Ach je – nun gibts auch MeinVZ (was aber garantiert nicht meins werden wird)

Matias Roskos
28. Februar 2008, 15:55 Uhr, 1 Reaktion
Kategorie: Web 2.0

Wie schon angekündigt und zu erwarten war, hat StudiVZ nun seinen großen Bruder mit dem Namen MeinVZ bekommen. Was ich davon halte? Hmm… lässt mich einfach nur total kalt. Denn ich bin der festen Meinung, das Facebook um Lichtjahre innovativer und darum mittelfristig auch in Deutschland erfolgreicher sein wird. StudiVZ und damit auch MeinVZ ist leider so innovativ wie ne Holland-Gurke. Sorry, wenn ich das so deutlich ausspreche.

Aber es steckt viel Power hinter den Holtzbrinck-Töchtern. Es ist ihnen in den vergangenen 24 Monaten gelungen so viel Wirbel um StudiVZ zu machen, das sich Millionen von Menschen dort angemeldet haben. Das war viel Arbeit. Und – ob man es nun wahrhaben will oder nicht – es ist ein gewaltiger Erfolg für die Macher. Sie sind zur Zeit DAS Social Network Deutschlands. Ob das jedoch mit so wenig Innovationskraft so bleiben wird, mag ich bezweifeln.

Was mir sauer aufstößt und was ich absolut traurig finde, war die lobhudelnde Berichterstattung auf Zoomer.de. Dazu muss man wissen, das Zommer genauso wie MeinVZ eine Holtzbrinck-Tochter ist. Doch man versäumte es in dem entsprechenden Beitrag darauf hinzuweisen und warb und warb und warb für MeinVZ. Erst zahllose kritische Beiträge zu diesem Umstand veranlassten die Macher bei Zoomer.de um einen entsprechenden Hinweis in dem Beitrag. Naja – wenigstens das. Damit hat Zoomer aber bei mir gewaltig an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Schade – denn zu meiner anfängliche Skepsis gesellte sich in den letzten Tagen eine positive Grundstimmung, weil ich das Konzept hinter Zoomer nicht unspannend finde. Klar – es gibt Wikio, Rivva und andere Nachrichten-Aggregatoren. Und Zoomer basiert auf einem ähnlichen Prinzip: die User bestimmen welche Meldungen ganz oben stehen. Aber der Mix aus redaktionellen Inhalten (und nicht Blog-Fremdbeiträgen) und dem Mitspracherecht der Community – DAS finde ich einen spannenden Ansatz.

Hier ein paar Links zu dem ganzen Thema:

  • Mike Schnoor testet MeinVZ und ist wie erwartet wenig begeistert.
  • Don Alphonso prangert die Klickenwirtschaft bei Holtzbrinck an.
  • Der peinliche Beitrag bei Zoomer.de zum MeinVZ-Start. Lobenswert, das die Kommentare nur temporär abgeschaltet waren, jetzt aber wieder sichtbar sind. Und das man sich getraut hat eine extra Box in den Text einzubauen, wo man auf die Verwandtschaft mit MeinVZ hinweist. Zwar etwas spät, aber immerhin. Kompliment fürs Nicht-Schweigen!!!
  • Video-Interview mit Michael Brehm und Dennis Bemmann von StudiVZ/MeinVZ auf Gründerszene.de
  • irgendwie passend: Interview mit StudiVZ-Chef Rieke mit der unglaublichen Aussage: “Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen Daten jetzt herausgeben”
    Schön, wie man bei Spiegel Online hier nachbohrt. Sehr gut!

Viel Spaß bei der Lektüre.

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Über den Autor

Matias Roskos
2236 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

Eine Reaktion

  1. Pingback von ethority blog » Freitag: Die Web 2.0-News der Woche
    29. Februar 2008, 17:29 Uhr

    [...] In den deutschen Blogs wird MeinVZ nicht gut beurteilt, siehe hier, hier und hier [...]

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