Diese Woche mal ein Film aus Deutschland: Heimatkunde von SMAC (2008)
Visuell eingeklammert, da die Ästhetik hier auf das Minimum der dokumentarischen Handkamera reduziert ist. Und trotzdem oder gerade deshalb wirkt der Film in seiner rauen Schönheit so ansprechend, da wir hier eigentlich dem Gegenteil des Blockbuster-Kinos folgen dürfen. Ein Typ macht sich achtzehn Jahre nach der Wiedervereinigung auf den Weg, um sich ein Bild von der Stimmung rund um die Hauptstadt zu machen. Auf seiner 250 km weiten Forschungsreise im Kreisrund um Berlin will er sich und den Zuschauern die Frage beantworten, ob sich in der Peripherie neues Leben entwickelt hat und wenn ja, wie dieses aussieht. Dass der Wanderer zufällig Martin Sonneborn heißt, tut fast nichts zu Sache. Inkognito bringt er uns das Leben unserer ostdeutschen Nachbarn (Hinzugezogenen wie Neusiedlern) nahe, spricht jeden mit seiner gewohnt charmanten Art an, lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes gehen und unterdrückt mit schalkhaftem Grinsen allzu oft seine berühmt berüchtigte Bissigkeit.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Präsentation der Outtakes in Form einer Google Map, auf der alle Stationen seiner Rundreise markiert und mit einem vor Ort gedrehten Kurzvideo versehen sind. Dies ist reines Zusatzmaterial, das im eigentlichen Film nicht zu sehen ist. Die einen reizt es an den Film zu schauen, die anderen erfahren hier einen echten Mehrwert. Respekt für eine derart simple und gute Nutzung des Web 2.0.
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