Stichwort: Artist of the month

  • Artist of the Month Juni 2010: Derek Chatwood

    Timo Maier
    07. Juni 2010, 00:07 Uhr, 0 Reaktionen

    Die Illustration von Derek Chartwood gefallen mir abgesehen von ihrer zeichnerischen Hochwertigkeit so gut, weil sie Geschichten erzählen, die sehr viel Raum zum Nachdenken frei machen und sogar dazu anregen. Oft sind seine Werke konkret politisch, was man auf den ersten Blick bisweilen gar nicht ausmachen kann. Wer würde spontan darauf kommen, dass das Bild (weiter unten) mit den auf einem Kampfroboter aus der US-amerikanischen Fernsehserie Batllestar Galactica herumtollenenden Schlümpfen eine konkrete Anspielung auf die gesellschaftspolitischen Machtverhältnisse im heutigen Iran darstellt?

    It represents the classic leadership of Iran, combining the clerical leadership governed by Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, and the political power base, led by President Mahmoud Ahmadinejad. It is an artificial construct built on a false premise of freedom and democracy, and as such is slow witted and near impossible to reason with.

    The smurfs represent the Iranian people, shown here attacking the cylon. When the smurfs believe that they live in a representative democracy, and it is then shown to be false, they do not take it well. They will climb around and dance and make all sorts of noises. Unfortunately the cylons have been allowed to control them for so long, that they are much more powerful than the smurfs. While it is inspirational to see the smurfs organized, and with one voice denouncing the brutal dictatorship that they now realize they live under, it is also ultimately futile. The cylons are much more powerful, and have blasters and laser cannons.

    Überhaupt sind die begleitenden Texte des Künstlers zu seinen Bildern enorm aufschlussreich, wenn auch in keinem Moment analytisch oder rein informativ. Sie sind vielmehr eine direkte Erweiteung des Kunstwerks.

    Chetwood karikiert einzelne Personen, ganze Berufsgruppen oder massenmediale Phänomene in einer popkulturellen (Trash-)Ästhetik und nutzt gleichzeitig ihre Symbole und ganze Genres als Referenzsystem. Missstände werden hier teils sehr abstrakt, als Kombination von Analogien (Schlümpfe = Bevölkerung Irans), teils sehr plakativ (Swineflu) aufgegriffen, deren radikale Ironisierung und schonungslose Enthüllung sind eindeutiges Merkmal nahezu all seiner Bilder. Eine Haltung, die ich sehr hoch schätze!

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  • Artists of the Month Mai 2010: Wulffmorgenthaler

    Timo Maier
    19. Mai 2010, 23:56 Uhr, 0 Reaktionen

    Brutal, ironisch und ehrlich: Unsere Künstler des Monats – ein wenig spät, zugegeben -  sind die dänischen Comickünstler Mikael Wulff and Anders Morgenthaler.

    Sie mögen die Apple-Produkte Ipod, Itunes und das Iphone nicht (zu egoistisch, lieber den Youpod) und halten Playstations, Videospiele, DVD’s, Computer, Autos und Flugzeuge im Vergleich zu Pflaumensaft für überbewertet und nutzlos. Ja, die Herren Wulff und Morgenthaler sind amoralische Exzentriker vom Feinsten und großartige Comicautoren obendrein. Ihre daily strips sind kritisch, provozierend und teilweise einfach geschmacklos.

    Wer subversive Comics mag und sich dazu noch an abgetrennten Giraffenköpfen, sprechenden Objekten aller Art mit psychischen Problemen und irren Bibern erfreuen kann, für den ist wulffmorgenthaler.com einfach Pflicht!

    Aber Vorsicht, in den üppigen Archiven der Website kann man sich leicht für ein paar Stunden verlieren! Ich bin schon seit einigen Jahren verloren und komme ohne meine tägliche Dosis dänischen “Humor” nicht mehr aus.

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  • Artist of the Month April 2010: CRAWW

    Timo Maier
    17. April 2010, 14:43 Uhr, 1 Reaktion

    CRAWW ist ein Grafikdesigner und Künstler aus Sheffield, England. Nach eigener Aussage mag er Ambiguität, schöne Dinge in hässlichen Plätzen und hässliche Dinge, die sich in Schönheit kleiden. Außerdem hat er eine Vorliebe für Totenschädel, Tattoos, Kronen und melancholische Mädchen mit großen Händen. Seine Bilder umweht ein sehr warmer Hauch des Todes, Alptraumschatten verlaufen sich in morbiden Blüten, die im Blühen schon ihren baldigen Verfall ankündigen. Das Leben trägt die Gewandung des Todes, der Tod die Maske des Lebens. Man mag hier Morbidität ausmachen. Ich lese allerdings eine Erkenntnis in seine Bilder, die Einsicht in eine simple Dynamik von Werden und Vergehen. Der Stil erinnert mich vor allem an Comics oder eher an graphik novels. Den Bildern liegt eine weiche Gewalt zugrunde, jedoch nicht die ästhetisierte Spektakelgewalt unserer schaurigen Mainstreamkunstprodukte. Ein melancholisches Zentrum steht zumeist in einem diametralen farblichen Temperaturwechsel – Eine Mischung aus Eleganz, Balance und diszipliniertem Chaos. Seine Technik beruht auf klassischer Malerei oder der Kombination aus digitaler Nachbearbeitung mit Zeichnungen.

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  • Artist of the Month März 2010: Erik Johansson

    Timo Maier
    28. Februar 2010, 21:40 Uhr, 2 Reaktionen

    Erik Johansson ist freischaffender Photograph aus Schweden. Er lebt in Göteborg und hat sein Studium mit einer Arbeit über ‘interagierendes Design’ abgeschlossen. Seine Photos zeichnen sich durch eine Radikalität perspektivischer Verschiebungen und Verzerrungen aus. Er hebt die physikalischen Gegebenheit des Raums auf, schafft Höhen und Tiefen, wo es keine gibt, zerreißt und zerschneidet die Welt und macht damit auch auf die eigentliche Arbeit zeitgenössischer Montage aufmerksam, wenn die Bilder am Rechner manipuliert, zerstückelt, deformiert und wieder zusammengesetzt werden. Ganz direkt schafft er den Bezug zu den Arbeiten von Maurits Cornelis Escher, in dem er dessen sog. unmögliche Figuren und optischen Täuschungen in der Bildkonstruktion teils eins zu eins übernimmt, nur eben nicht als Zeichnung, sondern als Photomanipulation. Ein weiterer Aspekt seiner Arbeiten ist die Deformation menschlicher Körper, erweitert durch eine sehr humorvolle Ebene, etwa wenn sich ein Mensch selbst bügelt oder die eigene Faust wie in einem Kissen im Gesicht verschwindet. Die Realität verkehrt sich bei Johansson auf eine Weise, dass beim Fall einer Vase die Arme zwar zu Bruch gehen, das Keramikobjekt aber unversehrt den Sturz übersteht. Er zeigt uns, wie die Welten ineinander einbrechen können und lässt einmal das gemalte Wasser eines Bildes auf den mehr oder weniger tatsächlichen Boden laufen, ein anderes Mal wird das Meer selbst als blaue Farbe auf die Holzdielen gemalt. Oder man rudert traumvergessen im Bett auf den See hinaus, verlegt einen Himmelsspiegel in den Häusergassen plattenweise. Konstruktion und Realität, Photographie und Manipulation: Die Bilderwelt des Erik Johansson ist ebenfalls die ‘gemachte’ Welt in der wir leben, tagtäglich, wo auch immer uns die Bilder heimsuchen und beherrschen.

    Erik Johansson 2

    Erik Johansson 8

    Erik Johansson 3

    Erik Johansson 1

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  • Artist of the Month Januar 2010: EXERGIAN

    Timo Maier
    20. Januar 2010, 12:33 Uhr, 2 Reaktionen

    EXERGIAN - 3354

    Albert Exergian ist freier Art Director, lebt und arbeitet in Wien. Was mich am Stil seiner Bilder so beeindruckt, ist der äußerste 2-D Minimalismus, die Kunst mittels rudimentärer Formen den Kern der Sache zu erfassen. Besonders die Plakatreihen zu US-amerikanischen TV-Serien stechen heraus. Reduktion wird hier groß geschrieben. So ist etwa Monk, durch nicht mehr als einem kleinen gekräuselten Faden auf einem sonst leeren, braunen Grund symbolisiert, ein treffendes Bild für den neurotische Hauptfigur. Für The Sopranos reicht das typisch italienische Tischdeckenrund als Symbol für Tony und seine Crew, die vor der Schlachterei sitzen, in der nicht nur regelmäßig Schweineblut fließt.  Für MacGyver steht die Büroklammer, mit der dieser auch einen drohenden Supergau abwenden könnte. Und die drei roten Balken der Stimmvisualisierung des wohl berühmtesten Pontiac Firebird Trans Am lassen keinen Zweifel offen, dass es sich hier wohl um Michael Knight’s Kumpel K.I.T.T. aus der Serie Knight Rider handelt.

    Die Kinoplakate (The Birds, Rear Window und Blow up) stammen nicht von Exergian, sondern vom britischen Designer Darren Firth, sind allerdings im Stil sehr ähnlich.  So sind die Plakate zwar etwas komplexer, was die verwendeten Formen und die reine Zahl der Bildelemente angeht, aber immer noch herrlich einfach gestaltet. Auf der Website Blanka finden sich nicht nur einige der Arbeiten der beiden hier erwähnten Künstler – das Stöbern lohnt und ist dringend zu empfehlen.

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    http://www.imdb.com/title/tt0047396/
  • Artist of the Month November 2009: Elena Kalis

    Timo Maier
    03. November 2009, 07:54 Uhr, 1 Reaktion
    Kategorie: Allgemein

    Calm Down by Sugarock99

    Ich bin gerade auf das Portfolio von Elena Kalis gestoßen. Die auf den Bahamas lebende Photographin fertigt wunderschön sensible Unterwasserserien mit Freunden und ihren Kindern an. Die Bilder sind hell und phantasievoll, für einen Moment entrücken sie den Betrachter des Alltagsstresses. Ihre Bilder entführen uns in eine Welt jenseits der Spiegel. Im Augenblick der Atemlosigkeit lassen sie uns Luft holen und eine meditative Pause einlegen. Insbesondere die neue Serie H20 Stories greift die Motive von Lewis Carroll auf und übersetzt diese in die Tiefe. Tauchen wir also gemeinsam mit Elena ab und entdecken die Welt in der Zartheit ihres Stillstands.

    Hier auf deviantART, Facebook und flickr.

    Falling by Sugarock99

    Carousel by Sugarock99

    Somersault in the Sea by Sugarock99

    Through the Lookin Glass by Sugarock99

    That sinking feeling by Sugarock99

  • Artist of the Month Oktober 2009: Tamas Gaspar

    Frank Feldmann
    04. Oktober 2009, 15:13 Uhr, 0 Reaktionen

    Auf deviantArt habe ich den Ungarischen Zeichner Tamas Gaspar entdeckt und wurde so gleich zum Fan! Großartig, wie Tamas in der Tradition klassischer Comics zeichnet und doch einen eigenen Stil entwickelt hat.

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

    Tamas Gaspar

  • Artist of the Month August 2009: Josh Keyes

    Frank Feldmann
    06. August 2009, 08:02 Uhr, 0 Reaktionen
    Kategorie: Allgemein

    Josh Keyes wurde 1969 in Tacoma (Washington) geboren. Er ist Absolvent des School of the Art Institute of Chicago und erhielt später seinen MFA an der Yale University. Seine Arbeiten widerspiegeln die Kolission von Natur mit unserer Zivilisation und vermitteln eine mahnende Zukunftsvision, als Folge von Klimaentwicklung und der Verschwendung natürlicher Ressourcen. Dabei verbindet Keyes kräftige Farben mit kräftigen Motiven und schafft so eine einzigartige Bild- und Objektsprache zwischen FineArt und PopArt. Exzellent, wie wir finden.

    Josh Keyes

    Josh Keyes

    Josh Keyes

    Josh Keyes

    Josh Keyes

    Josh Keyes

    Josh Keyes

  • Artist of the Month Juni 2009: Justin Maller

    Frank Feldmann
    16. Juni 2009, 08:46 Uhr, 3 Reaktionen

    Grafikdesigner Justin Maller hat in seinem exzellenten Portfolio neue Arbeiten veröffentlicht und wir nutzen die Gelegenheit und supporten ihn als “Artist of the Month” im Juni.

    Maller gehört für mich persönlich zu den besten Verfremdungs- und Collagendesignern, die aktuell unterwegs sind. Er ist Grafikdesigner, Illustrator, Art Director und Mastermind von depthCORE. Viel mehr Worte muss man über den Australier dann auch schon gar nicht mehr verlieren. Seine Arbeiten sprechen für sich:

    Justin Maller

    Justin Maller

    Justin Maller

    Justin Maller

    Justin Maller

    Justin Maller

  • Artist of the Month Mai 2009: Catalina Estrada

    Frank Feldmann
    07. Mai 2009, 22:53 Uhr, 0 Reaktionen

    Alles blüht und glüht im Mai. Was passt da besser, als Catalina Estrada mit ihren farbenfrohen und fantasievollen Illustrationen und Designs zum “Artist of the Month” zu küren.

    Fine Art und Illustrationen der gebürtigen Kolumbianerin, die bereits seit längerem in Barcelona lebt, finden sich nicht nur regelmäßig in Magazinen und Ausstellungen, sondern auch immer wieder auf den verschiedensten Produkten. So veredelten ihre Motive bereits Kleidung von Paul Smith und LEVIS, fanden sich auf Schuhen, auf den Skins von ZUNE und so gar auf einem Smart.

    Nicht nur auf ihrer Portfolioseite könnt ihr euch einen guten Überblick über ihr Schaffen holen, Catalina ist auch auf flickr und auf facebook zu finden.

    Catalina Estrada

    Catalina Estrada

    Catalina Estrada

    Catalina Estrada

    Catalina Estrada

    Catalina Estrada