Will Lego die Kunden verarschen?

Matias Roskos
09. September 2009, 08:19 Uhr, 0 Reaktionen

Über die neuen Spiele von Lego wurde in den letzten Wochen schon viel geschrieben. Und so stand auch ich neulich im Kaufhaus vor dem neuen Spieleregal von Lego und schaute mir gemeinsam mit meinem Sohn die Packungen an. Besonders blieben seine Augen am “Minotaurus” hängen. Die Römer hatten es ihm angetan (siehe Foto).

minotaurus von Lego

Da ich sehr gern Gesellschaftsspiele spiele, dachte ich mir: “Hol ich eins zur Einschulung. Schaut echt cool aus.

Ja – die Verpackung ist super gestaltet! Kompliment. Und so landete es (ohne dass mein Sohn es bemerkte) in meinem Rucksack und lag dann am Samstag-Morgen neben der Schultüte.

Aber: WIE groß war die erste Enttäuschung bei ihm wie auch bei mir, als wir das Spiel auspackten. Wo waren die coolen Römer vom Bild auf der Verpackung? Die Römer im Spiel sind fast schon winzig! Keine “echte” Lego-Figur mit drin. Beide schauten wir etwas bedröppelt drein. Ich hatte wirklich gedacht, es wären wenigstens zwei Römer in Lego-Originalgröße mit dabei, die in etwa so aussehen würden wie die Helden auf der Packung. Dem ist aber nicht so. Ein großer Fehler von Lego aus meiner Sicht. So fühlt man sich als Käufer im ersten Moment arg verschaukelt. Ich gebe es sogar zu: ich war stinksauer auf Lego.

minotaurus von Lego

Aber ich kann alle Lego-Verantwortlichen beruhigen: Das Spiel “Minotaurus” ist genial! Als wir es dann am nächsten Tag zuerst aufbauten und dann zum ersten Mal spielten, wurde schnell klar: Wir lieben Minotaurus. Wir hätten es den ganzen Tag spielen können. Es macht Laune und bietet viel Abwechslung. Zumal man sich die Labyrinthe immer wieder neu gestalten kann. Damit hat Lego einen fantastischen Schritt in die Welt der Gesellschaftsspiele getan. Glückwunsch dafür! Wir werden auf jeden Fall weitere Spiele demnächst ausprobieren. Und lassen uns dann nicht so sehr von der (Mogel-)Verpackung leiten.

Mich würde interessieren, wie die Spielideen generiert wurden? Wurden die vielen Lego-Fans weltweit involviert? Hat man Crowdsourcing als Baustein der Ideengenerierung mit eingesetzt? Ich glaube nicht. Was ich sehr schade finde. Denn gerade hier würde sich Crowdsourcing bestens anbieten. Auch für das Verpackungsdesign hätte man als Marketingbaustein wunderbar auf Crowdsourcing setzen können. Hier habe ich beschrieben, wie es geht. Und hier machen wir aktuell so etwas ähnliches für unsere Kunden. Schade, wenn man nicht alle Möglichkeiten des modernen Internets ausschöpft. Aber ich bin mir sicher: in der Zukunft werden Crowdsourcing-Maßnahmen zu jeder guten Marketingkampagne dazu gehören. Auch um WOM (Word-of-mouth-Marketing bzw. Mundpropaganda) weiter anzukurbeln.

minotaurus von Lego


Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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