Wie können uns die Technologien unserer Zeit bei der Bewältigung der Umweltprobleme unterstützen, vor denen wir alle stehen. Unter dieser Fragestellung haben Sony, unterstützt vom WWF, ein spannendes Crowdsourcing-Projekt ins Leben gerufen: Open Planet Ideas.
- Wer mit dem Gebiet von Crowdsourcing noch nichts anfangen, kann, für den habe ich hier einmal versucht knapp und verständlich zu erklären, worum es dabei geht und was beachtet werden sollte: Crowdsourcing – Mehrwerte, Chancen, Definition. -
Dabei geht es nicht, wie ich anfangs dachte, um neue Produkte für Sony. Nein. Die Idee von Open Planet Ideas ist gar nicht unclever. Die Idee ist es Ideen entwickeln, um durch den neuen Einsatz von bereits existierenden Sony Technologien die knapper werdenden Ressourcen der Erde besser zu nutzen. Spannend, oder?
Phase 1 liegt bereits hinter uns. Darin ging es ersteinmal um die lose Sammlung von Ideen. Insgesamt gingen 335 Inspirations-Skizzen ein, aus denen dann eine Experten-Jury sechs Themengebiete für die aktuell laufende Phase 2 heraus gearbeitet hat:
- Mehr mit weniger: Wie können uns Technologien dabei helfen, unsere Ressourcen effizienter einzusetzen?
- Konzepte anwenden: Wie können Technologien die Lücke zwischen unserem Verhalten und dessen Auswirkungen schließen?
- Kein Abfall mehr: Wie kann mithilfe von Technologien aus Abfall etwas Nützliches gemacht werden?
- Umweltfreundlicher durch sauberes Design: Wie können uns Technologien dabei helfen, Produkte, Services und Infrastrukturen zu entwerfen, die weniger Ressourcen verbrauchen?
- Intelligenter Recyceln: Wie können wir mithilfe von Technologien mehr Abfälle recyceln?
- Verhaltensmuster aufbrechen: Wie können uns Technologien dabei helfen, den umweltschonenden Weg auch attraktiv zu machen?
Die Aktion ist nicht allein auf Deutschland ausgerichtet, sondern richtet sich an Studenten und andere kreative Menschen mit guten Ideen in ganz Europa. Aber ein Großteil der Teilnehmer kommt aus Deutschland, wie mir ein Verantwortlicher der betreuenden Agentur am Telefon verriet.
Ich weiß – einige Kreative werden sich jetzt wieder darüber aufregen, dass sich ein Weltkonzern wie Sony für lau spannende Ideen sichern möchte. Auch ich fand die fast komplett fehlende Incentivierungsstrategie arg befremdlich und habe das in besagtem Telefonat auch angesprochen. Und was ich von einer schlechten Incentivierung der Teilnehmer bei Crowdsourcing-Kampagnen halte, habe ich mehr als einmal klar und deutlich formuliert. Zum Beispiel im Artikel “Crowdsourcing und die Kontroverse um spekulative Arbeit (spec work) am Beispiel der aktuellen Peperami-Video-Ad-Kampagne von Unilever” genauso wie im Artikel “12 Dinge, die man beim Crowdsourcing unbedingt beachten sollte“. Fairness und eine spannende Incentivierungsstrategie sind aus meiner Sicht unerlässlich, damit Crowdsourcing nicht als Ausbeutungsinstrument missbraucht wird.
Nach dem Telefonat und nachdem ich mich in Ruhe auf Open Planet Ideas umgeschaut habe, kann ich diese Aktion guten Gewissens weiter empfehlen. Und tue dies hiermit auch gern. Es geht um einen guten Zweck. Der WWF ist mit im Boot. Und: zum Ende des Projekts ist es geplant, einen der Vorschläge gemeinsam mit Experten von Sony und des WWF umzusetzen! Das ist doch tatsächlich ein netter Anreiz. Eine Kooperation mit Sony und dem WWF.
Noch cooler hätte ich es gefunden, wenn man für die Machbarkeitsstudie auch einen Budgetrahmen genannt und den Teilnehmern einer Finalrunde eine kleine Aufwandsentschädigung verbunden mit einem Live-Event in Berlin angeboten hätte. Ähnlich, wie es zum Beispiel Doritos wieder macht. Das nur als kleine Empfehlung für eine verbesserte Incentivierungsstrategie. Die man gern auch noch weiter ausbauen könnte. (Is ja schließlich mein Job, sowas.)
Aber auch so ist Open Planet Ideas sicherlich für viele Studentinnen und Studenten ein spannendes Projekt. Denn die Themen sind vielfältig und beschäftigen viele von uns immer wieder. Einer dieser Konzept-Vorschläge, die mir ausgesprochen gut gefallen, ist der “PLANET AGENT“. Darin schreibt Mohsen Saleh:
It happens to many of us to pass by an unpleasant scene of destroying our planet, but not every one has the motivation, knowledge and resources to bring a civil action against this cases, but as a planet Agent we can report these kind of information by taking a photo or recording a video and uploading it to a website dedicated to environmental activist to gather information from all over the world and process this information in relevant groups combined of environmental activists,scientist, lawyers and green politicians to investigate about the case, try to solve the problem by collaborating, and consequently if there is no other way rather than the court of law, to institute legal proceeding against the case as the final solution.
This participation in the first phase would be carried by local contributers which are members of green Agent community. however this issues might escalate to a countrywide or worldwide concern as always there are local industries that resist against green laws & can’t bear environmental activists.
Ich wär dabei, als “agent”. Bin ja sowieso immer häufiger unterwegs mit Kamera, iPhone und Netbook.
Dies nur eines von vielen guten Beispielen. Noch ist Zeit mit zu machen! Bis zum 29. November 2010 können alle Teilnehmer ihre Konzeptvorschläge zum Projekt “Open Planet Ideas” hochladen. Ein spannendes Crowdsourcing-Projekt mit einer erstklassigen Idee dahinter. Mir gefällts. Und ich werde es weiter verfolgen.
Hier noch das Video dazu. Viel Spaß für alle, die mitmachen wollen! Legt los.








2 Reaktionen
16. November 2010, 10:42 Uhr
[...] Könnten Sie sich vorstellen, bei anderen Crowdsourcing-Kampagnen, die andere, für Sie als fair empfundene Rahmenbedingungen bieten, wieder teilzunehmen? Oder ist das Thema komplett durch für sie? Ich denke da zum Beispiel an Doritos oder auch Open Ideas Planet. [...]
21. Dezember 2010, 10:46 Uhr
[...] Uhr, 0 Reaktionen Kategorie: Open Innovation Bereits neulich hatte ich von Open Planet Ideas berichtet, einem spannenden Crowdsourcing-Projekt aus dem Hause Sony, berichtet. Nun geht OPI in die [...]