Leute – im Februar eine Dreiviertestunde vor der Tür warten, ohne das es auch nur einen Millimeter vorwärts geht, das ist Bullshit! Und wenn es dann im räumlich weit verzweigten und großen Tresor in Berlin-Mitte auch nur eine einzige Bar gibt (vermutlich war im VIP-Bereich eine zweite) und dann die Tresenkraft dahinter ganz offensichtlich am liebsten umgehend ins Bett gegangen wäre, dann hebt das die Stimmung auch nicht gerade. Zehn Minuten stehen und darauf warten, das der Barmann Bock hat einem sein Bier oder sein Wasser zu geben – das ist ätzend. Und ich war nicht der Einzige, der diese Erfahrung mehrmals am Abend sammeln durfte!
Damit aber auch (fast) genug gemeckert. Denn (!!!) – insgesamt hätte Hobnox kaum einen besseren Start hinlegen können. Was vor allem an den Künstlern lag, die live auftreten durften.
Aber von Anfang an: Mit dem heutigen Tag ist Hobnox endlich auch offiziell online am Start. Etwa 50 Mitarbeiter werkeln seit etlichen Monaten an einem der gewaltigsten Webprojekte aus Deutschland, die das Licht der Online-Welt in den letzten zwei Jahren erblickt haben. In diesem Projekt steckt nicht nur viel Venture Capital (von 5 Millionen Dollar ist hinter vorgehaltener Hand die Rede), sondern auch ein ganzer Haufen guter Ideen und Innovationskraft. Hobnox will DIE Plattform für kreative Menschen werden. Dabei geht es vor allem um Musiker, Videoartists und Street Art Künstler.
Und Hobnox startete gestern Abend im Berliner Tresor mit einer Party ins Legen – ganz so, wie es sich für die Musikbranche gehört. Vorher fand ein etwa zweimonatiger Crowdsourcing-Contest statt, bei dem in den drei angesprochenen Rubriken jeweils drei Finalisten gesucht und gefunden wurden. Diese durften sich dann gestern präsentieren. Vor allem die drei Live-Auftritte der Bands waren krass. Einfach nur krass! Oder besser: genial. Alle rockten das Haus sowas von gewaltig, das es die helle Freude war! Und damit war der Abend ein zu 100% gelungener Abend. Denn was kann es bei einer Party Besseres geben als eine geile Live-Mucke?!
Leider gingen die drei Finalvideos bei einem solchen Event arg unter. Es wurde auch moderatorentechnisch schlecht erklärt, was warum gezeigt wird. Ich schätze mal, die Hälfte der Leute vor Ort wusste nicht wirklich worum es ging. Aber egal – die Musik entschädigte. Auch für die zähen Pausen zwischen den Auftritten. Warum wurde da eigentlich nicht Party gemacht? Warum plätscherte da nur viel zu leise Hintergrundmusik durch die riesigen Räume? Egal.
Was Hobnox in den kommenden Monaten ganz konkret vorhat… ich habs nur zum Teil begriffen. Man bietet Online-Tools für Musiker und Videokünstler. Entsprechende Demo-Tools stehen auf der Webseite zur Verfügung. Man ist also noch nicht wirklich fertig. Egal. Die Richtung stimmt. Man bekommt das Gefühl: das könnte was werden mit Hobnox. Wo genau man letztendlich Geld verdienen will – auch das muss ich noch herausfinden. Anscheinend spielt Crowdsourcing bei Hobnox (vorerst?) nur eine untergeordnete Rolle. Was sich jedoch schnell ändern könnte, wenn potentielle Kunden an die Tür klopfen und fragen, ob Hobnox nicht ein cooles Musikvideo oder einen witzigen Werbespot erstellen lassen kann. Die Plattform scheint mir dafür bestens gerüstet, wie das Evolution Festival ja schon angedeutet hat. Also könnte unser VOdA-Geschäftsmodell durchaus auch eines für Hobnox sein.
Oder setzt man auf die (noch nicht wirklich) bewährte Schiene “Einnahmen durch Werbung”? Oder soll es Bezahlbereiche geben? Kann ich mir nicht vorstellen, wenn die Underground-Szene als Zielgruppe angegeben wird. Die wäre dann nämlich ganz schnell wieder weg.
Ich bin gespannt, wie sich Hobnox entwickelt. Wie schon gesagt, schön das es solche ambitionierten Projekte gibt und sie hier in Berlin ansässig sind!
Und die nächste Party läuft bestimmt noch runder. Hauptsache, die Live-Gigs sind weiterhin so genial.
Schade nur, das im Netz heute kaum was auf den News-Seiten zu Hobnox zu finden ist. Und auch bei Deutschlands PR-Blogger Nr. 1, Klaus Eck, der erst gestern einen Artikel zum Thema “Musiker 2.0” geschrieben hat, findet sich kein Hinweis zu Hobnox. Eigenartig. Hobnox hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Und wir sie garantiert in den kommenden Monaten auch bekommen.






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