Überall wird aktuell über das neue Facebook-Design diskuttiert. Und immer mehr wird deutlich, das Facebook sich wieder als DER Innovationstreiber im Internet präsentiert. Man ist schon wieder der Konkurrenz zwei Schritte voraus.
Ich hatte es neulich schon angesprochen. Es gibt zwei große Trends im Netz. Das eine ist die Vernetzung der Social Networks untereinander. Noch versucht jeder Big Player (Google, MySpace, Windows, Yahoo, Facebook) hier sein System durch zu drücken und Partner für sein System zu gewinnen. Wohin hier die Reise geht, ist noch nicht klar. Viel hängt wohl auch davon ab ob wann wer wen kauft oder wann ob wer wo bei wem mit einsteigt. Microsoft bei Yahoo? Google bei Yahoo? Microsoft bei Facebook? Facebook bei StudiVZ? ups.
Und dann gibts da ja auch noch weitere Schwergewichte über die im Moment eigenartigerweise niemand redet: AOL, Ebay (mit Skype und Paypal), Amazon.
Der zweite große Trend, über den noch nicht so wirklich viel geredet wird, sind Rich Internet Applications, kurz RIA. Sie bedeuten, das man in der Zukunft im Netz nicht nur surfen, sich vernetzen, suchen, einkaufen sondern dann auch arbeiten kann! Die heimische Software wird dann zu großen Teilen überflüssig. Wozu noch mein Word am eigenen PC öffnen, wenn ich im Internet ein entsprechendes Pendant dazu öffnen und meine Dateien dann im eigenen Account speichern kann? Die Daten liegen dann nicht mehr auf meiner Festplatte, sondern in meinem Netzaccount, irgendwo auf einem Server. Und/oder auf meinem USB-Stick. Ich bin dann nicht mehr gebunden an einen festen Arbeitsplatz.
Aber noch sind wir nicht ganz so weit. Noch fehlt ausreichend leistungsfähige RIA-Software. Aber ein Vorzeigebeispiel wo es hin gehen kann ist Aviary. Ich testete es bereits ausführlich.
Hobnox geht mit seinen Noxtools in eine ähnliche Richtung. Im Kreativbereich passiert also in Sachen RIA schon eine ganze Menge.
Und was hat das mit Facebook zu tun? Ganz einfach: Facebook könnte die Oberfläche für alle diese RIA-Anwendungen werden. Dort könnte man Programme, mit denen man arbeiten möchte, vereinigen und zugleich die Vorteile eines starken Social Networks (Vernetzung, Kontakte, Private Nachrichten, eigenes Profil) nutzen.
Vielleicht führt es zum jetzigen Zeitpunkt zu weit, schon ernsthaft von einem “Betriebssystem” zu sprechen. Techcrunch muss dafür gerade einiges an Kritik von Technikerseite einstecken.
Aber die Analogie mit einem “Web-Windows” trifft es vermutlich ganz gut. Ähnlich wie bei Windows kann der Nutzer in Facebook unterschiedliche Programme/Anwendungen laufen lassen – und wenn er will, Daten von einer Anwendung in eine andere übernehmen.
Facebook als meine neue Oberläche nicht nur zum Surfen, sondern auch zum Arbeiten! (Previews gibt es hier.) Dahin könnte es gehen. Und es macht Sinn. Denn die Menschen wollen es einfach.
Aber – das würde Windows überflüssig machen. Und genau DARUM ist Microsoft so aktiv im Internet. Deswegen möchte man Beteiligungen erwerben an den neuen Großen der Branche: Facebook, MySpace, Yahoo, Google, Ebay, Amazon, AOL, in Deutschland United Internet, StudiVZ und einige andere.
Es ist und bleibt spannend. Und Facebook gibt den Takt vor. Immer wieder. Wunderbar.















2 Reaktionen
27. Mai 2008, 20:49 Uhr
[...] Nein, natürlich nicht – man hat sicher gar nicht den Anspruch, Windows als das am weitesten verbreitete Operating System abzulösen. Zudem würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Auf der einen Seite haben wir den Dinosaurier Windows, welcher trotz aller bekannten Mängel nahezu konkurrenzlos ist (was die Verkaufszahlen angeht – bei der Performance würd ich mich nicht festlegen wollen *g*) Auf der anderen Seite steht ein riesengroßes Social Network, dem copycats wie StudiVZ verzweifelt und nahezu aussichtslos hinterherhecheln. Was aber verbindet diese beiden Big Player, denn aus irgendeinem Grund liest man in fast jedem Techblog davon, dass Facebook auf dem Weg ist, eine Art Web-Windows zu erschaffen. [...]
06. September 2008, 13:12 Uhr
[...] Man braucht dann nur noch ein Zugangsgerät, zur Zeit noch den PC, und Software. Das ist der Browser zum Surfen und das sind Programme zum Schreiben, bearbeiten von Bildern, Präsentationssoftware, Tabellenkalkulation und vieles mehr. RIA-Programme. Software, die man nicht mehr downloaden muss und die nichts kostet. Von überall abrufbar. Die Menschen können, egal wo sie sind, arbeiten. [...]