Sellaband – The next big thing! Ich bin dabei

Matias Roskos
09. Mai 2008, 20:40 Uhr, 6 Reaktionen
Kategorie: Kultur, Web 2.0

SellabandSellaband ist sicherlich eines der spannendsten Projekte zur Zeit. Worum gehts. Um Musik. Oder besser: um (noch) unbekannte Musiker, die mit Hilfe der Sellaband-Webseite 50.000 US-Dollar versuchen einzusammeln, um mit diesem Geld die erste eigene CD produzieren zu können.

Crowdfunding nennt man einen solchen Prozess. Eine ganz spezielle Art von Crowdsourcing. Man sammelt Geld von Fans, damit man ein Projekt voranbringen kann. Sehr erfolgreich war mit diesem Modell schon Myfootballclub, die so am Ende einen kompletten englischen Fußball-Verein, und zwar den Fünftligisten Ebbsfleet United, übernehmen konnten. Mehr dazu findet man bei Burkhard Schneider.

SellabandIch selbst habe auch ein paar Dollar bereits investiert. Angie Arsenault heißt die Kanadierin, bei deren Stimme ich nicht widerstehen konnte. Einen Tag später hatte sie auch die magische 50.000 Dollar-Marke als mittlerweile 21. Künstlerin auf Sellaband erreicht. 21 Künstler, denen man so eine Studioaufnahme ermöglichen konnte. Wow!!! Wie mag erst die Post abgehen mit Sellaband, wenn die erste No.1-Band dort entdeckt und gefeatured wird…

Die Einnahmen aus Werbung und CD-Verkauf werden zu je einem Drittel aufgeteilt unter Musiker, die Fans, die investiert haben (Believers genannt auf Sellaband) und Sellaband. Das ist ein gutes Geschäft für alle drei beteiligten Gruppen. Das Mindestinvestment beläuft sich übrigens auf 10 US-Dollar, also eine Summe, die niemanden wirklich abschreckt. Allerdings muss man erstmal 50 Dollar auf sein Sellaband-Konto transferieren.

Außerdem heißt es bei Sellaband:

All your 5,000 Believers will receive an exclusive Digi-Pack CD with the result of your professional studio-recordings. This limited edition CD will be sent to the homes of your Believers.

As a Believer you will receive a Limited Edition of the CD at your home address. You earn the right to sell any additional copies of the Limited Edition you own through SellaBand. Play it loud and use it to promote your Artist!

Man bekommt als Fan, der investiert hat, also auch was in die Hand!

Sellaband ist übrigens ein deutsches Projekt. Yippie-Yeah!!! Endlich mal wieder ein wirklich innovatives Webprojekt made in Germany!

SellabandDie Plattform entwickelt sich immer mehr zu einem komplexen Projekt für Musikfans. Man kann alle möglichen Charts aufrufen, die Bands entsprechend von Musikgenre durchkämmen, reinhören in die verschiedensten Musikstile und sich der Jukebox widmen. Stundenlanger Spaß ist garantiert.

Man findet natürlich auch allen möglichen Schrott dort. Na und? Das gehört dazu. Ich orientiere mich an den Bands, die schon ein paar Tausend Dollar zusammen haben. Aber auch das Durchforsten der bevorzugten Rubriken macht echt Laune. SellabandMittels des Players kann man sich zu jedem auf Sellaband aktiven Artist drei Songs anhören. Manchmal stellen sich da einem die Nackenhaare zu berge. Manchmal aber auch wird man überrascht und denkt sich: “Hey – coole Mucke. Viel Glück, Jungs!”

Was mir noch fehlt ist so ein Tool wie es Finetune oder Last.fm haben: ähnliche Musik hören. Also ich gebe meine Lieblingsband ein, zum Beispiel Linkin Park und will dann Bands angezeigt bekommen, die in der gleichen Richtung agieren. Ein gutes Tagging könnte hier auch helfen.

Auf jeden Fall rockt Sellaband ganz gewaltig! Es macht Spaß. Es funktioniert. Es wird Geld umgesetzt. Nicht wie bei anderen Web 2.0 Projekten, wo man nur auf die Werbe-Schiene setzt.

Und dass sich der ganze Musikmarkt gewaltig in Bewegung befindet, ist allen Seiten schon länger klar. Hier ist ein Modell, das für alle Seiten Sinn macht: die Fans und die Musiker. Okay – die Majors haben davon wenig. Aber sie könnten lernen. Wenn sie wollen. Und (!!!) – dieses Modell macht sicherlich auch Sinn für Plattformen wie zum Beispiel Hobnox, wo man ja auch junge, talentiere Musiker unter anderem promoten will.


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Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

6 Reaktionen

  1. Kommentar von Michael
    12. Mai 2008, 12:34 Uhr

    Hammer-Idee! Danke für das Feature!

  2. Kommentar von Sunox Klebefolie
    15. Mai 2008, 12:48 Uhr

    Hey, für mich als Musik Fan eine Super Geschichte vielen Dank für diese Information.

  3. Kommentar von Wyando
    17. Mai 2008, 10:41 Uhr

    Jupp, SAB rockt! Uebrigens in einem Punkt muss ich dich leider entaeuschen: Sellaband ist zwar eine GmbH, aber letztendlich dennoch ein niederlaendisches Projekt. :)

  4. Kommentar von Matias
    17. Mai 2008, 11:48 Uhr

    @Wyando
    Niederländisch? Auch gut!
    Hatte mich schon gewundert, das aus Deutschland SOWAS Innovatives kommt.
    Ändert aber nix daran, das es saucool und absolut gelungen ist!

  5. Pingback von www.best-practice-business.de/blog » Update: Sellaband
    22. Mai 2008, 11:19 Uhr

    [...] In den letzten Tagen stolpere ich immer wieder über das Crowdfunding-Portal “Sellaband” oder erwähne es, wie z.B. hier, hier und hier. Die Funktionsweise dieser Plattform habe ich im August 2006 hier im Blog schon ausführlich beschrieben, weshalb ich mich hier eine lange Einleitung sparen kann. Vielmehr will ich mit diesem Updaten, was längst überfällig ist, die Erfolgsbilanz von Sellaband präsentieren: [...]

  6. Kommentar von evelyn
    22. Dezember 2008, 20:32 Uhr

    nur zur info: sellaband ist zwar eine niederländische firma aber von deutschen ins leben gerufen (alles auf der homepage nachzulesen)und das beste was ich seit langen im musikbusiness getan hat. auch zuvor schon erfolgreiche künstler wechslen zu sellaband. siehe electric eel shock

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