Auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) folgte Suchmaschinenmarketing (SEM) folgt SNS: Social Network Strategien

Matias Roskos
15. April 2008, 11:48 Uhr, 8 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Die letzten Jahre galt SEO, also Suchmaschinenoptimierung als das Non-Plus-Ultra wenn es darum ging ein Webprojekt nach vorn zu bringen. Ein großer Teil der Nutzerströme im Internet lief über die Suchmaschinen. Also musste man versuchen sein Projekt in Suchmaschinen möglichst weit oben zu platzieren um genau an diese Nutzerströme zu gelangen. Das nennt man, ganz stark verknappt, SEO.

Dem folgte seit etwa 2006 das sogenannte SEM: Suchmaschinenmarketing. Meist wir SEO als Bestandteil von SEM angesehen. Hinzu kommen aber noch Werbemaßnahmen wie Linkkauf, gesponsorte Webplatzierungen, Adwords-Anzeigen, bezahlte Suchmaschinenlinks usw. Also ein noch viel umfassenderes Paket an Maßnahmen, die alle ganz direkt Geld kosten.

Und was kommt in der Zukunft?

Social Network Strategien = SNS.

SNS

Ich möchte hier nicht behaupten, das Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing wie hier zum Beispiel sehr gut und umfassend von Thomas Promny beschrieben, morgen schon sinnlos sind. Ganz und gar nicht. SEM wird ein fester Bestandteil von Marketingmaßnahmen im Ecommerce und anderer umsatzrelevanter Bereiche bleiben. Aber (!!!) der Fokus wird sich ganz stark auf den Bereich Communities richten. Schon jetzt gibt es immer mehr Artikel, Analysen, Expertenmeinungen zur Wichtigkeit von SocialNetworks – heute und in der nahen Zukunft. Es ist von Schlachten die Rede. Es wird gemutmaßt, wer am Ende die Nase vorn haben wird (ein sehr spannender Artikel übrigens, den ich nur allzu gern weiterempfehle).

Schritt für Schritt wird den Machern in und um das Internet herum bewusst, wie wichtig Social Networks jetzt schon sind und wie wichtig sie vor allem noch werden. Schon jetzt findet ein Groteil der Kommunikation im Netz nicht mehr via Email statt, sondern mittels persönlicher Nachrichten innerhalb der Netzwerke! Viele der Internet-Nutzer halten sich mittlerweile fast täglich auf Community-Portalen wie StudiVZ, Lokalisten, MySpace, Xing, Facebook oder Friendster auf und kommunizieren dort mit Freunden, Geschäftspartnern oder auch Menschen, die sie noch gar nicht kennen.

Und für Unternehmen, die im Internet Geld verdienen wollen und müssen – seien es Verlage, Plattenfirmen, Online-Shops, virtuelle Marktplätze, nicht zu vergessen die Tourismusbranche – ist es überlebenswichtig Communitys und damit auch SNS in der Zukunft ganz fest im Fokus zu haben!

Aber auch Menschen, die im und mit dem Netz ihr Geld verdienen, kommen nicht umhin in den für sie passenden Communitys präsent zu sein. Ich denke da an Fotografen, Webdesigner, Projektmanager, Berater, Illustratoren und viele andere mehr. Facebook und Xing sind fast schon ein MUSS. Für kreative Köpfe bieten sich Projekte wie Hobnox oder VisualOrgasm an.

Unternehmen sind in erster Linie an den großen, Millionen schweren Communitys interessiert. Es gibt aber auch etliche, kleine und dennoch super spannende Nischen-Communitys, die im Einzelfall sogar noch wirkungsvoller sein können, wenn es darum geht Mundpropaganda- zum Beispiel für ein Startup – zu erzeugen und an sogenannte Gatekeeper zu gelangen – also Menschen, die im Netz aktiv sind und die meine Markenbotschaft dann freiwillig weitertragen.

Es ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten gegenüber den Kunden. Aber immer mehr Firmen erkennen die Wichtigkeit nicht nur von SEO und SEM, sondern auch vom Wissen und Agieren mit Communitys, in Social Networks. SNS wird in der Zukunft ein ganz wichtiger Bestandteil jeder Wachstums- und Marketing-Strategie im Internet sein. Ein Grund, warum sich VOdA in Zukunft darauf verstärkt konzentrieren wird, neben dem Schwerpunkt Crowdsourcing, der sich als immer besserer Container zum Kontakt mit Gatekeepern entpuppt.



Über den Autor

Matias Roskos
2461 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

8 Reaktionen

  1. Kommentar von Ralph
    15. April 2008, 12:22 Uhr

    Sehr schöne Gedankengänge, die mir gefallen. Ich werde mir diese noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen, aber so abweichend von meinen sind Deine nicht ;)

    Das Problem ist nur, dass die hier besprochene “Ziel” – Gruppe sehr klein ist und eh die Unternehmen dies begreifen, noch viel Wasser die Elbe herunter fliesst. Ja, ich wohne in einer Stadt an der Elbe….

    Ralph

  2. Kommentar von Matias Roskos
    15. April 2008, 14:26 Uhr

    @Ralph
    Wie recht du hast. Aber die Gruppe der Entscheidungsträger in den Unternehmen wird von Monat zu Monat größer!
    Denn: es MUSS ein Thema für die Unternehmen sein, wollen sie langfristig erfolgreich agieren im Netz.
    Und SEO wurde anfangs auch belächelt, bis man merkte, das die Konkurrenz sich dadurch strategische Vorteile verschaffen konnte…

  3. Kommentar von Jürgen Liechtenecker
    16. April 2008, 12:02 Uhr

    Worin besteht denn der Unterschied in Suchaschinen zwischen gesponsorten Webplatzierungen, Adwords-Anzeigen, bezahlten Suchmaschinenlinks?

    Als Idelist, auch im Web, stellt sich für mich da immer die Frage der richtigen Gradwanderung. Genauso wie bezahlte Links nachhaltig keinen Sinn machen werden solche Marketingmassnahmen in Social Networks Probleme bereiten, solange sie für den User keinen Zweck erfüllen.

  4. Kommentar von Matias Roskos
    16. April 2008, 12:10 Uhr

    @Jürgen
    Zu 1. bitte mal bei Google nachfragen ;)
    Zu 2. Gradwanderung? Wenn man eine Community in spannende Aktionen mit einbezieht?
    Klar – es ist eine Frage, wie man es anpackt. Offen, ehrlich und fair oder plump und nach dem AAL-Prinzip. Sehe ich genauso.
    Aber prinzipiell freuen sich Menschen, wenn sie zu interessanten Aktionen eingeladen werden.
    Und wenn es auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruht und nicht als Spam daherkommt…
    Darum spreche ich ja auch ganz bewusst von “Strategien” und nicht von Guerillamarketing und dergleichen. Es gilt intelligente Lösungen zu entwickeln, die allen etwas bringen.

  5. Kommentar von Jürgen Liechtenecker
    16. April 2008, 12:28 Uhr

    also unter “bezahlte Suchmaschinenlinks” und “gesponsorte Webplatzierungen” gibts keine Suchtreffer. Ich nehme an du hast nur die Ad-Words Kampagnen gemeint oder Sponsored Links.

    Ja stimmt schon, aber ein zum Beispiel “trockener” Finanzdienstleister kann SEO und SEM tätigen (auch sinnvoll), was in SC nicht so leicht möglich ist.

  6. Kommentar von Matias Roskos
    16. April 2008, 13:21 Uhr

    @Jürgen
    1. http://de.wikipedia.org/wiki/Sponsored_Links
    und: http://de.wikipedia.org/wiki/Paid_Inclusion

    2. Aber Hallo!!!
    Natürlich kann, sollte und WIRD in der Zukunft gerade auch für Dienstleister dieser Art SNS super wichtig sein!
    Kannst mich gern zu einem Workshop dazu einladen, wo wir gemeinsam Strategien entwickeln können.

  7. Kommentar von Jürgen Liechtenecker
    16. April 2008, 14:06 Uhr

    Wobei ich meine, dass sponsored links und Ad-Words das Gleich sind und von Paid Inclusion kenn ich keine Einsatzzwecke. Welche Suchmaschine nimmt bezahlte Links in den organischen Ergebnissen auf?

    Okay konkret an einem kleinen Beispiel: Wie kann eine Marketingmethode in SC aussehen ausser in Banner oder Widget form?

    Nur Brainstorming-mässig.

  8. [...] Es gibt da ja auch einige spannende Schnittstellen zum Thema Social Network Strategien, das ich diese Woche hier schon angeschnitten habe. Brands4friends ist super erfolgreich in enger Symbiose mit StudiVZ gestartet. [...]

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