Das dritte Berliner Barcamp ist vorbei. Ich war Teilnehmer des ersten Barcams in Berlin, ich gehörte zu den Organisatoren des zweiten Berliner Barcamps im Vorjahr und organisiere das Communitycamp in zwei Wochen mit. Ich bin also nicht ganz unvoreingenommen.
Mein Fazit ist sehr zwiegespalten. Ich möchte den Organisatoren, die in diese Veranstaltung ganz sicher viel Zeit und viel Herzblut gesteckt haben (ich kenne das ja aus eigener Erfahrung) nicht weh tun oder Unrecht tun.
Aber es gibt Eckpunkte, die einfach stimmen müssen, damit eine Konferenz oder halt auch ein Barcamp für die Teilnehmer angenehm sind. Und davon stimmte diesmal einiges nicht (so Leid es mir wirklich tut).
1. Es ist super unsympathisch wenn man am Eingang von finster schauender Security in Augenschein genommen wird. Ich weiß: das ist die Telekom-Zentrale in Berlin. Aber das kann man a) geschickter und b) auch mit einem freundlichen Augenzwinkern lösen. Man wurde nur schwer das Gefühl los, man sei nicht wirklich willkommen in diesem Haus.
2. Das Catering. Wenn man Catering anbietet, dann muss das auch gewissen Standards genügen. Okay – unser Frühstücksbrunch im Vorjahr ist wohl nur schwer zu toppen. Das gebe ich zu. Aber ein bissel mehr Liebe beim Catering kann doch nicht so schwer sein.
Und zum Mittag was Warmes hätte gut getan. Stattdessen gab es pappige Toastbrot-Sandwiches am Samstag und extrem langweilige Schnittchen am Sonntag. Als Sponsor einer solchen Veranstaltung hätte ich mich leicht verarscht gefühlt.
Das Niveau des Caterings war unterirdisch. Wir werden es besser machen in zwei Wochen. Versprochen.
Gut – und das war eine der vielen positiven Seiten! – hatten MyMuesli, Sonntagmorgen, Chokri, Walther Saft und PureTea reichlich Ware angeliefert udn die Teilnehmer so zusätzlich mit Leckerem versorgt. Danke!
3. Die Session-Räume. DAS war eigentlich die größte Katastrophe. Eine große Halle, nur durch Trennwände unterteilt. Wie nennt es Robert Basic so treffen? “Barcamp Berlin fischhallig“. Wo er Recht hat, hat er Recht. Mir ging es nicht anders. Saß man in einer Session, hätte man im Kopf drei verschiedene Kanäle gebraucht um die in die Gehörgänge dringenden zwei weiteren Sessions verarbeiten zu können.
So – jetzt stehe ich mal wieder als Ober-Mecker-Zicke des Landes da und die Hälfte der Organisatoren wird kein Wort mehr mit mir wechseln. Schade. Denn es geht mir nichts ums Meckern an sich. Damit werde ich leben können und müssen. Es stimmte halt einiges nicht, was hätte stimmen müssen. Mit den positiven Erfahrungen der Vorjahre.
Aber es gab auch viele positive Aspekte, die ich auf keinen Fall unter den Tisch kehren möchte.
Die Sponsoren in Sachen Getränke und Snacks hatte ich ja schon genannt. Toll fand es auch ganz allgemein, das man bei einem Barcamp cirka 600 Leute versammeln konnte. Toll! Networking vom Feinsten. So soll es sein. Dafür war die große Telekom-Halle tatsächlich perfekt geeignet.
Ich war diesmal ja nicht nur als Web 2.0 Interessierter vor Ort, sondern auch um einen Kunden von uns zu unterstützen. Der Lounge von CROW’n'CROW war ein großartiger Erfolg. Die Möglichkeit auf den von unserer Community designten Sitzsäcken zu entspannen wurde wunderbar angenommen. Viele verlegten ihren Laptop-Arbeitsplatz in den Chillbereich. Und auch die CnC-Taschen stießen immer wieder auf reges Interesse. Perfekte und sympathische Werbung für CROW’n'CROW. So werden wir das Team um den Macher und Boss Alexander Rabe und den Chef-Communitymanager Steve Küster in der Zukunft auf etlichen Barcamps mit einer Lounge sehen. Cool! Glückwunsch zu diesem Erfolg. Weiter so.
Das Barcamp hat mir Spaß gemacht. Schade – etliches stimmte nicht. Aber nun freue ich mich schon aufs Communitycamp. Und auf das Barcamp Berlin 4 im nächsten Jahr. Wenn meine Hilfe gebraucht wird: ich stehe bereit.
Ein weiteres Fazit findet man bei Powerbook-Blogger, t3n, Scoyo, Pixelsebi und anderen.

















5 Reaktionen
21. Oktober 2008, 10:52 Uhr
Klasse Veranstaltung, jedoch war die Akustik wirklich nicht mehr feierlich. Ich war vom Schreihen nach meiner Session schon total kaputt. Naja, aber das wissen die Orgas auch.
22. Oktober 2008, 20:30 Uhr
Hallo Matias,
auch wenn ich dir in einigen Punkten in der Sache (Akkustik) zustimme, so bin ich der Überzeugung, dass man beim Üben berechtigter Kritik ersteinmal loben und dann konstruktiv kritisieren sollte.
Diesen Ansatz vermisse ich hier.
Auch muss ich sagen, dass mir insbesondere der Absatz über den Brunch im letzten Jahr ins Auge sticht (und Stiche tun ja bekanntlich weh). Auch ich zähle mich zur Orga des #bcberlin2 und auch, wenn es damals noch keine Hashtags gab, so gilt auch hier der altbekannte Satz, “Eigenlob stinkt.”
Ich möchte gar nicht weiter darauf eingehen, dass der größte Teil deines Blogbeitrags (ist ja auch dein Blog, da kannst du schreiben was du magst) sich mit eurem Kunden befasst. Die ich übrigens auch schätze und die wertvolle Sponsoren mit einer spannenden Produktpalette sind. Aber sie haben es aus meiner Sicht nicht verdient, auf diese Art und Weise Erwähnung zu finden. Das wird ihnen und dem Rahmen der Veranstaltung nicht gerecht.
Ich halte es für fraglich, ob dich die Orga des #bcberlin4 um Hilfe bitten wird. Vielleicht setzt ihr euch einfach mal an einen Tisch und sprecht euch face2face aus?
Viele Grüße,
Oliver
24. Oktober 2008, 08:36 Uhr
@Oliver
Das find ich ja mal lustig. Das du einem Blogger sagst, wie er seine Artikel zu schreiben hat in seinem Blog.
Blogst du selbst auch. Kenne dich nämlich gar nicht.
Also: ich war auch auf dem Barcamp. Und es war nicht mein erstes.
Wär es mein erstes gewesen, wär ich vermutlich total begeistert gewesen.
Aber wenn man es halt mit anderen vergleicht und auch mit Leuten spricht, die andere Barcamps besucht haben, dann hört man raus, das es nicht so optimal war dieses Jahr in Berlin. Was schade ist.
War halt auch so riesig dimensioniert. Hohe Ambitionen. Bei kleineren Camps ists dann ja okay, wenn einiges nich so doll ist.
Und zu deiner Kritik an Matias. Naja – darf man nicht auch mal Tacheles reden? Was ist denn das für ne Bloggerwelt, wo man seine Klappe halten soll, wenn was nicht stimmt. Und so ganz Unrecht hat er ja nicht.
27. Oktober 2008, 13:37 Uhr
Hej Christian,
danke für deine Antwort. Gerade weil es ein Blog ist und es eine Kommentarfunktion hat, nutze ich sie.
Und ja, ich darf einem Blogger auch in seinem Blog sagen/schreiben, was ich denke. Was ich denke, steht ja übrigens schon weiter oben.
Was deine Frage angeht: ja, ich blogge selbst auch. Wusste auch nicht, dass ein persönliches Kennen deiner Person dazu notwendig ist ;) Da dies aber nichts mit diesem Blogpost zu tun hat, belasse ich es dabei.
Kein Event kann ohne Kritik auskommen und Kritik ist auch oft gerechtfertigt. Natürlich auch beim #bcberlin3 (Thema: Akkustik).
Ich weise dich aber gerne noch einmal gesondert daraufhin, dass es mir hier a) um das Selbstverständnis des Autors geht und b) darum, Kritik, wenn geäußert, konstruktiv vorzubringen, wenn man etwas erreichen möchte.
Für eine weitere Diskussion stehe ich dir (und anderen) gerne per Mail oder SNS zur Verfügung. Dafür ist dieses Blog nämlich ganz sicher nicht gedacht.
27. Oktober 2008, 16:16 Uhr
Hi Christian P. (Hi Matias und Oliver),
uns ist bei Hobnox kein Christian P. bekannt. Ich würde mich demnach freuen, wenn Du http://www.hobnox.com nicht als deine Website nennen würdest.
Vielen Dank.
David
Update: Danke Oliver für den Hinweis. Oliver kennt einige der Hobnoxer und konnte Christian P nicht zuordnen.