Viele gute Ideen, die man nicht schafft umzusetzen

Matias Roskos
27. Februar 2008, 08:21 Uhr, 7 Reaktionen
Kategorie: Allgemein

In den letzten Jahren entstanden in unseren Köpfen (in Franks und meinem) etliche gute (und manche vielleicht weniger gute) Ideen für Webprojekte, die alle in irgendeiner Form mit VisualOrgasm zusammenhängen bzw. dieses Kreativportal als Ausgangspunkt nutzen würden.

Eines dieser Projekte war und ist die Pixeltown. Diese haben wir, trotz knapper Personalkapazitäten, geschafft ins Netz zu bringen und zu gutem Erfolg zu führen. Auch das VisualBlog ist uns gelungen zu etablieren. Andere Projekte schmoren leider möglicherweise für ewig in unseren Schubladen. Eines davon ist Spoxter, über das ich letzten Sommer hier ein wenig schrieb. Leider findet einer unserer Entwickler, der die Idee genauso genial findet wie wir, keine Zeit für dieses spannende Projekt.

Dass wir die Pixeltown gern ausbauen würden, wissen die meisten ja. Auch dafür gibt es einige interessante Konzepte in unseren Köpfen. Aber auch hier fehlt es an Entwickler-Knowhow. Vom neuen VisualOrgasm will ich hier gar nicht schreiben. Das würde mich einfach zu traurig machen. Aber vielleicht geschieht 2008 ja noch ein Wunder.
Ein weiteres Projekt, über das wir schon 2003 mit verschiedenen Entwicklern redeten, ist das Downloadcenter. Idee war es für alle Kreativen ein Portal zu schaffen, wo sie eigene Arbeiten hochladen und Arbeiten anderer downloaden könnten. Dabei sollten sie in der eigenen Administration festlegen, ob sie ihre Arbeiten komplett free, also kostenlos, oder als eine Art Shareware zur Verfügung stellen. Somit hätten wir ihnen ein spannendes Einnahmemodell verschafft, über das sich mittelfristig sicherlich einige Freelancer eine gute zusätzliche Einnahmequelle hätten verschaffen können.

Ja, ich weiß – es gibt schon Bild- und Videoplattformen ohne Ende. Aber wir dachten dabei nur bedingt an Fotografien. Und Videos waren damals eh noch nicht DAS Thema. Für Webdesigner, Flasher und andere mit dem Netz beschäftigte Kreative gibt es noch etliche andere spannende Daten, die sie fast täglich benötigen. Dazu gehören Fonts, Illustrationen, Icons, Photoshop-Dateien mit allen Ebenen, Texturen, 3D-Modelle, Flash-Dateien, Soundclips und so weiter. Also alle denkbaren Formate. Eine zentrale Anlaufstelle für alle Kreativen die auf der Suche nach gutem Material sind, das sie in der täglichen Arbeit verwenden dürfen. Natürlich gegen entsprechende, faire Gebühren.

Ich bin sicher, das VisualOrgasm-Downloadcenter wäre mittelfristig ein großer Erfolg geworden. Leider fanden wir keinen Entwickler, der SO verrückt ist, dieses enorme Projekt auf seine Schultern zu laden. Und auch der notwendige Server-Space machte uns ein wenig Angst.

Da wir keine großen Freunde von 80-seitigen Businessplänen sind, kam auch eine Investorensuche nicht in Frage. Und so wird dieses Konzept wohl nie umgesetzt werden. Schade. Aber es gibt jetzt etwas ähnliches im Netz. Nicht von uns. Und auch nicht so umfangreich wie von uns angedacht. Aber immerhin: The Mediabank. Ich wünsche viel Erfolg.

Und wenn sich dennoch ein “verrückter” Entwickler findet, der dieses Projekt und/oder andere aus unserer gedanklichen Schublade umsetzen möchte – einfach melden! Auch (sympathische) Businessangel und Investoren, die gern mit uns mal ne Tasse Kaffee trinken und über solche Ideen (wir haben keine fertig ausgearbeiteten Businesspläne, nur nen Haufen von Roh-Konzepten und Ideen!!!) plaudern wollen – mailt mich an! roskos (at) vo minus agentur punkt de.

Manchmal ist es einfach superschade, wenn man sieht, wie die Zeiten sich ändern und eigene Konzeptideen sicherlich erfolgreich geworden wären. Wenn, ja wenn… wenn man die entsprechenden Ressourcen im Bereich Entwicklung oder Kapital gehabt hätte.


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Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

7 Reaktionen

  1. Kommentar von Eike
    27. Februar 2008, 09:15 Uhr

    Niemals aufgeben – niemals Kapitulieren. Ist zwar aus Galaxy Quest gilt aber auch für Earth Quest

  2. Kommentar von Wingi
    27. Februar 2008, 10:14 Uhr

    @Pixeltown: Wann werden endlich Autos auf den Straßen fahren bzw. die Leute von Haus zu Haus gehen?

    Und wenn ihr das haben wollt, aber wie bei so vielem keine Zeit habt, was würde das euch wert sein?

    Ein ambitionierter Entwickler ohne Zeit ;-)

  3. Kommentar von Matias
    27. Februar 2008, 10:41 Uhr

    @Eike
    No panic. Kapitulieren tun wir nicht. Wir müssen nur schauen, was machbar ist im Moment (ohne Entwickler und ohne Kapital) und was halt nicht.
    Ist schade, was dabei an guten Ideen einfach nicht umsetzbar ist. Wehmut pur. Aber wer uns kennt: wir schauen immer fröhlich nach vorne!

    @Wingi
    Du – ambitionierte Entwickler ohne Zeit kennen wir mittlerweile einen ganzen Haufen!
    Ja – fahrende Autos, laufende Menschen, eine lebendigere Pixeltown wäre genial. Aber wenn ein Entwickler Lust dazu hat – worüber wir uns sehr freuen würden – dann geht das nur über ein Beteiligungsmodell.

  4. Kommentar von Mario Klingemann
    27. Februar 2008, 12:05 Uhr

    Hmmm, wie sage ich das jetzt, ohne daß es sich vollkommen miesepetrig und destruktiv anzuhört? Wird mir vermutlich nicht wirklich gelingen, trotzdem bitte nicht allzu persönlich nehmen: es gibt einen schönen Artikel von Andre Torrez zum Thema “Ideen, die wir nicht verwirklichen konnten”, der leider nur noch auf archive.org zu finden ist – hier der Link:
    http://web.archive.org/web/20050805075920/http://torrez.org/archives/000300.php

    Sein Fazit sollte sich jeder Kreative in großen Lettern an die Wand hängen: “Ideas are fucking worthless” – Ideen sind Pipifax, was zählt, ist einzig und allein, daß man sie umsetzt. Dabei ist es nicht wichtig, daß alles von Anfang an perfekt ist oder sämtliche Features realisiert werden – einfach machen statt reden. Die meisten netzbasierten Ideen kann ein halbwegs talentierter Entwickler innerhalb eines Wochenendes umsetzen – das sieht dann vielleicht nicht sexy aus, aber man hat zumindest schon mal eine konkrete Grundlage und kein Luftschloss.

    Gerade im Netz kann man sehen, daß eine Idee allein oder die Tatsache, daß man möglicherweise der erste war, der sie hatte, rein gar nichts zählt: Vor Facebook gab es z.B. x Ansätze das 6-Degrees Prinzip zu nutzen – 1997 hatte das bereits sixdegrees.com gemacht, aber 2001 war’s vorbei damit.

    Wenn Ihr wirklich fest an die Idee glaubt, dann steckt doch einfach Euer eigenes Geld rein und bezahlt einen Entwickler dafür, der das ganze umsetzt. Und das muß ja nicht mal teuer sein – da draußen gibt es Online-Marktplätze in denen sich Zweite-Welt Programmierer gegenseitig unterbieten, so daß Euch ein Testballon vermutlich gerade mal ein paar hundert Euro kosten dürfte.

    Denn wenn Ihr das ganze in Form eines Beteiligungsmodell machen wolltet, welches den Aufwand der beteiligten Parteien realistisch abbildet, würde ich mal sagen, daß Ihr Euch glücklich schätzen könnt, wenn Ihr am Ende mit 10% dabei seid.

  5. Kommentar von Matias
    27. Februar 2008, 12:48 Uhr

    @Mario
    Gut gebrüllt, Löwe!!! Es ist ja nicht so, das wir nicht laufende und funktionierende Projekte am Start haben ;)
    Aber um bestimmte Dinge zu finanzieren, muss man entweder Entwickler bezahlen oder selbst entwickeln.
    Aber wir sind leider leider leider keine Entwickler. Und bevor man Entwickler bezahlt, muss man erstmal Miete und Essen für die Familie bezahlen. Wir sind nicht mehr jung und wohnen in einer WG, sondern haben Frau und Kinder. Da schaut die Welt dann schon ein wenig anders aus.
    Aber wo du natürlich absolut recht hast: Machen statt Quatschen ist die bessere Variante.
    Darum gibt es ja VisualOrgasm, die Pixeltown, VOdA und demnächst BabyRocker.de!

  6. Kommentar von Tobias
    27. Februar 2008, 15:26 Uhr

    Der “80seitige Business Plan” ist ein Gerücht, welches man in der Realität selten braucht. Ein Business Angel will doch keinen Wälzer lesen… wenn Du eine gute Idee hast, wirst Du Investoren mit einer Mgmt Summary und kleiner Präse überzeugen können. Ein bisschen über die “Rohidee-Phase” hinaus sollte der Reifegrad allerdings schon sein

  7. Kommentar von Alain N. Lavanchy - The Mediabank
    09. März 2008, 16:17 Uhr

    Erstmal ein herzliches Dankeschön für die Glückwünsche zu The Mediabank. Deren Entwicklung hat auch rund 1 Jahr länger gedauert als eigentlich angedacht war. Und auch wir hatten am Anfang noch viel mehr Idee, was man alles machen könnte.

    Ihr habt ja auch schon so einiges zum Leben gebracht. Hut ab. Ich wünsche euch auf jeden Fall weiterhin viele tolle Ideen und das sich das eine oder andere auch umsetzen lässt. Have fun
    Alain – Geschäftsführer TMB – The Mediabank

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