Obwohl es nahe liegen würde, empfehle ich diese Woche nicht AVATAR, sondern ein echtes Meisterwerk: Once Upon a Time in America von Sergio Leone (1984).
Um das Mafia-Epos des italienischen Ausnahmeregisseurs kreisen eine Unzahl an Geschichten, Anekdoten und Mythen. Zum Beispiel wurde der Film auf Geheiß des verantwortlichen Produzenten um satte 90 Min. gekürzt und die komplexe, nicht lineare und auf Rückblicken basierende Erzählstruktur kurzerhand umgeschnitten, so dass am Ende eine vollkommen entstellte Version dem Publikum zur Uraufführung dargeboten wurde. Selbst die geniale Filmmusik von Ennio Morricone soll gefehlt haben. Mittlerweile liegt das Original (229 Min.) in einer Special Edition auf zwei DVDs vor – und jede Minute lohnt sich. Es ist nicht nur die fesselnde Geschichte, die phantastischen Schauspieler oder die brillante Photographie (nebst meisterhafter Montage im Original), die diesen Film zu einem Meisterwerk machen. Es ist besonders Leones Liebe, man könnte auch von Fanatismus sprechen, zum Detail. So hatte sich der Regisseur eine der Schlüsselszenen in einem Regenschauer ausgemalt. Nur war die damalige Technik nicht soweit, dass man der Szene aufgrund ihrer Weite einen künstlichen (nicht CGI) Regen hätte hinzufügen können. Obwohl man Leone dezent darauf hinwies, dass seine Vorstellung zu inszenieren völlig ausgeschlossen sei, gab sich dieser nicht damit zufrieden und begann die Wolken zu studieren. Natürlich hätte man die Szene einfach während eines Schauers drehen können, doch das war nicht in Leones Sinn. Denn der Regen hatte punktgenau in einer langen Szene selbst einzusetzen. So wartete man eine für die Produktionskosten nicht unerhebliche Zeit. Eines Tages schließlich, als die Wolken Leone günstig erschienen, begann der Dreh auf sein Zeichen hin und siehe da, es begann sich exakt zu dem Zeitpunkt ein milder Schauer über das Set zu ergießen, den der Regisseur im Drehbuch auch vorgesehen hatte.
James Woods erzählt diese Geschichte im üppigen Bonusmaterial der Doppel-DVD-Edition und fügt noch voller Bewunderung hinzu: Es war als wartete Gott nur darauf, dass Sergio ‘Action’ rief, um es genau dann regnen zu lassen, wann Sergio es wollte.

















Eine Reaktion
30. Dezember 2009, 10:55 Uhr
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Hundert Mal gesehen. Und viel Rotz und Wasser geheult dabei.