M.I.A Born Free – Popkultur und Kontroverse

Timo Maier
06. Mai 2010, 00:56 Uhr, 11 Reaktionen
Kategorie: Film, Kultur

Vor kurzem wurde das neue Musikvideo der englische Sängerin M.I.A zu ihrem Song Born Free, realisiert von Romain Gavras, veröffentlicht. Laut Mashables verschwand der Clip dann auch postwendend zuerst von der englischen wie amerikanischen YouTube Seite, nun wohl auch komplett. Ohne den klassischen Verschwörungstheorien nachhängen zu wollen, ist es doch ein Datum, wenn ein kontroverser, überaus systemkritischer Clip, der als hervorragender Kurzfilm angesehen werden kann, gerade innerhalb der sog. „Demokratie“ zensiert wird, zuerst auf Geheiß zweier Systeme, deren Polizeigewalt bzw. Überwachungsmechanismen schon jetzt traurige Berühmtheit erlangt haben. Fadenscheinige Begründungen für die Zensur sind natürlich die Gewalt- und Pornoszenen, wobei ich letztere bei bestem Willen nicht ausmachen kann.

Das Video selbst kann als Analogie gelten auf eben jene staatliche Gewalt gegenüber Minderheiten, die bis zu Internierung und Genozid führen kann. Schockierendes Element ist bestimmt nicht die Gewaltdarstellung oder das dem Worte nach pornographische Moment. Erstere mag zwar dezidiert sein, ist aber auch nicht wilder als in nahezu jedem zeitgenössischen Actiongelage, in dem Gewalt die allabendliche Unterhaltungsredundanz darbietet. Und etwas pornographisch zu nennen, nur weil man eine Zehntelsekunde lang einen erigierten Penis zu sehen bekommt… Überdies hätte man das Video ja einfach ab 18 freigeben können, aber dies nur am Rande bemerkt. Auch die Idee ist nicht neu. Filme wie Punishment Park (Peter Watkins, 1971) oder der bekanntere Children of Men (Alfonso Cuarón, 2006) handeln vom gleichen Thema: Eine westlich faschistische Gesellschaft macht Jagd auf Minderheiten, in erst genanntem Film als eine solche mittels Ideologie definiert, im Zweiten durch Herkunft. Das eigentlich Abweichende und dadurch Schockierende an Gavras Kurzfilm ist eben die Definition der Minderheit selbst: Rothaarige mit weißer Hautfarbe. In dem Video wird gezielt und lustvoll Jagd auf eine Gruppe gemacht, die genau wie ihre Jäger, im gleichen räumlich gesellschaftlichen Kontext zu verorten ist – es sind Angehörige der westlich, konsumorientierten, kapitalistischen Gesellschaft. Schuldig geworden allein durch ihre Haarfarbe und vielleicht der sommersprossigen Haut – plakativ und oberflächlich, der kleinste gemeinsame Nenner. So schafft es der Kurzfilm Distanz aufzuheben. Nicht mehr das zum Etikett stilisierte Fremde wird hier verfolgt; es sind eben jene, die wir auch kennen, die uns nicht exotisch und via Pressemanipulation als zugehörig zum Kreis der per se Verdächtigen auf Grund ihrer ethnischen Herkunft erscheinen. Diese minimale Verkehrung vom Fremden ins Gewohnte verleiht dem Werk seine eigentliche Wirkung als politische Provokation. Die eigenen Sicherheitsorgane werden als fundamental faschistisch dargestellt – gestern noch hat es die Fremden getroffen, heute trifft es die Nachbarn mit den roten Haaren und morgen, ja morgen geht die Jagd vielleicht auf die Brillenträger los. Die Herrschaft staatlicher Willkür.

Es ist schon verwunderlich, dass ein popkultureller Videoclip solche Kontroversen auslösen kann. An diesem Punkt müssen wir uns vielleicht einmal eingestehen, dass der Weg, den unsere Gesellschaften eingeschlagen haben mitunter nicht so unterschiedlich ist zu jenen, die wir mit der allgemeingültigen Feindbildpropaganda unserer hiesigen Medienkonglomerate als das Böse zu beschwören suchen. Oder wie es Sebastian Haffner in “Zwischen den Kriegen” treffend formulierte:

Der Kapitalismus kann liberal sein, solange er mit Vernunftgründen zu rechtfertigen ist, und muß faschistisch werden, wenn das nicht mehr der Fall ist. Solange es gute Gründe für ihn gibt, braucht er nicht mit Prügeln zu regieren; wenn es keine Argumente mehr gibt, müssen Prügel her.

Unlängst hat Thomas Pfeiffer in einem anderen Kontext die kubanische Bloggerin und Menschenrechtlerin Yoani Sánchez zitiert:

Meinungsfreiheit herrscht in einem Land dann, wenn man sich an die Straßenecke stellen und rufen kann: “Hier herrscht keine Meinungsfreiheit!”

YouTube ist wohl keine geeignete Ecke für Unmutsbekundungen ob des herrschenden Systems.


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Timo Maier
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Timo Maier arbeitet als Konzepter, Kommunikationsberater und Online-Redakteur, ist Filmfanatiker, Kulturwissenschaftler, freier Schreiber und liebt Live-Musik, Wolken und Details. Hier auf Twitter und Facebook

11 Reaktionen

  1. Kommentar von Donald
    07. Mai 2010, 09:43 Uhr

    Hm…
    hab mir gestern echt noch den Kopf zerbrochen über Youtube und das Video.
    Eigentlich kann ich die Reaktion gegen Youtube nicht so wirklich verstehen. Das Video enthält schon n paar krasse Szenen (das mit dem exekutierten Kind und die “gut gemachte” Aufnahme, wie ein Mensch explodiert (sehr detailgetreu)… ein Kind, das zufällig über das Video stolpert wird danach schon etwas verstört sein – die allabendliche Gewalt im TV sollte es ja (bei fürsorglichen Eltern) nicht mitbekommen, aber im Internet ist eben alles zu jeder Tageszeit abrufbar.

    Es ist nicht Aufgabe Youtubes, zu prüfen, ob es in die 18er Abteilung gehört (irgendwie natürlich schon ;)), das muss der User einstellen. Youtube “verschiebt” nicht, Youtube löscht…

    Auch wegen Pornografie: Irgendwo gibt es die Regelung, dass ein erigierter Penis bzw. eine Frau mit gespreizten Beinen, Pornografie ist, auch wenn man den Penis nur für n paar Sekunden sieht. Die Sache macht’s halt leichter, abzugrenzen, was Porno ist und was nicht…

    Das Video ist echt super!!! Die Message sollte man auch immer im Hinterkopf haben, denn wenn man wegsieht, dann triffts irgendwann einen selbst – Da fällt mir wieder dieses Gedicht ein:

    Als sie die ersten Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
    denn ich war kein Kommunist.
    Als sie die ersten Juden holten, habe ich geschwiegen;
    denn ich war kein Jude.
    Als sie die ersten Katholiken holten, habe ich geschwiegen;
    denn ich war kein Katholik.
    Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme hätte erheben können.

    Martin Niemöller
    deutscher evangelischer Theologe (1892 – 1984)

    Und trotzdem freut es mich, dass so viele Menschen gleich ihre Stimme gegen Internet-Zensur erhoben haben, aber eine Hausordnung gibt’s trotzdem überall…

    Meine Meinung ;)

  2. Kommentar von Timo Maier
    08. Mai 2010, 12:56 Uhr

    Lieber Donald,
    vielen Dank für deinen differenzierten, nachdenklichen Kommentar und das treffende Gedicht, das ich noch nicht kannte! Sowas hat für mich großen Wert und treibt mich an, auch weiterhin solche Themen auf dem Blog zu besprechen. Das Thema Jugendschutz zieht sicherlich eine weitaus komplexere Diskussion nach sich. Ich hänge da einer eher radikalen Forderung nach Schulung der Medienkompetenz schon im frühen Alter an. Es ist zum Beispiel sehr wichitg ein Verständnis zu schaffen für die einfache Tatsache, das Bilder von Menschen keine Menschen sind, genau so wenig wie Bilder vom Krieg Krieg sind. Auch Gewaltdarstellungen sind für mich sehr differenzierungswürdig, da die explizite Darstellung oft weitaus weniger schädlich ist, als angenommen; denn Bilder von Gewalt sind innerhalb der Rezeption maßgeblich von ihrem Kontext abhängig. Und eine Exekution per Kopfschuss gehört mittlerweile zum festen Motivbestand eines jden Actionfilms. Ich halte die Darstellung gewaltsam zerstörter Leiber oft für weniger schädlich als den ideologische Weltentwurf, in dem die Szenen spielen. Auch ist es natürlcih eine kulturelle Frage: In Amerika dürfen (je nach Bundesstaat) schon Vorpubertierende am Schießstand mit ihren Erziehungberechtigten an Maschinengewehren üben und Exekutionsszenen im Spielfilm sind unter 16 Jahren freigegeben. Ein primäres Geschlechtsteil im Bild ist natürlich weitaus verwerflicher als der im Bild ausgestellte Mord. In Deutschland ist es genau umgekehrt, wobei auch hierzulande die Altersbeschränkung für mediale Gewaltinhalte zunehmend sinkt. Worin ich übrigens kein Problem sehe, da ich es bzgl. Gewaltdarstellungen mit Dieter Kuhlbrodt halte, der im Rahmen einer FSK-Debatte sagte, es solle ein warnendes Etikett für ältere Menschen geben, da diese viel schlechter mit den Bildern umgehen können als Jugendliche. Das Wichtigste ist mir jedoch immer der Diskurs, sich eben Zeit zu nehmen und mal darüber nachzudenken, was wir hier eigentlich sehen und sich darüber, wie du schon sagtest, den Kopf zu zerbrechen.
    Liebe Grüße
    Timo

  3. Kommentar von Donald
    08. Mai 2010, 21:19 Uhr

    Hmm…

    hauptsächlich stimme ich dir zu.

    Ich bin auch ein großer Fan von Horror und Splatter, spiele auch solche Spiele und finde nichts verwerflich daran, Gewalt darzustellen. Aber unsere Gesellschaft ist schon sehr abgestumpft (Ich denke gerade an Tanz der Teufel – der immer noch indiziert ist – im Vergleich zu jedem X-beliebigen Horrorfilm, der heute ins Kino kommt…). In dem Kontext der Abstumpfung sehe ich auch die Entwicklung der heutigen Jugend recht skeptisch. Die heutige Jugend wird immer aggressiver (ich gebe die Schuld nicht den Filmen und Spielen). Ich vermute es liegt an der Masse und Informationsflut und deshalb finde ich es gut, dass es noch “Richtlinien” z.B bei Youtube gibt.
    Ich finde es auch wie du schrecklich, wie die amerikanischen Kinder an Waffen herangeführt werden. Auch das Gewalt weniger schlimm ist als Sex…
    Deine Idee für Schulung hört sich sehr gut an. So ähnlich haben es meine Eltern getan. Mir wurde damals schon erklärt, das es einem weh tut, wenn man ihn verletzt, auch dass die Leute im Fernsehen nicht WIRKLICH sterben, sondern dass es gespielt ist und deshalb im TV, OK. Hm… Ach da fallen mir dann auch noch andere gesellschaftliche Themen ein wie z.B. die Retusche der Magermodels, dort sollte dann auch aufgeklärt werden, denn diese Bilder schaden sehr vielen Mädchen und Frauen (vermutlich sind solche Bilder sogar noch etwas schlimmer als Gewaltdarstellungen, da die meisten NICHT wissen, dass diese Frauen nicht wirklich so aussehen, sondern ihr Körper komplett am PC ausgetauscht und überarbeitet wurde)…
    Naja, wie gesagt, ich sehe an der Zensur von Youtube eher die “geduldete Zensur” um Kinder zu schützen. Ob das in dem Film wirklich Pornografie ist, ist fragwürdig, aber eher so zensieren, als immer mehr Ausnahmen machen. Die Gewaltdarstellungen finde ich eindeutig und gehören nicht in eine “Datenbank” auf die jeder zugreifen kann. Dennoch sollte man eine Regelung finden, solche Themen nicht gleich zu verbannen (statt löschen in die 18er-Abteilung z.B.).
    Gleich wieder muss ich dann aber auch an die Zensur rechtsradikaler Themen denken. Sollte so etwas gelöscht werden oder sollte es in eine (ich nenn es jetzt mal wieder 18er-Abteilung)? Selbiges gälte dann aber auch für linksradikalen Inhalt, der meistens nicht als “verwerflich” angesehen wird (Gleichberechtigung nennt man das *g*)

    Ich glaube es sollte wohl eher auf seeeeeeeeeeehr viel Aufklärung rauslaufen und eine leichte Kontrolle statt auf Zensur…
    Was wohl schon alle wissen ist, dass unsere Gesetze und Bildung endlich mal an das Internet und die “neue Gesellschaft” angepasst werden muss. Die Welt war damals ohne Informationflut sicher noch einfacher zu Regeln ;)

  4. Kommentar von Timo Maier
    09. Mai 2010, 14:07 Uhr

    Das ist spannend, dass du gerade die Models auf den Plakaten erwähnst. Ich halte zum Beispiel den von Werbung allerorts besetzten Raum für eine Form ideologischer Gewalt – eines meiner zukünftigen Projekte soll darin bestehen, alle Werbeflächen zu photographieren und zu zählen, die mir auf dem täglichen Weg zur Arbeit begegnen. Zunächst als Bestandsaufnahme. Dann möchte ich kurz versuchen zu beschreiben, was die Bilder für eine Vorstellung von Menschsein vermitteln. Ich halte die Darstellung ebenfalls für völlig verfehlt, da wir, wie du schon sagtest, hier keinen Menschen begegnen und diesmal im doppelten Sinne: a) sind es Abbilder und b) sind es geshopte Vorstellungen von Werbeidealen, deren vorrangiges Ziel es ist uns unglücklich zu machen. Doch unser Glück ist in greifbarer Nähe; denn wenn wir das Makeup, den Darmkulturenjoghurt, den Riesenfernseher, den Sportwagen, die Sneakers, Klamotten der Marke x und y käuflich erwerben, können wir unser Selbst stilisieren und uns zugehörig fühlen. Das ist ein zweiter Aspekt ideologischer Gewalt, Zugehörigkeit und Identifikation über gebrandetes Material. Nochmal zur der Ausstellung der Nicht-Menschen auf den bunten Werbebildern. Durch die permanente Überfrachtung werden gezielt unnatürliche Vorstellungeswelten in unseren Gedanken implementiert. Extrem formuliert kann dies einen enormen Schaden verursachen, so dass wir (und besonders junge Menschen) ein gestörtes Verhältnis zu unseren Körpern entwickeln. Die saubere, kontrollierte Hochglanzabart verführt uns in letzter Konsequenz zur Negation von Mängeln: Wie kann ich meine speckigen Hüften, die Muttermale an meinem Körper, meine viel zu große Nase, meine etwas schiefen und nicht glänzend weißen Zähne an mir und den anderen Menschen denn lieben, wenn mir alles um mich rum vermittelt, dass dies Fehler sind, die es im stilisierten Schönheitsideal nicht geben darf. Ich gehe soweit dies als Vergewaltigung zu bezeichnen, ein extrem gewalttätiger Akt verstanden als Angriff auf unser Menschsein, was per se als schön gelten muss, um seine Würde zu bewahren. Man muss nicht soweit gehen, wie ich dies formuliere. Fakt ist jedoch, und das stelle ich immer wieder in Gesprächen fest, dass die Infragestellung der öffentliche Bildsprache hinsichtlich ihrer Ideologie im Alltag nicht gegeben ist. Und hier besteht für mich ein konkreter Ansatzpunkt, der wieder in den Bereich Medienerziehung geht. Ich möchte dir unbedingt noch ein Video empfehlen, falls du es noch nicht kennst: http://www.visualblog.de/2010/03/5237/ und einen Grundlagentext von Enzensberger: Die Bewusstseinsindustrie.
    Was deine letzte Ansicht angeht, bin ich völlig bei dir: leichte Kontrolle (sehr leichte) statt Zensur, verbunden mit Verantwotung und einhergehender Entscheidungskompetenz. Gesetze und Bildung müssen definitiv auf das Internet angepasst werden, momentan sind erstere ein unhaltbarer Zustand und letztere enorm wichtig, um eben Kompetenz auszubilden.
    Schönen Sonntag!

  5. Kommentar von Donald
    10. Mai 2010, 10:19 Uhr

    Das Projekt klingt spannend, da mich die Überflutung von Werbung (und ihrem falschen Inhalt) auch sehr interessiert. Speziel Zigarettenmarken fallen mir im Moment sehr negativ auf ;)
    Die Schachteln werden immer bunter und die Reklamebilder immer “stylischer”… Der freiheitsliebende Cowboy hat ausgedient, jetzt sind die Jungen (nein jugendlichen) dynamischen Frauen und Männer gefragt, die was auf sich halten – Mode, Geld, Karriere, Sex und Prestige (Allgemein hast du es eh schon erklärt was ich meine). Manche dieser Werbungen gefallen mir sehr gut (cool gemacht – es trifft meinen Geschmack – Es wirkt “gewissermaßen”)
    Ich finde “Vergewaltigung” trifft es ganz genau. Auf den Bildern sind eine “alienartige” Spezies von Mensch drauf – So sollen wir aussehen! Wir werden dieses Ziel aber niemals im Leben erreichen können aber dennoch müssen wir es versuchen damit wir glücklich werden. Theoretisch könnten wir Hunde als neues Schönheitsideal benutzen (Look like a Dog – sonst bist du nix). Sorry für das schräge Beispiel, es ist Montag morgen *g*. Trotzdem stell ich mir die schönheitsoperierten Frauen in diesem Beispiel grad ganz lustig vor xD
    Aber nach meiner Meinung finde ich wirklich die Werbung gefährlicher als Gewaltspiele/-filme. Ok ich kann es nicht abstreiten wenn jemand sagt, dass man sich aus eben Genannten Ideen holen könnte und gewalttätig wird. Aber irgendwo kommt doch diese Frustration (oder Ohnmacht) eines solchen Menschen her?! Hat er keine Freundin? Keine Freunde? Dann fehlen ihm wohl etwa die richtigen Schuhe… Gerade junge Menschen werden sehr schnell aus der (gleichaltrigen) Gesellschaft ausgeschlossen wenn er nicht so ist wie er laut Medien sein sollte. Es wäre wohl sinnvoller Marken und ihrer Werbung einen FSK 18 Stempel zu geben ;) *g*
    Naja an diesem Punkt wäre man wohl schon wieder bei dem Thema Aufklärung und Verantwortung im Bezug auf die “neue Gesellschaft”
    Aktuell würde man nirgends diese Aufklärung unter kriegen. Ich war schockiert als ich vor ein paar Wochen hörte, dass man in Schulen bald Geschichte abwählen kann (irgendwann ab der 8. oder 10. Klasse oder so…). Somit käme man nicht einmal mehr zur jungen Geschichte, sondern man bleibt irgendwo in der Weimarer Republik stehen (Was war noch gleich ein Holocaust???). Wenn das nicht Verantwortungslos von Politik und Erziehung ist?! Was kommt stattdessen? Zwei Stunden mehr Mathematik in den Schülerwochenplan??? Was gescheites wird es nicht sein, dass Geschichte ersetzt…
    Also in der Schule wird man dann wohl nicht beginnen mit der Medienaufklärung (kein Platz) und danach ist es meist schon zu Spät z.B. bei den 16 jährigen bulemischen Mädchen oder bei den Jungs die nicht dem Trend folgen wollen/können und dann z.B. das Opfer von “Happy Slapping” werden. Wenn diese Kids dann als junge Erwachsene die Schule verlassen, haben sie nen Knacks fürs Leben.
    Darum denke ich dass unsere leistungsorientierte Gesellschaft nicht mehr lange funktioniert da man die Emotionen killt und einem vermittelt wird, dass er diese verlorenen Emotionen bei “Produkt A” oder “Produkt B” wieder bekommt. Hat man sich dann “Produkt A” oder “Produkt B” gekauft ist man trotzdem nicht wirklich glücklich – Es entsteht Frust. Diesen kompensiert man wieder mit einem neuen Produkt… Soll das so weiter gehen? Was geschieht mit solch einem Menschen? Wie lange macht er das mit? Und was machen Hartz-IV Empfänger? Die können nicht mal so tun als ob sie sich ihr Glück erkaufen…
    Oh man, ich vermute, ich bin grad seeeeehr weit vom Thema abgekommen. Montags sollt ich wohl keine Kommentare verfassen… *g*

  6. Kommentar von Donald
    10. Mai 2010, 10:20 Uhr

    Ach ja: Das Video kenn ich und ich fand’s interessant und informativ ;)

  7. Kommentar von Kat
    12. Mai 2010, 20:43 Uhr

    hm, krasses Video. ich kannte es nicht und bin nur zufällig auf diesen Blog gestossen. Meine erste Reaktion war, das find ich zu gewaltätig. Jedoch muss ich mir eingestehen das es einfach mal in gewissen Punkten die Wahrheit trifft. gerade den Punkt aus dem Artikel :”gestern noch hat es die Fremden getroffen, heute trifft es die Nachbarn mit den roten Haaren und morgen, ja morgen geht die Jagd vielleicht auf die Brillenträger los. Die Herrschaft staatlicher Willkür.” find ich gut. da es normalerweise immer Minderheiten trifft. Hier im Video aber die Minderheit plötzlich wie schon gesagt einfach nur rothaarig etc. ist. Und solange man nicht betroffen ist agiert man auch nicht. deswegen fand ich das video eigentlich krass, weil es so schön darstellt das die Menschen einfach nen Scheissdreck geben solange es ihnen selbst gut geht. . keine Ahnung . viellicht einfach nur Planlos dieses Kommentar, aber mich hat das Video zum Nachdenken angeregt.

  8. Kommentar von Timo Maier
    13. Mai 2010, 12:50 Uhr

    @Donald: Werbung mit FSK-Stempel versehen, das ist eine super Idee! Und du solltest Montags auf jeden Fall Kommentare verfassen. Wie mein alter Prof. immer zu sagen pflegte: “Herr Maier, versuchen sie sich nicht in der Abstraktion zu verlieren und führen sie die Enden irgendwie wieder zusammen”. Ich habe mich dann für die losen Enden entschieden, so wurde ich Blogger anstatt Promovent.

    @Kat Klasse, dein Kommentar ist alles Andere als planlos! Wenn das Video zum Nachdenken anregt ist es aus meiner Sicht schon gelungen.

  9. Kommentar von speedos
    15. Mai 2010, 16:03 Uhr

    Hallo,

    ich habe das Video ungeschnitten gesehen – ja es gibt einige heftige Szenen. Aber einen errigierten Penis habe ich nicht gesehen. Was ich trotzdem nicht einsehen kann, ist dass man sagt, dass es Kinder sehen können. Punk 1: Für ein Internetanschluss daheim sind die Eltern verantwortlich und müssen schauen, was ihre Kinder treiben.
    Punkt 2:Eltern müssen mit Ihren Kindern reden – auch über die Nutzung der Medien außerhalb von zuhause. Punkt 3: Das Fernsehen ist voll mit Gewalt, Sex und Pornographie – dem sind die Kinder ständig ausgesetzt, wenn die Eltern nichts unternehmen. Punkt 4: Was passiert, wenn Kinder es sehen und anfangen zu Fragen, warum ausgerechnet Rothaarige verfolgt werden? Ich glaube Kinder können sehr viel mehr verarbeiten, als die meisten annehmen.

    Ich habe nichts dagegen, wenn es keine Splatterszenen auf Youtube gibt. Aber bei dem Video wäre ich eher dafür, es als anstößig zu markieren und es nicht auf der ersten Seite zu zeigen. Löschen bringt nichts, es ist sogar schädlich. Viele Politiker haben das Webzeitalter immer noch nicht verstanden. Je mehr man soetwas unterdrückt, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt es. So haben es wahrscheinlich deutlich mehr Kinder gesehen, als ohne die Löschmaßnahme.

  10. Kommentar von Timo Maier
    16. Mai 2010, 14:11 Uhr

    @speedos Ich kann deiner Ansicht viel abgewinnen, geht das Gesagte doch genau in den Bereich Verantwortung und frühzeitige Medienerziehung. Besonders bei Punkt 4 kann ich nur zustimmen. Das erigierte Glied konnte man bei 01:56 sehen, wenn der dicke Mann von den Einsatzkräften hochgezerrt wird. Ich habe gerade nochmal reingeschaut und dieses Detail ist tatsächlich nicht mehr zu sehen; scheint rausmontiert worden zu sein. Als ich das Video am Veröffentlichungstag schaute, war es noch klar zu sehen. Auch interessant…

  11. Kommentar von Arne
    14. Juni 2010, 13:08 Uhr

    Ich glaube, das Video regt nicht wirklich zum Nachdenken an. Zumindest nicht bei den meisten Konsumenten. Von daher vermute ich hinter der Veröffentlichung eher eine Marketing-Strategie, als dass die Menschen gegen den Faschismus aufgebracht werden sollen. Leider.

    http://rockt.tv/spotlight/die-asthetik-der-gewalt/

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