Die VO-Pixeltown is back

Ich hab’s getan. Seit etwa drei Jahren hatte ich das schon vor. Jetzt habe ich Urlaub. Und mir einige Stunden Zeit genommen und in den tiefen unseres Servers gegraben, bis ich sie gefunden habe – die VO-Pixeltown! Sie ist wieder da. Zumindest die grafische Oberfläche. Die Verlinkungen von damals, die für zirka zwei Jahre ein stabiles Geschäftsmodell waren, sind entfernt.

Die VO-Pixeltown

Für all die, die mich erst in den letzten zehn Jahren kennengelernt haben, sei die Geschichte der Pixeltown kurz erklärt. Diese virtuelle Stadt war eine Art Ableger – oder besser: ein Baby – meines damaligen Hauptprojektes namens „VisualOrgasm“. VisualOrgasm, gegründet 2001, wenn ich mich recht erinnere, gehörte etliche Jahre zu den namhaftesten Portalen für Kreative in Deutschland, mit beachtlichen Traffic-Zahlen. Daraus entstand dann meine Agentur „VOdA“, die es heute nicht mehr gibt. Mit VOdA betrieb ich nicht nur die VO-Pixeltown und VisualOrgasm, sondern setzte zahlreiche Kampagnen für Kunden um. Oft spielte dabei Crowdsourcing und die Zusammenarbeit mit unserer Kreativ-Community eine entscheidene Rolle.

Unter anderem war (und bin) ich großer Fan der sogenannten Pixel-Art, wie man sie oben im Screenshot der Pixeltown sieht. Meine Idee war es seinerzeit, eine Stadt in Pixelart bauen zu lassen und die Parzellen dieser Stadt an andere Webseiten-Betreiber gegen Summe X zu vermieten.

Dafür bekam der Mieter dann nicht nur eine Parzelle in unserer wunderschönen Stadt, sondern auch einen Link auf seine Homepage. Dieses Modell funktionierte. Befreundete Blogs wurden von uns selbstverständlich kostenlos verlinkt.

Mein Server sagt mir, dass die ältesten Ordner der Stadt von 2003 stammen. 2008 habe ich die Weiterentwicklung dann eingestellt. Der Boom war vorbei. Andere Projekte – beispielsweise der Zwergen-Saloon in Berlin-Friedrichshain, mein Spielwarengeschäft – wurden wichtiger und brauchten volle Fokussierung. Und mir fehlte auch (immer) der richtig gute Entwickler, der so verrückt war und mit mir die Selbstständigkeit lebte, sowie IT-seitig was aus meinen Projekten macht. Das ging mir mit der Pixeltown so, das ging mir mit VisualOrgasm so.

Pixeltown war zu 100% Handarbeit. Es gab keine Admin-Oberfläche, keine SEO-Tools oder irgendwas. Kam ein neuer Mieter, baute ich sein Haus in Photoshop in die Grafik ein und legte dann mit HTML den Link auf seine Webseite darüber. Fertig. Überlebt von damals hat eigentlich nur das VisualBlog, das aber auch seit langem einen Dornröschenschlaf schläft.

Das war ein cooles Projekt damals, die VO-Pixeltown. Ein großes Danke an alle, die damals geholfen haben. Hey, Frank! Danke. Das war ne irre Zeit. Danke Stefan für die vielen coolen Pixelgrafiken, die Du für diese Stadt gezaubert hast. Du bist ein Magier für mich!

Vielen Dank auch an die vielen wunderbaren Geschäftspartner, die damals geholfen haben, die Vermietung anzukurbeln. Es gab Zeiten – ich glaube, das war 2005 – da war die Pixeltown auf Startup-Partys in ganz Deutschland heißes Gesprächsthema. Eine Zeit, die ich sehr genossen habe.

Ich hoffe, dem ein oder anderen gefällt dieser kleine Blick in die Internet-Vergangenheit. Vielleicht krame ich die kommenden Monate noch ein paar andere Projekte von damals raus.

Veröffentlicht von

Matias

Matias ist der Gründer des VisualBlog. Entstanden 2006 war das VisualBlog die Erweiterung des seinerzeit führenden deutschen Design-Link-Portals namens VisualOrgasm (welches nicht mehr existiert). Heute arbeitet Matias als "Head of Community Management" bei gutefrage. Zuvor war er jahrelang als Berater und Spezialist für Online-Kommunikation und Online-Communitys unterwegs, u.a. für ProSiebenSAT.1, Galileo und den Bayerischen Rundfunk.