China? Nein Danke!

Matias Roskos
17. März 2008, 10:46 Uhr, 2 Reaktionen
Kategorie: Allgemein

Endlich! Endlich wehrt sich eines der friedlichsten Völker der Welt. Der Dalai Lama trifft es mal wieder punktgenau, wenn er von kulturellem Völkermord spricht. Das die Chinesen damit nichts anfangen können ist mir schon klar. denn schließlich gehört diese Politik – Erobern + Assimilieren bis an die Schmerzgrenze – seit jahrtausenden zu ihrer Politik. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das vergangene und dieses Jahrhundert ist Tibet dran, ein Land dreimal so groß wie Deutschland, mit einer Bevölkerungstärke kleiner als Berlin. Und: reich an Bodenschätzen!!! Und genau darum geht es mal wieder. Wie auch schon im Irak.

China ist eine Weltmacht, die es sich nicht erlauben kann, nicht erlauben will einen Millimeter Boden preiszugeben. China ist damit eine unreife Weltmacht, verhaftet in altem Denken. Kommunikation ist für sie Teufelszeug. Unterdrückung ist einfacher.

Und nun haben sie sich die Olympischen Spiele ins Haus geholt. Und – ich hab lange darüber nachgedacht, bevor ich es so schreibe – es ist gut, das die Olympischen Spiele in China sind!!! Sorry, Mike! Ich weiß, du siehst es anders. Und ich kann dich zu 100 Prozent verstehen.

Aber!!! – niemand würde Notiz nehmen vom Tibet-Problem. Doch so schaut die gesamte Welt auf China. Und die Tibeter haben eine winzige Chance, das die Welt ihr Problem endlich sieht und begreift. Ein Volk wird unterdrückt. Es droht in den kommenden 100 Jahren seine fast vollständige Auflösung. Und ein Grundpfeiler dieses Volkes ist Friedfertigkeit! Wir brauchen Völker wie die Tibeter. Völker, die noch versuchen im Einklang mit der Natur zu leben. Völker, die positiv denken und niemand anderem etwas zuleide tun wollen. Völker, die andere Völker akzeptieren und sie nicht erobern wollen.

Darum MUSS die Welt auf Tibet schauen. Und die Olympischen Spiele sind wie eine überdimensionale Lupe, die uns China und damit auch das Tibetproblem viel deutlicher sehen lassen!

Aber es nutzt nichts, wenn wir jubelnd die Spiele verfolgen. Keine Lobhudeleien auf den Aufschwung Chinas. Da bin ich auf deiner Seite, Mike. Aber ein Boykott – wem schadet er? Ausschließlich den Sportlern und den Sportfans. Viele Leistungssportler freuen sich seit Jahren auf dieses Ereignis. Es ist oft ihre einzige Chance an einem so gewaltigen Ereignis teilzunehmen. Für viele sind die olympischen Spiele auch wirtschaftlich überlebenswichtig. Viele Sportler sichern mit einer einzigen Medaille ihre komplette nachfolgende Karriere ab. Sie siegen für ihre Zukunft, für ihre Familien.

Ein Boykott tut den falschen Menschen weh! Aber alle müssen dafür sorgen, das es keine Jubelspiele werden. Es muss kritisch, sehr kritisch und aufmerksam nach China geschaut werden. Und um ein Zeichen zu setzen, sage ich: Lasst uns die Eröffnungsfeier boykottieren! Lasst uns dafür ein Konzert für Tibet feiern. Wo und wie auch immer. Das wäre ein besseres Zeichen! Statt einer monströsen Eröffnungsfeier Konzerte für Tibet!

Mehr zu diesem Thema auch auf folgenden Seiten:


Stichworte


Über den Autor

Matias Roskos
2706 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

2 Reaktionen

  1. Kommentar von MolArtMar
    18. März 2008, 09:54 Uhr

    Du sprichst weise Worte ganz gelassen aus …

  2. Pingback von PatJe.de » "The games must go on" - oder auch nicht?
    18. März 2008, 17:20 Uhr

    [...] VisualBlog: China? Nein danke! [...]

Dein Kommentar