Martin Weber von Holtzbrinck Ventures im Interview in der t3n

Matias Roskos
21. November 2007, 08:07 Uhr, 1 Reaktion
Kategorie: Web 2.0

Eher zufällig habe ich in der aktuellen t3n ein interessantes Interview mit Martin Weber von Holtzbrinck Ventures unter Überschrift “Auch Google war vor zehn Jahren unbedeutend” gefunden. Das Interview ist sehr ausführlich. Und Martin Weber kann aus meiner Sicht auch ganz gut darlegen, warum sie das tun, was sie tun. Man bekommt ja schon manchmal den Eindruck, das wild in alles investiert wird, was mal spannend werden könnte. Auf der anderen Seite: warum nicht? Wenn es der jungen deutschen Gründerwelle hilft? Und das tut es. Es sind sicherlich viele Hasardeure darunter, aber auch viele gute, motivierte Macher mit spannenden, kreativen, innovativen Ideen.

Frage: In welchen Bereichen sehen Sie derzeit die größten Marktchancen für junge, webgetriebene Gründer?

Martin Weber: Wir als Holtzbrinck Ventures investieren gerne in Marktplätze, wir investieren nach wie vor in Social-Networks oder Online-Communitys und auch im Bereich Gaming und Commerce. Das sieht bei anderen Investoren nicht unbedingt anders aus, da es eben die genannten Bereiche sind – vielleicht auch noch der Bereich Mobile – in denen sich derzeit viel bewegt.

Frage: Bei wie vielen Anfragen komm es, grob geschätzt, zu einer Zusammenarbeit?

Martin Weber: Wenn man 100 Anfragen bekommt, sind 95 relativ schnell entschieden, fünf dauern ein bisschen länger und aus einer wird vielleicht etwas.

Frage: Welche langfristige Strategie verfolgt Holtzbrinck dabei mit dem Kauf und der Beteiligung an weborientieren Unternehmen? Erst kürzlich haben Sie mit golem.de ein großes IT-Nachrichtenportal gekauft, zudem in den letzten 18 Monaten rund 15 Unternehmen. Warum setzt ein klassischer Verlag wie Holtzbrinck so stark auf das Web?

Martin Weber: Wir haben ja eine gewisse Tradition und investieren seit 1998 in Unternehmen im Bereich Neue Medien. Mal mehr, mal weniger, aber durchgängig. Insofern glauben wir, dass wir uns ein bisschen in dem Bereich auskennen. Bei uns und auch bei anderen, zum Beispiel bei Burda Digital, sind da sehr gute Sachen entstanden… Unterm Strich hat Holtzbrinck das Ziel, über verschiedene Ansatzpunkte im Bereich Neue Medien eine ähnlich bedeutende Rolle zu spielen wie im traditionellen Bereich. Da sind wir aber durchaus ein Stück weit von entfernt.

Das nur drei Fragen von vielen. Das Interview ist erheblich länger und absolut lohnenswert für jeden, der sich in der deutschen Gründerszene bewegt. Spannend und absolut richtig finde ich die letzten Sätze von Herrn Weber. Man hat prinzipiell bei Holtzbrinck erkannt, dass das Online-Geschäft immer stärker das Printgeschäft verdrängen wird. Wohl (hoffentlich) nie komplett. Und man will als Verlag mit dabei sein. Niemand weiß zur Zeit so recht wo die Reise hingeht, darum muss man einiges ausprobieren und etliche Felder mit besetzen. Die Konkurrenz schläft ja auch nicht. Und wie schon gesagt, für die Gründerszene ist ein solches Engagement durchaus positiv. Denn es spült nicht nur einfach nur Kapital in den Markt, sondern sorgt für Arbeitsplätze und hilft gute Ideen schneller in die Tat umzusetzen.


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Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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