Müde und geschafft sind meine Freundin und ich (und auch unser Sohn) zurück von der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg. Drei anstrengende, zugleich aber sehr erfolgreiche Tage liegen hinter uns. Und wir können zu 100% sagen: die Reise hat sich gelohnt.
Wir waren nun schon zum vierten Mal dort. Dazu muss man wissen, das ich neben meiner Geschäftsführer-Tätigkeit für VOdA auch Inhaber eines Spielwarengeschäftes in Berlin-Friedrichshain bin, dem Zwergen-Saloon. Den Großteil der Arbeit nimmt mir dort aber zum Glück Danny (siehe Bild) ab. Wir fungieren in Sachen Zwergen-Saloon und bald auch im Projekt BabyRocker.de als gut eingespielte Doppelspitze. Das macht Laune.
Zum vierten Mal nun schon besuchten wir Europas größte Messe in Sachen Spielzeug und Kinderliteratur. Und es gelang uns wieder etliche neue Highlights für unser Ladensortiment zu entdecken. Jede Messe birgt für mich ein oder zwei totale Überraschungen, bei denen ich aus dem Staunen nicht mehr heraus komme. In diesem Jahr war das zum einen die Firma Eitech, von der ich gar nicht mehr wusste, das es sie noch gibt. Und WIE es sie noch gibt. Ich hab in dieser Richtung die letzten Jahre komplett gepennt. Jeder gute “Ossi” kennt die genialen Construction-Baukästen, die auch im “kapitalistischen Ausland” extrem beliebt waren. Ich war davon ausgegangen, das sie wie so vieles andere von der guten Treuhand abgewickelt worden waren. Aber nö – es gibt sie noch. Und wie! Ein riesen Stand. Und eine Produktpalette, die einen Papa von einem bald fünfjährigen Jungen mit den Augen schlackern lässt. Genial. So macht Spielzeug Spaß Die Kids können bauen und basteln ohne Ende Man kann Motoren einbauen und per Fernbedienung damit rumbrausen. Dann wieder auseinander bauen und was Neues draus zaubern. I love it! Wurde sofort geordert und steht demnächst dann auch bei uns im Laden.
Das zweite Total-Highlight der Messe war für mich der kleine Familienbetrieb Liebe. Die heißen wirklich so! Und die ganze Kraft ihres Namens hauen sie in ihre Produkte: komplett selbst gefertigte Puppenhaus-Miniaturen. Alles zu 100% in Thüringen gefertigt, aus Holz einheimischer Wälder, wobei das Holz aus nachhalitger Waldwirtschaft (PEFC) stammt. Rechts seht ihr eine Biegepuppe auf Skiern. Die Puppe allerdings stammt von Annedore Krebs, deren handgefertigte Figuren wir schon 2007 ins Sortiment aufgenommen hatten und bei der wir diesmal auch wieder nachgeordert haben. Der Clou aber sind die Skier! Sie sind nicht nur handgefertigt, sondern besitzen eine Minibindung, die sich an die Füße der Biegepuppe anpasst, so das die Ski wie echte Carver an den Puppenfüßen halten. Was für eine Liebe zum Detail.
Und die begegnet man bei den Produkten der Familie Liebe überall. Sei es bei einem Miniatur-Zollstock, der wie ein echter ausklappbar ist, bei einer funktionierenden Miniatur-Murmelbahn, einem aufklappbarem Tapeziertisch, einem Waschbecken mit echter Metallhalterung und passendem Seifenhalter mit Magnet, einem Kellerverschlag mit Schloss und einer passenden Kartoffelstiege oder aber dem handbemalten Obst für den Miniaturkaufmannsladen (sie Foto links und unten). Jeder Apfel, jede Kartoffel ist ein Einzelstück und so groß wie Toastbrotkrümel. Es hat Spaß gemacht sich von Vater und Tochter auf dem Stand in Nürnberg beraten zu lassen. Und wir werden zum Weihnachtsgeschäft ganz bestimmt den Schritt gehen und diese (gerechtfertigt!) höherpreisigen Artikel zu bestellen. Genau solche wunderbaren Produkte, gefertigt hierzulande in einem kleinen, sympathischen Familienbetrieb, sind die Nischenartikel, die wir für unseren Zwergen-Saloon in Berlin suchen.

Was uns aber ansonsten noch auffiel, war zum einen das deutlich verbesserte kulinarische Angebot und viel mehr Sitzmöglichkeiten auf dem großen und angenehmen Messegelände. Dafür ein Dankeschön an die Messe Nürnberg! Auch Nürnberg als Stadt (wir wohnten zum ersten Mal in der Innenstadt) zeigte sich als sympathisch und empfehlenswert. Wir kommen auf jeden Fall gern wieder nach Nürnberg!
Die Hallen allerdings wirkten auf uns deutlich leerer wie die letzten Jahre. Für uns zwar ganz angenehm, für eine Messer aber sicherlich nicht erstrebenswert. Die Händler, mit denen wir darüber sprachen lieferten ein geteiltes Feedback. Ja – es wurde viel weniger deutsch und viel mehr englisch, italienisch und spanisch gesprochen auf den Gängen. Die Händler bestätigten rückläufige Orders aus Deutschland, dafür viel mehr Bestellungen aus dem Ausland. Auch im Bereich zählt “made in Germany” wieder was!
Und was uns noch auffiel: chinesische Stände breiteten sich weiter aus und tauchten nun auch in Hallen auf, wo sie in den Vorjahren noch nicht oder kaum zu sehen war. Der Anteil asiatischer Aussteller scheint weiter zuzunehmen. Was wir sehr schade finden und nicht ausländerfeindlich gemeint ist! Aber oft sind es halt Anbieter von Plüschzeugs, Plastiktrallala und Metallautos zu Dumping-Preisen. Keine aufwendige Handarbeit von Familienbetrieben sondern aus meiner Sicht spieltechnisch wenig wertvolle Massenware, die oft noch nicht mal ein Lebensjahr eines Kindes überlebt. Wir bevorzugen da eher Spielwaren, die man an die eigenen Kinder und Enkel noch weiter vererben kann. Aber auch die gibt es ja zum Glück immer noch. Und wir wollen helfen, das diese Familienbetriebe überleben und sogar wachsen können.






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