Das WePad war ein PR-Gag – Ein großartiger Aprilscherz

Matias Roskos
01. April 2010, 09:20 Uhr, 9 Reaktionen
Kategorie: Allgemein

Ja, nun ist es raus. Ein guter Freund von mir arbeitet bei der Neofonie, der Firma hinter dem vermeintlichen iPad-Konkurrenten aus Deutschland. “Was für ein Gaudi!” kann ich nur sagen zum Thema WePad. Herrlich. Mein Kumpel bestätigte mir, was ich schon seit längerem vermutet hatte: das WePad ist ein PR-Gag. Ich habe selten einen besser inszenierten und länger vorbereiteten Aprilscherz gesehen. Mein ehrliches Kompliment.

Es ist gelungen zahlreiche Print- und Online-Medien mit ins Boot zu holen, die gierig auf diesen PR-Gag hereingefallen und die Nachricht vom Underdog aus Berlin, der den großen Tech-Riesen Apple attackiert, aufgegriffen haben. David gegen Goliath – das funktioniert immer wieder. Vor wenigen Tagen war bei Heise zum Beispiel zu lesen:

In Deutschland steht Apple möglicherweise ein Konkurrenzkampf um die Gunst der Medien bevor. So hat die Berliner Technologiefirma Neofonie nach eigenen Angaben mit einem Gerät Namens “WePad” eine Alternative zum iPad entwickelt. Gezielt spricht das Unternehmen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage an, damit sie ihre Inhalte über das Gerät verbreiten. Erste Gespräche und Kontakte gibt es nach dpa- Informationen bereits mit Europas größtem Medienhaus Axel Springer sowie anderen Verlagshäusern.

Die Selbstbeschreibung auf der WePad-Seite klingt so wunderbar, dass die gesamte deutsche Netzgemeinde laut “Halleluja” schrie.

Das WePad ist ein Tablet Computer der neuesten Generation. Dem Nutzer bietet es schnellen Zugang zum Internet, eine komplette Welt von sofort nutzbaren Applikationen und einfachen Zugriff auf Bücher, Fotos sowie auf Magazine und Tageszeitungen verschiedener Verlage, die mit dem WeMagazine ePublishing Eco System realisiert wurden.

WePads finales Produktdesign

Auch der Stern berichtete unter der Schlagzeile “Ein Teutonen-iPad soll Apple ärgern” ausführlich über Hardware aus Berlin, die angeblich von einem eigentlich in der Software beheimateten Unternehmen geliefert werden soll. An der Stelle hätte man doch eigentlich stutzig werden müssen. Oder?! Aber nein, man schreibt im Stern:

Mitten hinein in die angespannte Erwartung verspricht plötzlich das Berliner Unternehmen Neofonie ein deutsches iPad. “WePad” soll der Tablet-PC aus der Hauptstadt heißen. Ein Zwerg aus Deutschland gegen einen Riesen aus Amerika. Die Branche horcht auf – besonders, weil dem WePad jene Einschränkungen fehlen sollen, die die Zusammenarbeit mit den Amerikanern so schwierig machen.

Was ich mich frage: Wer war eingeweiht in den Scherz? Hat der ein oder andere Journalist mitgespielt, um Apple mal eins auszuwischen? Sind wir alle schon so angenervt von Apple’s jährlichem PR-Brimboruim rund um die neuesten Apple-Produkte, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich das Interesse umkehrt? Focus berichtete. Das Manager-Magazin schrieb ausführlich. MacNews war mit im Boot. Genauso Computerbild und ChipOnline. Und natürlich schrieb auch der Spiegel ausführlich über das WePad.

Ich fand es einen köstlichen Spaß und hatte schon frühzeitig meiner Vermutung auf Twitter und Facebook freien Lauf gelassen. Nun kam die Bestätigung. Das WePad ist nur ein PR-Gag (an der Stelle schöne Größe an Mirko Lange) um auf das aktuelle Hauptprodukt der Firma Neofonie aufmerksam zu machen: WeFind. WeFind ist das eigentlich viel innovativere Produkt. Nur: niemand interessiert sich so richtig dafür. Da zaubert man mal ein WePad aus der Tasche und schon kennt ganz Deutschland Neofonie. Clever gemacht!

Schade ists nur für die vielen Fans hier in Deutschland. Auf Facebook haben sich innerhalb weniger Wochen stolze 6.000 Personen als Fan eines Produktes geoutet, das es gar nicht gibt. Faszinierend. Aber nun ists raus: Das WePad ist ein PR-Gag. Ein extrem gut inszenierter Aprilscherz.

[Update]: Ja, ich gebe es zu. Dieser Artikel ist ein Aprilscherz! Es freut mich, dass etliche herzhaft lachen konnten darüber!


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Über den Autor

Matias Roskos
2704 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

9 Reaktionen

  1. Kommentar von Kacper Potega
    01. April 2010, 12:38 Uhr

    Die große Frage ist jetzt: Ist dieser Beitrag der Aprilscherz oder das WePad oder beides oder nichts von beidem? AAAAAHHHHHHHH!

  2. Kommentar von Steve Küster
    01. April 2010, 13:11 Uhr

    So wirds gemacht! *thumb up* :D

  3. Kommentar von Falk Hedemann
    01. April 2010, 14:11 Uhr

    Schöner Aprilscherz – keine Frage!

  4. Pingback von Aprilscherze 2010 (Update 4) | Braekling.de
    01. April 2010, 17:07 Uhr

    [...] VisualBlog wird hingegen das WePad als PR-Gag bzw. Aprilscherz entlarvt. Interessant, wenn man bedenkt, wieviele Medien auf die Meldung aufgesprungen [...]

  5. Kommentar von joshi
    01. April 2010, 17:35 Uhr

    Gähn… lass dir mal was neues einfallen…

  6. Kommentar von Gwendolyn
    02. April 2010, 09:29 Uhr

    Ein Aprilscherz über einen Aprilscherz. Ist sowas dann ein Meta-Aprilscherz?

  7. Kommentar von Klaus Becker
    14. April 2010, 10:59 Uhr

    Glückwunsch Matias, einer der besten Artikel in der Szene – selten so gelacht.

    Nur der joshi scheint immer noch zu hoffen …

  8. [...] absolutely accidental and not intended. (or? maybe… however). (More Details to the WeTabPad in this article from the first of april [...]

  9. [...] Facebook. Während sich die Fragen stauten und unbeantwortet blieben. Da kam schnell die Frage auf (auch bei mir): meinen die das wirklich [...]

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