Warum Crowdsourcing für die beteiligten Kreativen Sinn macht

Matias Roskos
27. Dezember 2007, 08:39 Uhr, 1 Reaktion
Kategorie: Open Innovation

Wenn wir auf Kongressen, bei Kundengesprächen, in Interviews, auf Barcamps und anderen (realen) sozialen kommunikativen Veranstaltungen auf durch uns durchgeführte Communitysourcing-Aktionen angesprochen werden, kommt zwangsläufig immer auch die Frage: Da machen doch nur “Amateure” mit, oder? Unsere mantra-artig wiederholte Antwort lautet immer: Nein, nicht nur!

Bei uns machen auch “Profis” mit. Immer wieder. Und das auch noch sehr gern! Warum das so ist?

Damit nicht immer “nur” Hannes Treichl oder ich die Argumente darlegen, soll doch einfach mal ein Kreativer zu Wort kommen. Und damit es nicht heißt, der Kreative tut das nur, weil er uns mag, zitiere ich einfach mal aus einem Interview mit einem der Gewinner beim zweiten Open Logo Projekt von Spreadshirt. Kim Larsen hat auf dem Projektblog von Spreadshirt guten Fragen interessante Antworten gegeben:

Wie hast du denn vom Open Logo Project erfahren?
Ich habe zuerst ein Banner vom Wettbewerb gesehen, und weil ich schon mal mit Spreadshirt zu tun hatte, dachte ich, das könnte Spaß machen. Am Anfang habe ich mich einen Abend hingesetzt, und danach dachte ich, ich würde nicht wieder was damit zu tun haben, bis die Gewinner feststehen. Aber ganz zufällig bin ich wieder auf der OLP-Seite gelandet, und zu meiner Überraschung hatten es meine beiden Vorschläge in die Wochenauswahl geschafft. Also habe ich den weiterentwickelt, der das beste Feedback bekommen hatte und von dem ich wirklich dachte, dass er funktionieren kann.

Wie lange hast du an deinem Logoentwurf gearbeitet?
Drei oder vier Stunden am Tag, vielleicht? Ungefähr vier Wochen lang.

Das ist lange…
Ja… Ich kann nicht sagen, dass ich wirklich die ganze Zeit nur das Logo entwickelt habe. Ich habe auch recherchiert und mir andere Beiträge angesehen, dafür ging auch viel Zeit drauf. Aber alles in allem habe ich wohl drei oder vier Stunden am Tag mit dem OLP verbracht.

Ich fasse mal zusammen. Er hat bei dieser (übrigens super organisierten und gut gemachten Crowdsourcing-Aktion von Spreadshirt) mitgemacht, weil:

  1. er Spreadshirt als Marke schon kannte und einen positiven Eindruck von ihr hatte
  2. er der Meinung war, das es Spaß machen könnte
  3. er durchs Feedback der Community ermutigt wurde weiter am Entwurf zu arbeiten
  4. er auch einen Blick auf andere Entwürfe geworfen hatte und dadurch inspiriert und ermutigt wurde
  5. ihn durchaus auch die Prämie lockte (hat er so nicht gesagt, klingt aber zwischen den Zeilen logischerweise heraus)

Er nennt also einen Haufen guter Argumente. Argumente, die auch wir immer wieder nennen: Prämie, Spaß, interessante Marke, sehen was andere draus machen, dazulernen, sich weiter entwickeln, sich präsentieren, möglichwerweise längerfristig mit dem Kunden zusammenarbeiten… Ja, Contests können Spaß und Sinn machen. Durchaus auch für Profis. Und sie sind durchaus Crowdsourcing und nicht einfach nur Contests (Mann gegen Mann, Frau gegen Frau)! Denn die Kreativen bereichern sich gegenseitig, wie ich hier schon einmal erläutert hatte.

Schön, wenn Kreative auch mal zu so etwas Stellung beziehen und klar und deutlich sagen, warum so etwas für sie Sinn und Spaß macht. Und deutlich wird, dass das was wir sagen nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern auf echten, positiven Erfahrungswerten beruht. Und dass es aber auch darauf ankommt, das man mit einer solchen Communitysourcing-Aktion verantwortungsvoll gegenüber der Marke und dem Kunden umgeht. So wie wir es mit VOdA immer wieder tun und wie es Spreadshirt zum Beispiel bei ihrem OLP getan hat.

Darum haben wir ja VOdA gegründet. Damit potentielle Kunden einen Partner an die Seite bekommen, der mit solchen Aktionen umgehen kann. Der weiß, wie man mit der Community kommuniziert. Und hinter der eine großartige Kreativ-Community steht, die über Jahre aufgebaut wurde und die Vertrauen zu uns haben und wissen, das wir fair und ehrlich gegenüber allen Seiten agieren.


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Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

Eine Reaktion

  1. [...] Schön zu sehen, das damit dieses Thema – und damit auch Crowdsourcing bzw. Communitysourcing – im TV positiv aufgegriffen wird. Wir freuen uns. Sehen wir doch, das wir mit VOdA auf dem richtigen Weg sind. [...]

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