Parallel Lines

Timo Maier
19. März 2010, 18:00 Uhr, 0 Reaktionen
Kategorie: Allgemein, Film

philips

Das Projekt Parallel Lines von Philips ist ein recht spannendes Beispiel wie Marketing und Kunst, in diesem Fall Film, kollaborieren. Die Marke versucht hiermit ihre neue Technologie zu kommunizieren.

Der offizielle Text dazu lautet:

“Five directors were each challenged to create short films in different genres using the same dialogue. The five 5 beautifully diverse films are by Greg Fay, Jake Scott, Johnny Hardstaff, Carl Erik Rinsch and animators Hi-Sim and their genres range from drama, animation, action, to sci-fi and thriller. This single piece of dialogue was composed to form the basis of the 5 short films, serving as the glue that binds the films into a truly unique cinematic viewing experience, proving that while “there are millions of ways to tell a story, there’s only one way to watch one.”

Und weiter auf /Film:

RSA was asked to create a series of groundbreaking short films in a genre of their choice, using “the same unifying theme.” RSA directors submitted forty-five treatments and Philips selected five it believed were most ground-breaking: Jake Scott, Greg Fay, Johnny Hardstaff, Carl Erik Rinsch, and Hi-Sim.

Die Bearbeitung eines Themas aus der Perspektive verschiedener Kunstschaffender ist jetzt nicht gerade neu. Eines der meiner Meinung nach eindrucksvollsten Ergebnisse einer solch pluralistischen Bearbeitung ist Ten Minutes Older. Neu hingegen ist die Kombination aus Markenkommunikation durch Kunst mit gleichzeitiger Lancierung einzig in einem sozialen Netzwerk. Denn die Filme feiern Premiere auf der zu diesem Zweck eingerichteten Facebook Fanpage am 8. April. Eine genaue Analyse dieser Strategie im Feld Social Networks und Marketing gehört allerdings an eine andere Stelle. Kurz zuvor ist mir noch das Projekt von Absolut Vodka unter die Netzhaut gekommen, im Zuge dessen das Unternehmen den Regisseur Spike Lee für den Dreh eines Kurzfilms einkaufte: I’m Here – A Love Story in an Absolut World. (Auch Online-Premiere.)

Eine existenziell angehauchte Robotergeschichte mit sanftem Kitschfaktor. Ebenfalls ein geschicktes Konstrukt, da Roboter schon lange im Trend liegen und der Liebesfilm mit tragikkomischem Einfluss eines der profitabelsten Genres ist. Spike Jonze bringt dann noch den Ruf des authentischen Indy-Regisseurs mit ein und voilà, zeitgerecht und anschmiegsam, eine phantastische Kombination.

Natürlich schließen sich hier viele Fragen an, denn es geht ja schließlich um Kunst und Kommerz. Und das Fass möchte ich gerade auch gar nicht aufmachen. Oder vielleicht doch? Es gibt da eine schöne Anekdote über Bertold Brecht (ihr wisst schon, episches bzw. dialektisches Theater und so), der seine Bekannten frug, welchen Namen er wohl seinem neuen Stück geben solle, um Aufmerksamkeit zu generieren, damit er auch kräftig daran verdiene; der Titel lautete dann “Die Dreigroschenoper”. Was ihr aus dieser Analogie macht, ist ebenfalls ganz allein eure Sache. Ich kann den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nicht prüfen (ich kenne sie nur vom Hörensagen), jedoch weiß ich noch mindestens von einer ähnlichen, die Brecht (Habt ihr den Namen auch schon so oft als Handlungsaufforderung verstanden?) noch berechnender zeichnet. Diese hebe ich mir aber noch auf für eine andere Gelegenheit.

Philips

Über den Autor

Timo Maier
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Timo Maier arbeitet als Konzepter, Texter und Online-Redakteur, ist Filmfanatiker, Kulturwissenschaftler, freier Schreiber und liebt Live-Musik, Wolken und Details.

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