Eindrücke von der STROKE.ARTFAIR 2011 in Berlin

Timo Maier
16. Oktober 2011, 16:49 Uhr, 4 Reaktionen
Kategorie: Streetart

Zwei Etagen des neuen Berliner Postbahnhofs sind mit den Kunstwerken der Ausstellenden auf der STROKE.ARTFAIR geschmückt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Streetart bzw. urbane Kunst wirtschaftlich zu verarbeiten. Die Perspektive scheint mir eindeutig: Vermarktung. Die Künstler präsentieren sich und ihr Schaffen an weißen Trennwänden, einige gestalten ihre Bereiche detailverliebt, kreieren echte Räumlichkeit, gestalterische Mikroatmosphären. Modisch gekleidete Damen und Herren schwirren durch die Halle, in Stöckelschuhen und schwarzen Strumpfhosen schlürft die Damenwelt Cocktails und wirkt hier und da verloren zwischen dem zeitgenössischen Ausdruck von Gesellschaftskritik samt Auflagenangabe und Preisschild, Sponsorenständen und der Bar. Kunstsammler versuchen Wertsteigerungen zu berechnen, ein Bild zeigt ein kleines Mädchen, das sich aus einem Maschinengewehr formt, darunter steht “Wir wissen nichts außer der Lüge” – 680 Euro bitte!

Streetart mutiert hier zu einer Mischung aus Lifestyle Event und Kunstmarkt. Dem trägt auch die Untertiteländerung Rechnung: Kunst für das 21. Jahrhundert. Urbane Kunst war gestern, die Ästhetik wird beibehalten, die Seele trägt nun Preisschilder. Ich schaue mir die Kunst des 21. Jahrhunderts lieber auf der Straße an, dort, wo sie meiner Meinung nach hingehört.

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Über den Autor

Timo Maier
663 Beiträge

Timo Maier arbeitet als Konzepter, Kommunikationsberater und Online-Redakteur, ist Filmfanatiker, Kulturwissenschaftler, freier Schreiber und liebt Live-Musik, Wolken und Details. Hier auf Twitter und Facebook

4 Reaktionen

  1. Kommentar von Leo
    18. Oktober 2011, 11:32 Uhr

    Die Bilder sind ziemlich gut für meinen Geschmack

  2. Kommentar von Timo Maier
    21. Oktober 2011, 12:06 Uhr

    @Bero Kann deine Ansicht gut verstehen und freue mich darüber, dass du meinen sehr subjektiven Kommentar durch deinen bereichert hast.

  3. Kommentar von Diderik
    17. November 2011, 16:31 Uhr

    sehr talentierte Künstler

  4. Kommentar von julian
    17. November 2011, 16:55 Uhr

    CHOKE ART FAIR BERLIN 2011

    Ich weiss das kostet alles geld.Aber eine handvoll Sponsoren……(„Is seinen Namen auf die Scheibe von nem citreon zu kratzen also auch streetart?“)dann…..

    8!!! Euro Eintritt

    fragwürdige Spendenaufrufe auf Facebook (Umfrage:“wärt ihr bereit die stroke finanziell mit euren spenden zu unuterstuetzen und wenn ja wieviel…?“)

    verdummende gewinnspiele auf FB, deren einziger Sinn ist, nicht die Kreativität zu fördern („bringt 5 eurer freunde dazu uns zu liken und nen comment auf ihrem profil….) sondern Aufmerksamkeit und Follower zu generieren

    .Auch wenn viele der Teilnehmer tolle sache machen, haben viele dieser „galerien“ einfach nichts mit strasse zu tun und KENNENLERNEN kann man sie viel besser in ihren gallerien, wo sie weniger bedraengt sind und mehr muse und ruhe haben.

    Warum auch in München? Gibt wohl keine Stadt in Deutschland, die rigoroser gegen Strassenkunst (Graffitti, sticker,…..) vorgeht als diese und sauber und schön gewischt ist?

    was soll der stand in der friedrichstr, der Streetart aus berlin verkauft?

    Die idee dieser messe ist toll, die umsetzung ist katastrophal und heuchlerisch.

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