Graffiti-Kultur an der Saar

Das ist den saarländischen, französischen und allen anderen freien Kunstschaffenden gewidmet, die an dem Folgenden beteiligt waren – ein großartiges Stück Gemeinschaftsarbeit!

Saarbrücken, Hauptstadt des Saarlandes, ist tatsächlich eine der deutschen Städte, die als Kulturzentrum gelten darf. Neben dem Deutsch-Fanzösischen Theaterfestival Perspective und dem Filmfestival Max Ophüls Preis (uva. Festivals) besticht dieses, für einen in Berlin wohnenden Menschen, eher kleines Städtchen vor allem durch eine der ästhetisch schlimmsten Stadtplanungsverbrechen, die jemals in deutschen Landen begangen wurden: Die Bundesautobahn 620, die entlang der beschaulichen Saar und damit mitten durch die Stadt führt. So wundert es den Besucher doch sehr, wenn er entlang des Ufers zur anderen Seite des Flusses nichts als das Betongrau der Autobahn sieht mit ihrem jede Idylle gekonnt unterdrückenden, stetigen Lärmpegel; ein mechanischer Fluss neben dem Organischen, Sinnbild der Modernisierung. Doch mit eben jener Monstrosität tut sich auch ein Kunstraum auf, eine hohe Wand, die die Autobahn nach oben versetzt vom Spazierweg trennt und somit eine üppige Bühne für eine weitere kulturelle Sehenswürdigkeit liefert, die so jedoch nicht in den gängigen Stadtführern vermerkt ist – eine lange Mauer voll feinster Graffiti-Artworks.

Die Wand als Gesamtkunstwerk begriffen, hat sich während der zwei Jahre, die ich nun regelmäßig in dieses Städtchen fahre, mindestens einmal komplett nivelliert. Ich würde sehr gerne mal eine montierte Gesamtphotographie davon anfertigen, doch fehlt mir bislang die nötige Ausrüstung, um Bilder von der anderen Seite aus, der Grünen, schießen zu können. Bis dahin müsst ihr Vorlieb mit den hier ausgestellten Bildern nehmen. Ich zumindest behaupte, wenn es so etwas wie ein Graffitikulturerbe gebe, würde jene Wand dazugehören.

Alle Bilder gibt es wie immer auf meinem Flickr zu sehen.

Ein Gruß ans Saarland, mit all seinen Obskuritäten und freundlichen, wenn auch wunderlichen Menschen!

2 Gedanken zu “Graffiti-Kultur an der Saar

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