Das neue Crowdsourcing-Buch von Jeff Howe kommt 2008

Matias Roskos
15. Dezember 2007, 14:17 Uhr, 2 Reaktionen
Kategorie: Open Innovation

2008 kommt das neue Crowdsourcing-Buch von Jeff Howe in den Handel, der seinerzeit den Begriff Crowdsourcing “erfunden” hatte und der sich schnell zu einem echten Web 2.0 Buzzword entwickelt hatte. Das Cover für die englischsprachige Ausgabe wird konsequenterweise auch gleich via Crowdsourcing gesucht.
Alle die sich für diesen Bereich interessieren, wird es spannend sein zu lesen, was Jeff Howe wieder zu sagen hat. Ich würde es schön finden, wenn es in der Zukunft mehr Differenzierungen gibt und man einen intensiveren Blick auf wirklich faire Crowdsourcing-Modelle wirft, wie wir sie mit VOdA dabei sind zu etablieren. Konzeptionell gibt es (auch bei uns) verschiedene Modelle der Zusammenarbeit. Oft wird ja vorgeworfen, das Design-Contests kein Crowdsourcing wären. Weil dort Individuen gegeneinander antreten. Ein Punkt, der unter anderem Martin Oetting, einem der führenden Köpfe im Bereich Mundpropaganda hierzulande, immer aufstößt.

Aber aus unserer Sicht, und da bin ich mit Hannes Treichl einer Meinung, sind auch gerade Contests gutes Crowdsourcing und haben nicht einen Kampf der Ideen allein als Grundlage. Denn die Community bringt sich zum einen nicht ausschließlich mit Beiträgen ein, sondern sie votet meist und kommentiert. Und (!!!) – jeder schaut, was andere machen. Welche Ideen sie haben, welche Stile angewendet werden. Man lässt sich dabei inspirieren, lernt dazu, denkt über Ideen nach. Und gute Ideen entstehen nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern wenn man sich mit Ideen anderer auseinandersetzt. Die Leute lassen sich bereichern durch das, was andere sagen und tun. Es ist eine Gemeinschaft, eine Community, die hier agiert. Auch wenn bei einem Contest am Ende womöglich “nur” der Entwurf eines Designers umgesetzt werden sollte. Er ist in einem Crowdsourcing-Prozess entstanden. Die Meinungen, Gedanken vieler sind mit eingeflossen. Bewusst – aber oft auch sehr unbewusst!


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Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

2 Reaktionen

  1. Kommentar von Martin Oetting
    17. Dezember 2007, 10:13 Uhr

    Na, ich würde nicht sagen, dass mir das “aufstößt”. Aber es ist ein Aspekt, den man beachten sollte, wenn man über Crowdsourcing spricht. Es ist meiner Ansicht nach einfach ein Unterschied, ob man – wie bei Wikipedia oder beim Start-Up-Projekt von Cem Basman – wirklich gemeinsam an Konzepten oder Texten arbeitet, oder ob man (Inspiration hin oder her) gegeneinander antritt. Daher wäre es vielleicht vernünftig, eine Art Terminologie unterschiedlicher Crowdsourcing-Formen zu entwickeln, die verschiedene Stärken und Schwächen haben. Wer weiß, vielleicht tut Howe das ja mit seinem Buch?

    Glückwunsch übrigens zum Page-Interview! :-)

  2. Kommentar von Matias
    17. Dezember 2007, 10:20 Uhr

    Ja, Martin, ich denke auch, das eine bessere Terminologie helfen könnte.
    Wichtig ist es für die Zukunft, das die vielen positiven Seiten dieses Prozesses noch besser vermittelt werden. Es liegt so viel Innovationskraft und Potential in gutem, ehrlichen, fairer Crowdsourcing, das es schade wäre, wenn es das Image von Amateurhaftigkeit bekäme.

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