Ich bin “zurück” von der re:publica 2008, was aufgrund meines Wohnortes nur fünf Stationen mit der S-Bahn bedeutet. Drei tolle Tage liegen hinter mir und dafür ein ganz ganz dickes Dankeschön an die Macher der re:publica: an die Jungs und Mädels von Spreeblick und von Newthinking. Ihr habt einen genialen Job gemacht!
Die meisten Sessions, in die ich mich setzte, waren durchaus interessant. Positiv aufgefallen ist mir, das die Panels im Vergleich zum Vorjahr noch besser besetzt waren. Sei es Mercedes Bunz vom Tagesspiegel, Michael Brehm von StudiVZ, Joel Berger von MySpace (wo war eigentlich Facebook?) oder Verena Wiedemann von der ARD. Jaja – ich weiß. Alle rümpfen die Nase. Aber ich fand es mutig, spannend und durchaus auch informativ. Und es war von einigen der Genannten und Nicht-Genannten mutig, sich dieser Öffentlichkeit endlich einmal zu stellen.
Was das Themenspektrum anging war standen die Themen Creative Commons und der Umgang mit den User-Daten (Thema Vorratsdatenspeicherung) immer wieder im Fokus. Ob nun als eigentliches Thema oder dann in der Diskussion – “Was geschieht mit unseren Daten?” ist ganz offensichtlich eines DER heißen Themen zur Zeit. Und das ganz zu Recht. Eigenartiger Weise kamen die Chancen und Möglichkeiten von Communities für meinen Geschmack viel zu kurz. Crowdsourcing war in den Hauptdiskussionen nie ein Thema, dafür aber am Rande bei Hobnox, UnserFussballclub.de oder auch bei Peter Schuett von IBM. Auch wenn es extra Sessions zum Thema Communitys gab, spielte in den Diskussionen dieses Thema eine untergeordnete Rolle. Man gelangte immer wieder zur Sicherheit der Daten, dem Wert der Datenbank (“Unsere Datenbank ist gar nix Wert” meinte doch allen Ernstes Michael Brehm von StudiVZ. Scho klar. … Aber die Daten, die da drin stehen – DIE sind schon was Wert, korrekt? Denn wie wollt ihr denn sonst die so viel gelobte Zielgerichtete Werbung schalten? Mit Hilfe einer Glaskugel?) und der (Nicht-)Möglichkeit des Löschens der User-Daten. “Wir können nie ausschließen das auf irgendeinem Backup-Server auch nach dem Löschen der User-Daten nicht doch noch ein Datensatz von genau diesem User liegt.” so Joel Berger von MySpace ganz ehrlich. Gut, dass auch das einmal so direkt gesagt wurde! (siehe hierzu auch den guten Heise-Beitrag.)
Für mich persönlich super interessant war die Präsentation von Hobnox. Genial, was sie vorhaben. Aber auch erstaunlich, wie wenig sie den Weg schon kennen, der sie… wohin eigentlich führt? Dennoch – super spannend, innovativ und für mich schon jetzt ein Highlight des Jahres 2008 dieses Projekt. Vielleicht sollten wir uns ja noch einmal vertiefend über die Möglichkeiten von gutem Crowdsourcing unterhalten! Schließlich bewegen wir uns auf sehr ähnlichem Terrain, auch wenn es bei Hobnox erstmal um Content für ihre Channel geht, mit denen Geld verdient werden soll. Aber womöglich wäre unser Geschäftsmodell auch ein spannendes Geschäftsmodell für Hobnox.
An dieser Stelle ein ganz dickes Sorry an Christian Kunz von Create or die. Tut mir wirklich wirklich wirklich extrem Leid, das wir uns nicht mehr unterhalten konnten. Ich hab dich noch ne Weile gesucht und hoffe, das wir das bei Gelegenheit unbedingt nachholen! Hab voll das schlechte Gewissen. Ist echt nicht meine Art!!!
Vielen Dank auch für das wirklich angenehme Abendessen mit den Jungs von Brands4friends! Ohne uns ein Ohr abkauen zu wollen, wie toll doch Brands4friends ist, haben sie einfach gezeigt, das da durchaus angenehme und sympatische Zeitgenossen am Werke sind. Viel Erfolg weiterhin!
Martin Oetting hatte aufgrund seiner vielfachen TRND-Verkaufs-Werbegespräche leider keine Zeit für einen kurzen Plausch. Schade. Aber das holen wir demnächst mal in Berlin nach, richtig Martin?! So weit habens wirs ja (eigentlich) nicht.
Über Unser Fussball Clup hatte ich gestern ja schon gebloggt. Zu positiv? Vielleicht. Aber ich mag die Grundidee solcher Projekte eigentlich sehr. Andere sehen das Ganze, nicht zu Unrecht, noch deutlich kritischer als ich:
- Blogbote: “Sicherlich keine Präsentation eines neuen Businesskonzeptes! Ich habe einfach eine interessante Präsentation mit neuen Erkenntnissen zu diesem Thema erwartet. Aber Andreas Gebhard von der newthinking communications GmbH (u.a. Veranstalter der re-publica) leitete den Workshop damit ein, dass er jetzt über das neue kommerzielle Projekt unser fussball club de sprechen möchte! Ich war ein wenig sprachlos! Während die Businesspartner der republica ihre Selbstdarstellungspräsentationen im Programm ordentlich auswiesen, machte einer der Veranstalter der Konferenz auf inkognito”
- SEOnauten: “Eigentlich ein nettes Modell. Doch mir ging bei dem eigentlichen Geschäftsmodell die Hutschnur hoch. Es wurde als Spassprojekt verkauft und irgendwie roch doch alles im Hintergrund nach Geld verdienen.”
- Baynado: “Die Idee ist, möglichst viel dumme Fussballbegeisterte Leute zusammen zu trommeln, denen man vorgaukeln kann, dass sie wirklich die Entscheidungsträger eines Fussballclubs sind. Die möchtegern Fussballmanager sollen für den “Spaß” pro Jahr, 40 Euro in einem Verein investieren und 19 € Verwaltungskosten bezahlen.”
Ja, die Idee einer Genossenschaft oder eines gemeinnützigen Vereins hätte deutlich mehr Charme. Und dass meine 59 Euro nur für ein Jahr reichen und praktisch komplett weg sind – das überzeugt auch mich in keinster Weise.
Interessant fand ich auch das Gespräch mit den Machern hinter 1000Mikes. Zu Anfang dachte ich: “Naja – wat soll dat denn? Is doch nur Podcast per Handy.” Aber im Gespräch kamen da wirklich spannende Ideen (Live-Übertragung via Handy vom Fussballspiel einer unteren Liga), die dem Ganzen einen echten Sinn geben. Man darf gespannt sein, wie die Leute da draußen das in den kommenden Monaten annehmen. Viel Erfolg auf jeden Fall!!!
Sehr angenehm fand ich auch die Gespräche mit Silke Berz aka Paulinepauline. Auch wenn sie meine Idee für ein gemeinsames, überaus sinnvolles Blogprojekt (ersteinmal? Silke?) abgelehnt hat. Vielleicht reden wir ja nochmal drüber…
Ich hab so vieles vergessen, was mir wichtig war in diesen drei Republica-Tagen. Es gibt einen Haufen guter neuer Ideen in meinem Kopf und super interessante, neue Kontakte. Und Montag treffe ich mich dann mit Dr. Kai-Uwe Hellmann und wir schauen uns die Locations fürs Communitycamp Ende Oktober in April an!!! Auch darauf freue ich mich riesig!!!
Wer mehr lesen möchte, dem sei zum einen natürlich die re:publica-Seite empfohlen oder die vielen anderen Blogs, die kontrovers berichten.






8 Reaktionen
05. April 2008, 00:35 Uhr
Ich würde gern darauf hinweisen, dass ich bei der re:publica kein einziges trnd-Werbeverkaufsgespräch geführt habe. In den meisten Fällen war ich einfach nur froh, ein paar freundliche Gesichter zu sehen, mit denen ich gern spreche und die ich nicht so oft sehen kann. Auf die re:publica komme ich eigentlich nicht in erster Linie als trndler, sondern dann doch eher als Interessierter am Wandel der Medienlandschaft.
05. April 2008, 09:09 Uhr
Huhu Matias, hat mich gefreut, dass wir uns mal wieder gesehen haben und Zeit hatten, kurz zu reden. Viele Grüße auch an Frank.
@Martin und Matias: Habt euch doch mal wieder lieb, ist ja wie ein kleiner Zickenkrieg ;-)
philipp
05. April 2008, 09:53 Uhr
@Philipp
Aber wir haben uns doch lieb, der Martin und ich!!!
Wirklich.
Wir hatten uns halt verabredet und Martin hatte nie Zeit. Was ich nicht weiter schlimm finde.
Und wenn ich dann woanders lese, das Martin ein wunderbarer Werber und Verkäufer für TRND ist, dann kommen solche Formulierungen zustande, Martin!
Ist schon klar, das du nicht als Vermarkter da warst. Aber es macht dann halt doch den Eindruck…
06. April 2008, 10:17 Uhr
hab mich auch sehr gefreut, mal ein bissl ausführlicher mit dir zu quatschen :) ich werd nochmal über das blogprojekt nachdenken, aber mir mangelt es schlichtweg an zeit … deshalb komm ich ja in meinem blog auch meistens nur auf 10 beiträge pro monat. ;)
06. April 2008, 17:54 Uhr
@Paulinepauline
Ich würd mal sagen: zwei Beiträge pro Monat würden für das angesprochene Projekt vollkommen ausreichen. Qualität und Wissens- und Informations-TIEFE wären da viel wichtiger aus meiner Sicht.
Und ich wills ungern allein machen. Kollaborationen machen mehr Spaß ubnd sind auch zukunftsträchtiger denke ich.
Vielleicht finden wir ja auch noch einen dritten Mitstreiter bei dem es thematisch ähnlich gut passt.
06. April 2008, 20:33 Uhr
Hallo Matias,
bin gerade wieder aus Berlin zurück. Dein Gesprächspartner hat das “kurz stören” wohl etwas in die Länge gezogen. Kein Problem – wir sollten das Gespräch aber demnächst fortsetzen.
Bis dann.
Christian
07. April 2008, 10:32 Uhr
Danke für Erwähnung und Erfolgswünsche :-)
07. April 2008, 12:20 Uhr
@Christian,
ja, Willi ist da hartnäckig. Aber ein ganz lieber!!!
Gespräch sollten wir UNBEDINGT fortsetzen! Sehe ich ganz genauso.