Facebook nun auch auf Deutsch – Interview mit einem der Übersetzer auf jetzt.de

Matias Roskos
07. März 2008, 09:17 Uhr, 0 Reaktionen

FacebookSeit einigen Tagen gibt es Facebook nun auch in einer deutschen Übersetzung. Was nichts daran ändert, das ein Großteil der Kommunikation weiterhin auf Englisch stattfinden wird. Aber es wird sich sicherlich die ein oder andere deutschsprachige Gruppe bilden. Es wurden Hürden abgebaut, und das ist gut und richtig so. Denn man will den deutschen Markt erobern. Und hat aus meiner Sicht gute Chancen dafür. Denn das Schwergewicht auf dem deutschen Markt namens StudiVZ sonnt sich im eigenen Erfolg und besitzt dabei leider soviel Innovationskraft wie eine alte Bananenschale. Und man gewinnt nicht den Eindruck, das sie vorhaben dies zu ändern. Im Gegensatz zu Facebook, das vor Innovationskraft schier zu platzen droht.
Klar – seine Navigation von den Usern ins Deutsche übersetzen lassen allein ist auch nicht Innovation auf höchstem Niveau. An sich finde ich es gut, das man auf die Kraft der Community setzt und hier Crowdsourcing einsetzt um den Mehrwert der Seite zu erhöhen. Schade nur, wenn für die vielen fleißigen User noch nicht mal ein Dankeschön drin ist, wie in einem Interview mit einem der Übersetzer auf jetzt.de zu lesen ist. Oder eine Reise zur Firmenzentrale nach Palo Alto in Kalifornien. Das hätte doch was! Eine deutsche Facebook-Crew gibt es erstaunlicherweise noch immer nicht. Ich denke, das wird sich noch ändern, wenn man tatsächlich die Nummer 1 im deutschsprachigen Raum werden will. Ohne deutschsprachiges Team vor Ort, das sich auch mal auf der ein oder anderen Konferenz blicken lässt, geht es nicht.

Aber das Interview ist nicht nur interessant, weil man erfährt das Facebook bei dieser Aktion sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat (“Es gab ein paar Leute vom Facebook-Staff, die in einem Diskussionsforum tätig waren, die Beteiligung seitens Facebook war insgesamt gesehen aber eher mau. Das ist Alles nicht besonders gut gelaufen. Von Facebook war einfach zu wenig Beteiligung da. Von denen kam überhaupt keine Rückmeldung.” Zitat von Sven Hagge auf jetzt.de), sondern weil ein im Netz Aktiver wieder einmal kurz und knapp erklärt, warum er bei Crowdsourcing mitmacht:


Frage von jetzt.de: Du investierst diese ganze Zeit, schreibst und schreibst und dann bekommst du dafür nicht einmal Anerkennung.
Antwort: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Was am Schluss dabei herauskommt, wie die Leute die Möglichkeiten nutzen, die sich ihnen beispielsweise mit einer übersetzten Version von Facebook bietet, ist den Leuten selbst überlassen. Ich finde es gut, dass sie zumindest die Möglichkeit haben, das Angebot zu nutzen. Ich habe das Alles nie als Arbeit empfunden, ich habe es einfach gemacht.

Man muss dazu wissen, das Sven Hagge auch auf Wikipedia aktiv ist. Es gibt Menschen, die denken nicht zuallererst an eine Entlohnung. Sie haben Spaß an der Arbeit und freuen sich, wenn andere Menschen damit etwas anfangen können. Nicht jeder kann sich diese Denke auch leisten, weil er selbst sehen muss wie er seinen Lebensunterhalt verdient. Viele aber können mit gutem Zeitmanagement solche Dienstleistungen erbringen. Weil es Freude bereitet! Was nichts daran ändert, das ich es fair finde, wenn bei einem Unternehmensmodell wie Facebook, das kommerziell angesiedelt ist, man auch Wege findet um die Crowd, die eine Dienstleistung erbringende Community, versucht fair zu entlohnen. Das hätte was, liebes Facebook!



Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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