Starbucks rückt an seine Fans heran – via Internet

Matias Roskos
26. März 2008, 11:14 Uhr, 0 Reaktionen
Kategorie: Open Innovation

“Help shape the future of Starbucks—with your ideas”

My Starbucks Ideaso heißt es seit kurzen auf My Starbucks Idea. Damit steigt Starbucks, der weltweit größte Kaffeedistributor massiv ins Ideenmanagement via Internet ein. Ein guter Schritt, wie auch Andreas Milles von Spreadshirt findet.

es geht hier nicht um web2.0 Kampagne, um Neukundenwerbung und Incentives — die Aktion ist vor allem für Stammkunden (und längerfristiger) angelegt. Und die sind normalerweise schon sehr zufrieden, und noch zufriedener, wenn sie gehört und ernst genommen werden. Oder, noch banaler: ein “reales” Gesicht vor sich zu haben, wenn man mithelfen will, ein Unternehmen zu verbessern — was mit dem begleitenden Blog auch angegangen wird. Sicher, das ist sehr .. äh, einfach – und fragwürdig, ob man genau die Zielgruppe mit “nichts” abspeist. Aber es ist ein Start – für ein Unternehmen, das derzeit sicher unter Konkurrenzdruck steht und zwar ganz guten Kaffee gutes “Hype”-Marketing macht, online allerdings noch nicht so wahrgenommen habe.

Yepp. Es geht in erster Linie darum nicht neue Kunden zu aquirieren, sondern die “Kraft der Masse”, also die guten Ideen der Stammkunden endlich zu erhören. Und dann hoffentlich auch umzusetzen. Man kann es Ideenmanagement nennen oder Crowdsourcing oder was auch immer. Starbucks tritt in Kontakt mit seinen Kunden. Und das ist ein guter Schritt. Für Starbucks, aber vor allem auch für die Kunden. Firmen wie Villeroy & Boch machen das schon seit geraumer Zeit. Allerdings nicht online, sondern intern – mit den eigenen Mitarbeitern. Man spart durch die vielen guten Ideen, die es dann auch gilt umzusetzen, einen sechsstelligen Betrag im Jahr ein.

Nach Dell geht nun Starbucks diesen Weg online. Das ist ein guter Weg. Auch wenn, wie nicht anders zu erwarten, Menschen wie Patrick Breitenbach vom Werbeblogger dem extrem kritisch gegenüber stehen:

Das was ich als allererstes versuche herauszufinden, wenn ich einen neues Web 2.0 Vorhaben das erste Mal anschaue, lautet: Wo ist meine Belohnung? Was ist mein Nutzen? Was bringt es mir? Was bringt es anderen?
Laut “My Starbucks Idea” lautet die Antwort auf meine Fragen augenscheinlich: “Help shape the future of Starbucks—with your ideas”. Meine kostbaren Ideen um die Zukunft von Starbucks zu formen? Nein danke. Aus der AAL-Denke (Andere Arbeiten Lassen) sind die meisten Internetnutzer schon lange draußen und für ein paar neue Kaffeesorten oder die ein oder andere Goldidee (die auch mit Gold vergütet werden sollte) muss man doch nicht gleich ein Social Network aufziehen.

Ja – gute Ideen sind bares Geld wert. Und sollten dann auch entlohnt werden! Aber viel wichtiger ist es, das die Leute, die Starbucks tagtäglich nutzen endlich einen Kanal haben zu sagen, was man noch besser machen sollte. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Firmen ihre Ohren so weit aufspannen, wie es Starbucks nun tut. Denn auch das ist Web 2.0: zuhören, sich öffnen, kommunizieren, Ideen austauschen, Dinge verbessern. Zum Nutzen für alle.


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Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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