Erik Johansson ist freischaffender Photograph aus Schweden. Er lebt in Göteborg und hat sein Studium mit einer Arbeit über ‘interagierendes Design’ abgeschlossen. Seine Photos zeichnen sich durch eine Radikalität perspektivischer Verschiebungen und Verzerrungen aus. Er hebt die physikalischen Gegebenheit des Raums auf, schafft Höhen und Tiefen, wo es keine gibt, zerreißt und zerschneidet die Welt und macht damit auch auf die eigentliche Arbeit zeitgenössischer Montage aufmerksam, wenn die Bilder am Rechner manipuliert, zerstückelt, deformiert und wieder zusammengesetzt werden. Ganz direkt schafft er den Bezug zu den Arbeiten von Maurits Cornelis Escher, in dem er dessen sog. unmögliche Figuren und optischen Täuschungen in der Bildkonstruktion teils eins zu eins übernimmt, nur eben nicht als Zeichnung, sondern als Photomanipulation. Ein weiterer Aspekt seiner Arbeiten ist die Deformation menschlicher Körper, erweitert durch eine sehr humorvolle Ebene, etwa wenn sich ein Mensch selbst bügelt oder die eigene Faust wie in einem Kissen im Gesicht verschwindet. Die Realität verkehrt sich bei Johansson auf eine Weise, dass beim Fall einer Vase die Arme zwar zu Bruch gehen, das Keramikobjekt aber unversehrt den Sturz übersteht. Er zeigt uns, wie die Welten ineinander einbrechen können und lässt einmal das gemalte Wasser eines Bildes auf den mehr oder weniger tatsächlichen Boden laufen, ein anderes Mal wird das Meer selbst als blaue Farbe auf die Holzdielen gemalt. Oder man rudert traumvergessen im Bett auf den See hinaus, verlegt einen Himmelsspiegel in den Häusergassen plattenweise. Konstruktion und Realität, Photographie und Manipulation: Die Bilderwelt des Erik Johansson ist ebenfalls die ‘gemachte’ Welt in der wir leben, tagtäglich, wo auch immer uns die Bilder heimsuchen und beherrschen.


















2 Reaktionen
19. Mai 2010, 19:37 Uhr
echt krasse arbeiten. obwohl ich ja selbst ein totaler Analogvertreter bin.
03. Mai 2011, 16:10 Uhr
Ich bin ja auch großer Fan von Analogphotographie, aber ich finde, dass die digitale Bildbearbeitung einfach viel größere Möglichkeiten bietet. Das sind wirklich wunderschöne Bilder und man mag gerne an der Realität zweifeln ;)