mir das so. Selten, ganz selten. Dann ist das aber eine wunderbare Erfahrung. Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal in Glashütte bei Berlin war, hatte ich genau diese Empfindungen, als ich die dortige Pott-Teria der Familie Rottstock betrat. Die Keramik wird vor Ort per Hand gefertigt. Jedesmal wenn ich da bin, entdecke ich neue Stücke, neue Ideen, neue Formen. Sie schmeicheln den Händen, sie leben. Und ich liebe sie und trinke meinen Tee zu hause nur noch aus Tassen von dort. Darum muss ich sie hier unbedingt empfehlen. Vielleicht kommt ja mal jemand dort vorbei oder möchte von Berlin aus einen Ausflug dorthin machen. Mit dem Auto ist es etwa eine Stunde, Autobahn Richtung Dresden. Eine Webseite gibt es leider nicht. So etwas ist ihnen nicht wichtig. Was man verstehen kann. Danke für Dinge wie diese!
Öffnungszeiten:
Mai – August: 11 – 18 Uhr
September – April: 11 – 17.30 Uhr
Adresse:
A. Rottstock
Hüttenweg 8a
OT Glashütte
15837 Baruth
Vor einiger Zeit schon war ich zu Besuch im Jüdischen Museum in Berlin, und ich muss schon sagen, dies war eine sehr wertvolle Erfahrung. Seit langem beschäftige ich mich explizit mit Kunst in ihrem Zusammenhang mit Raum, aber auch generell mit der Fragestellung, was Raum bzw. Einräumung mit Erinnerung, Existenz und Kultur zu tun hat. Die von Daniel Libeskind entworfene Architektur nun besitzt eine vehement intellektuelle Dimension. Der Grundriss des Gebäudes, aus der Vogelperspektive gedeutet als aufgebrochener Davidstern, vermittelt einen symbolischen Gehalt der fundamentalen Ver- und Zerstörung, die vor allem das europäische Judentum durch die Schoah erlitten hat. Natürlich ist das Gebäude Begegnungsstätte und Mahnmal zugleich. Alles ist aus der Form geraten, die Gänge sind schief und abschüssig, schwere Eisentüren führen in kalte, leere und finstere Türme, die dem Besucher weit mehr als nur einen Schatten auf das Gemüt legen. Ein winziges Fenster spendet spärlich Licht, so hoch oben, das es einem nie zu erreichenden Hoffnungsschimmer gleicht. Von höher gelegenen Teilen des Museums aus blickt man in abgeschlossene Höfe, die in ihrer betonenen Ummantelung und klaustrophobischen Enge das Vorgefühl eines Gefängnishofes evozieren; wir sehen uns mit symbolischer Leere konfrontiert, wir sehen das, was einst zusammengerückt in ähnlichen Räumen fristete: Menschen, die auf ihre Ermordung warteten. Man fühlt sich unwohl, man erfährt die Geschichte als in Stein gehauenes Verbrechen an der Menschheit. Die Leerstellenkonzeption entfaltet hier ihre volle Wirkung: Siehe, diese Türme sind leer, hier klafft eine Wunde für die Ewigkeit, das, was Europa an jüdischer Kultur genommen wurde, wird nicht mehr wieder kehren. Ohnehin geht es maßgeblich um Sehen und Erfahren. Wir sehen aus einem kleinen Fenster in eine Schlucht hinab, deren Boden mit Metallscheiben schreiender Gesichter bedeckt ist, als Ausdruck namenlosen Entsetzens. Wir sehen durch Schießscharten ähnelnde Fenster bang auf die Welt außerhalb des Museums, bang in unsere eigene Zukunft. Und wir folgen Treppen, die uns ins Nichts oder genauer, vor eine Wand rennen lassen. Natürlich berühren sich hier Ideologie und Propaganda im Zeichen einer negativen Dialektik. Aber gerade das der intellektuellen Durchdringung entrückte Gefühl, das so dezidiert herauf beschworen wird, nicht durch Pathos, sondern durch ein höchstes Maß an Reduktion, die Unfassbarkeit des Verbrechens, dem man sich in Anbetracht der Einzelschicksale aufbereitet in vignettierten Vitrinen zwar bewusst zu machen versucht, dieser Versuch jedoch scheitern muss, sind es, worauf es eigentlich ankommt. Die Räume treten in Kommunikation zu den Besuchern, sie reden zu uns vom Unaussprechlichen.
Das Museum ist in Gänze von einem harten Kontrast geprägt. Im Eingangsbereich wird der fundamentale Schock des Genozids maßgeblich durch die zu diesem Zweck funktionalisierte Architektur vermittelt. Inhaltlich wird dieses Konzept mittels der Ausstellung einiger weniger Einzelschicksale getragen. Ein Teeservice, ein alter Koffer, ein paar Schriftstücke und dazugehörige Photographien ihrer vormaligen Besitzer, nur dürftig versehen mit einem rudimentären Lebenslauf, Momentaufnahmen von Einzelnen, bevor sie in das große Kollektiv der Vernichteten eingingen. Nach dem endlosen Aufstieg dann die eigentlichen Museumsräume. Hell und hoffnungsvoll, bunt und intermedial wird hier jüdische Geschichte dargestellt. Die Einzelschicksale hat der Besucher hinter bzw. unter sich gelassen und betritt nun den Gang durch die Jahrtausende alte jüdische Geschichte, stringent und chronologisch aufbereitet. Die auf Opfer- und Individualhistorie verengte Perspektive wird vom großen historischen Überblick abgelöst, ein krasser Paradigmenwechsel. Viele der dortigen Installationen basieren auf Interaktion und symbolischer Partizipation an einer besseren Zukunft – für alle Menschen. Hier stößt man auch auf Exponate, die vollkommen absurd wirken und deren Ausstellung den oft zitierten jüdischen Humor preisgeben; wie zum Beispiel eine Vitrine voller neumodischer Kippot, vornehmlich der religiösen Ausübung vorbehaltene Kopfbedeckungen, die verziert sind mit Comicbildern von Superman, Batman und Charakteren der US-Amerikanischen Serie Friends. Wann immer ich das Hereinbrechen popkultureller Ikonographie in religiöse Formalismen beobachten darf, verwirrt es mich, nicht intellektuell, sondern ästhetisch oder geschmacklich – das ist wie Wackelpudding mit Senf essen. Aber der jüdische Humor ist nicht umsonst einer der großartigsten der Welt, und als ebenso großer Bewunderer von Mel Brooks und Filmen wie Zug des Lebens nehme ich dies hier vor allem schmunzelnd wahr und freue mich umso mehr über ein weiteres skurriles Exponat, ein japanisches Dildokästchen. Doch auch beim Gang durch die in warmes, freundliches Licht getauchten Räume erinnert der Blick durch enge Fenster in die erwähnten Höfe fortwährend an erlittenes Grauen. Auch die Außenfassade mit dem tristen, stumpfen Grau ihrer blechernen Verkleidung und den schmalen Fensterschlitzen deutet auf den irreparablen Schaden hin; so scheint es von weiter weg, als klaffen zahlreichen Wunden aus dem Gebäude selbst, als sei es schartig und zerrissen. Zum Ende der Ausstellung hin begegnet man noch einigen wenigen Exponaten, die kurz und knapp noch einmal die Auswirkungen des Holocaust anhand der Bilder verstümmelter Leichen wach rufen. So könnte man deuten, dass dieser trotz allem nur ein weiterer Ausschnitt innerhalb der Geschichte eines Volkes ist, das hier vorranging durch die Weglassung weiterer Zeitzeugnisse seinen Stolz betont.
Allgemein stellt das Museumskonzept den Genozid nicht der jüdischen Geschichte und Kultur gegenüber, es integriert ihn, macht diesen in jedem Moment sichtbar, mal unterschwellig, mal dezidiert, und deutet noch im Eingangsbereich, diesmal eher unfreiwillig, über sich selbst auf die aktuellen Ereignisse hinaus. Angefangen von den mit Maschinengewehren bewaffneten Beamten, über die Flughafendurchleuchtung des am Körper getragenen Habs und Guts bis hin zu der Einzelabtastung mit dem Metalldetektor war ich noch in keinem Museum, in dem eine solche Angst vor Anschlägen herrscht. Besucht dieses Museum, es ist ein Garant für vermischte Empfindungen, Skurrilität und Nachdenklichkeit.
Die Protagonisten der Fotografien von Sebastian Klug sind die der Berliner Nacht. Die Fotos entstanden abseits des Partytrubels und sind doch mit diesem verbunden. Das Spektrum reicht von Flaschensammlern und Discobesuchern bis zum Kneipen-Cowboy. Die Bilder wirken traumverloren, manchmal aber auch geradezu komisch. Wie das Mädchen das trotz der engen Umarmung mit einem Jungen auf dem Gang zu einer Toilette mit seinem Handy beschäftigt ist. Sebastian Klug fotografiert mit dem Handy.
Die geringe Auflösung und das hohe Maß an Bildrauschen spiegelt die oft zufälligen und wie nebenbei festgehaltenen Situationen in einer Weise wieder, die der Wahrnehmung in solchen Momenten entspricht – flüchtig, unfokussiert, verschwommen, der Auflösung nahe. FENSTER61 widmet dem nun eine Ausstellung.
16.02.2010 – 15.03.2010
[proyecto final]: Es war so schön bei dir Marie…
Sebastian Klug
Ich war neulich (endlich mal wieder) im Chamäleon in Berlin. Danke, Frank, für die Tickets! Und es war wieder ein unvergesslicher Abend. Wie liebe ich dieses… Was ist es eigentlich? Ein Cabaret? Ein Theater? Ein Zirkus? Es ist Unterhaltung von seiner allerbesten Seite. “Soap”, die aktuelle Veranstaltung ist faszinierend und wunderbar. Großartig, wie einmalige Akrobatik verpackt wird in ein Programm aus guter Musik, Humor und Ambiente. Eine einmalige Atmosphäre, die wir sehr genossen haben.
Highlight des Abends war für mich die Performance von Nata Galkina. So etwas habe ich nie zuvor gesehen. Es ist “nur” Fußakrobatik. Aber: es hat mich schwer beeindruckt. Das ist Kunst für mich. Diese Körperbeherrschung. Die Harmonie mit Musik und den Geräten. Ich bekenne hiermit: ich bin nun offizieller Fan dieser großartigen Akrobatin. Herrlich. Und Danke für den genialen Abend!
Und hier das Video ihrer Performance. Viel Spaß beim Genießen und Staunen.
Music: Claire Diterzi and Puchinni. Singer: Lina Navakajte. Antipod.
Hier ein Kreativ-Tipp für alle Berliner Eltern bzw. die Kinder. Ein Malkurs für Kinder-Künstler! MASCHs Ansprache an die Kinder-Künstler:
Lasst uns zusammen tolle Bilder malen!
Eure Familie wird sich wundern, was in Euch steckt!
Ihr werdet den Umgang mit Farben und Formen lernen. Ihr werdet Kreise, Punkte, Linien, Spritzer und was es sonst noch so alles gibt, auf Euer Bild „zaubern“. Jedes Kind wird während des gesamten Kurses größtmögliche Aufmerksamkeit von mir erhalten, damit sich die kleinen gemalten und gezeichneten Kunstwerke sehen lassen können.
Was Ihr mitbringen könnt:
- Ein Pinselsortiment (Flachpinsel, Rundpinsel)
- Wasserfarben (Z.B. einen guten Tuschkasten)
- Verschiedene Bundstifte und Bleistifte.
- Wachsmalstifte.
- Nicht zu vergessen ist ein mittelgroßer Zeichenblock.
Wenn Ihr das eine oder andere nicht mitbringen könnt, helfen wir Euch damit aus.
Bringt alte Klamotten mit (altes T-Shirt, olle Hosen) die Ihr schmutzig machen könnt. Alle Maler haben solche Klamotten an…
Dann braucht Ihr einige alte Lappen, damit Ihr Euch zwischendurch mal die Hände abwischen könnt.
Ich freue mich schon auf Euch, liebe kleine Künstler!
Euer MASCH
Dienstag, 02.02.2010 bis Donnerstag, den 04.02.2010, jeweils von 14 Uhr bis 16Uhr
KUNSTLEBEN BERLIN, Hauptstr. 31, 10827 Berlin, 1. Etage
Eintritt: 60 Euro
Als Auftakt in das neue Jahr präsentiert Shorts Attack! ein stimmungsvolles Programm mit Musikvideos, die innerhalb der letzten zwei Jahre bei Musikliebhabern und Filmafficionados Begeisterung auslösten. Von den gefeierten Clips etablierter Bands wie Depeche Mode, Coldplay, The Prodigy, Röyksopp und UNKLE (aus deren Zusammenarbeit mit Spike Jonze das brilliante “Heaven” resultierte) bis zu Geheimtipps wie das Video von Grizzly Bear: Freunde experimenteller, düsterer und meditativer Videokunst werden ebenso bedient wie diejenige schräger und verschmitzter (Musik)Geschichten. Als Einstieg in das Programm illustriert der Experimentalfilm “Round”, mit welcher hypnotischen Wirkung auf der großen Leinwand Bild und Klang verbunden werden können. Viel Spaß dabei!
Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 20:00 Uhr
im Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz