Spreegraffiti

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist … bunt. Zumal, wenn sie in Berlin stattfindet. Dort macht die freie Kunst auch nicht vor den Wasserstraßen halt und ziert, wo immer es auch möglich ist, die Uferwände, Brückenpfeiler und der zur Spree gewandten Fassaden. An diesem ersten durchgängig sonnigen Wochenende habe ich es endlich mal zu einer Spreefahrt geschafft und kann es nur jedem empfehlen. Es ist ein wahrhaft entspannendes und überaus abwechslungsreiches Erlebnis. Ich habe mindestens ein Dutzend neue Orte gefunden, an denen ich unbedingt mal den Tag vertrödeln muss, freie Räume, in denen die Gestaltungshingabe ihrer Bewohner der klinischen Ordnung der von Marken und Firmen kontrollierten, vollständig überwachten Promenaden aufs Schönste trotzt. Hier mag ich selbst die Touristenfahrten! Hier geht es zum Album.

Site of the Week: Opera live Rigoletto

Zum Wochenende naschen wir noch ein Löffelchen Kultur. Und was für eins. Rigoletto. Von Giuseppe Verdi. Nach Victor Hugo. Für Opera Live, die Opernabende in dein Wohnzimmer streamen, wurde eine Microsite komponiert, welche die tragische Geschichte des umtriebigen Hofnarren und seiner Tochter exzellent illustriert. Unterlegt natürlich mit Verdis Musik. Eine Reise für alle Sinne. Die Aufführung an sich ist leider schon vorbei. Was bleibt ist eine großartige Webseite. In diesem Sinne schönes Wochenende und “La donna è mobile qual piuma al vento, muta d’accento e di pensiero”…

Site of the Week: Powerflasher V.3

Die Powerflasher haben aus ihrem Drehturm in Aachen zwar nicht ihr Haar, dafür aber mit Blitz und Donner eine großartige neue Webseite hernieder gelassen und sich bei der Gelegeheit auch gleich mal eine neue CI (nach über 13 Jahren) inklusive neuem Logo gegönnt. Exzellent, wie die einzelnen Geschäftsfelder dargestellt werden – multilingual und volldynamisch. Sehr lesenswert auch, wie Carlo Blatz den Entstehungsprozess, Technologie und Beweggründe hinter und vor der neuen Webseite im Blog der Agentur beschreibt. Mich powerflasht die Seite jedenfalls. Euch auch?

Hässlichste Seite des Monats April: Holiday Inn Express Hotels

Ich weiß: Usability ist das absolut Wichtigste für eine Seite, die in erster Linie Sales generieren soll. Aber gerade wenn ich an Hotels denke, dann denke ich auch an “wohl fühlen”, an “Stimmung” und “Atmosphäre”. Auf der Seite der Holiday Inn Express Hotels ist zu lesen:

Es tut sich was.
Nicht nur in den Hotels von Holiday Inn® Express geschehen derzeit Veränderungen. Wir haben auch unsere Webseite neu gestaltet, um die Hotelsuche und Zimmerreservierung in Zukunft noch einfacher zu machen. Unser Internetauftritt wurde von Grund auf neu strukturiert, um ihn noch besser auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse abzustimmen. In den kommenden Monaten sind weitere neue Merkmale und Funktionen geplant – schauen Sie also ruhig öfter vorbei.

Ich kann nur hoffen, dass auch am Design noch kräftig gearbeitet wird. Denn, so Leid es mir wirklich tut – diese Webseite ist für meinen (subjektiven) Geschmack verdammt hässlich. Die Seite hat keinen Halt. Alles scheint heraus zu fallen. Die Bilder sind extrem gruselig und billig bearbeitet. Ja: die Felder sind wunderbar groß und eindeutig. Das ist der positivste Punkt der Seite. Die Usability scheint okay zu sein. Aber der Gesamteindruck, wenn ich die Onlinepräsenz betrete, ist: “Boah, wie gruselig. Nein, da möchte ich nicht schlafen. Wenn deren Zimmer auch so sind…

holiday inn express

Und davon, dass es keinerlei Schnittstellen hin zu Social Media Elementen gibt, darauf will ich gar nicht im Detail eingehen. Für mich wäre es Standard, dass es eine Facebook-Seite gibt, Bilder auf Flickr, ein paar Videos auf Youtube. Um die Menschen dort abzuholen, wo sie sind. Das würde zu einer zeitgemäßen Webpräsenz dazu gehören. Eigentlich.

Site of the Week: Peace Shadow Project

Für taktische Atomwaffen gebe es keinen sinnvollen Einsatz mehr, sagt der Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger. Ach. Gab es den jemals? Anlässlich der längst überfälligen Unterzeichnung des neuen START-Abkomens rückt eine der furchtbarsten Entwicklungen der Menscheheit wieder in unser Gedächtnis. Wer macht sich schon alltäglich Gedanken darüber, dass wir hier in Deutschland noch immer auf geschätzten 20 Atomwaffen sitzen. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. So begrüßenswert die weiteren Abrüstungsabsichtserklärungen weltweit auch einzuschätzen sind, es gilt weiterhin zu mahnen und zu erinnern. Und dies tut auch das Peace Shadow Project. Eine wunderbare Idee, die leise beeindruckt. Mich sehr.

Peace Shadow Project

“There’s a shadow of a man at Hiroshima where he passed the moon…”