Die wöchentliche Empfehlung visuell besonderer Filme fällt diesmal etwas apart aus. Nowhere von Gregg Araki (1997).
Der Film ist in seiner Wirkung das absolute Gegenteil von schön. Er ist unangenehm, die Farben sind allzu plastisch und unnatürlich, die Dialoge sind hohl bis unzumutbar und es ist nicht mal im Ansatz so etwas wie eine kohärente Charakterentwicklung geschweige den irgendeine Geschichte auszumachen. Persönlich war ich geneigt, den Film bereits nach fünf Minuten auszuschalten. Warum ich diesen trotzdem empfehle? Ganz einfach, weil er ein visuelles Experiment ist. Alle aufgezählten Schwächen sind bewusst konstruiert, da Araki ein kritisches Werk über die von jeglichem Sinn befreite, in Gänze oberflächlichen postmodernen Pop- und Lifestyle-Kultur schaffen wollte und so die Erzählstruktur und Ästhetik kongruent zu diesem Vorhaben inszenierte. Man kann die Probe aufs Exempel machen: Stoppt den Film an einer beliebigen Stelle, und ihr werdet sehen, dass nahezu jedes Einzelbild ästhetisch einer gängigen Popart-Plakatwerbung gleicht. Außerdem dreht der Film zum Ende hin wirklich ab, was mir als alter Trashliebhaber natürlich überaus gut gefiel. Die Referenz auf Kafkas Verwandlung in der letzten Szene ist auch ein Brüller.






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