Vergangenen Samstag machte in der Kulturbrauerei in Berlin das Cut & paste Festival von Adobe Station in Berlin. Acht Designer zeigten ihr Können und kämpften um den Sieg.
Lob und Kritik sind aus meiner Sicht angebracht für dieses Event. Fangen wir mit den positiven Seiten an. Die Grundidee des Ganzen – acht Designer vor Live-Publikum gegeneinander antreten zu lassen – ist super! Es hat echt Spaß gemacht den Designern über die Schulter zu schauen und zu beobachten wie sie in 15 Minuten Grafiken entstehen lassen. Meist war das sehr gekonnt, was da entstand. Mein Favorit war Jan Langbein. Nicht nur weil er Berliner ist, sondern weil er wie nur wenige hierzulande mit Vektoren zaubern kann (mehr Infos zu ihm auf seiner Agentur-Seite 4lagigweich). Aber auch andere konnten zumindest aus meiner Sicht überzeugen. Andere wiederum weniger.
Erstaundlich fand ich es auch, wie gut alle acht Teilnehmer mit dem zur Verfügung gestellten Wacom® Cintiq® interactive pen Display arbeiten konnten. Alle bewiesen wie gut die Adobe Creative Suite und vor allem Illustrator wie auch Photoshop ziemlich gut mit dieser Hardware harmonisieren. Hier hat der Marketingeffekt aus meiner Sicht für Adobe wie auch für Wacom perfekt funktioniert! Man konnte live zeigen, das es hervorragend funktioniert damit zu arbeiten. Kompliment!
Was allerdings weniger bzw. sehr bescheiden funktioniert hat, war der Contest an sich. Das war aus meiner Sicht lächerlich! Keine Transparenz, total chaotisch, Entscheidungen für uns Zuschauer nicht nachvollziehbar. Das hatte den Eindruck von schlechtem Theater. Ich bin dann auch früher gegangen und kann somit noch nicht mal sagen, wer letztendlich gewonnen hat. Recht gut beschreibt das zum Teil peinliche Agieren der Moderatoren, der Jury und der Organisatoren das Inside-Blog. Dort heißt es:
Doch so gut diese Idee auch klingen mag, es ging genug schief. Anscheinend war weder zu Beginn, sondern auch noch während der Veranstaltung unklar, wie der Sieger ermittelt werden sollte. Der offenbar reichlich überforderte Moderator Sven-Ole Knuth machte sich mit Fragen an die Jury wie “Sieht man, dass da kein Neueinsteiger dabei ist?” dem Publikum schnell klar, dass man Moderatoren zumindest mit einem Grundwissen der jeweiligen Materie ausstatten sollte.
…
Ebenfalls interessant war der Auftritt der Jury: David Linderman, der zwar Deutsch gut verstand und ja auch hierzulande wohnt und unterrichtet, trotzdem alle Fragen in einem derart coolen Amerikanisch ins Mikro rotzte, dass den anwesenden Agenturchefs (alle, ja alle mit schwarzer Hornbrille) ganz weich im Knie wurde, oder auch Juli Gudehus, die im Zweifelsfall die komplexen Fragen mit nur einem Wort beantwortete, und wer bis zu einem ihrer Statements nicht wusste, was Verachtung ist, der weiß es nun.
Die Ergebnisse nachher waren übrigens zum Teil wirklich ansehnlich, wobei die finale Battle (so etwas muss man mal schreiben) auf Sparflamme kochte. Der Minuspunkt der ganzen Veranstaltung: Grafiker sind nun mal Visualisierer, und nicht Inhalte-Köche.
Yepp. So in etwa habe ich es auch empfunden. Oft sehr amateurhaft das Ganze. Was super schade war. Weil die Idee ist genial! Und es hat auch Spaß gemacht zuzuschauen. Aber eine faire Jury, transparentes Voting, Moderatoren die wenigstens ein bisschen Ahnung von der Materie haben – das alles würde schon enorm helfen.
Schlecht finde ich es auch, das ich bis heute, Dienstag, noch immer nicht den Sieger der Veranstaltung und die entstandenen Arbeiten sehen kann. Null Info auf der Webseite. Keine Ergebnisse, die Lust auf Adobe und Wacom machen würden. Die Seite wird stiefmütterlich behandelt. Schade.
Und zu guter Letzt: wieder einmal spüre ich, das viele Designer im Netz nicht bloggen. Nirgends, außer im Inside-Blog, war irgend etwas über das Cut & Paste zu finden. Keine Nachwuchsdesigner, kein verrückter Agenturchef, kein Art-Director, keine Grafikerin – NIEMAND schreibt über dieses Event. Und nicht nur über dieses. Designer bloggen kaum, schreiben keine Artikel im Netz. Schade. Denn eigentlich sollten sie doch ihr Können, ihre Ideen, ihre Meinungen, sich selbst nach außen tragen. Denn sie arbeiten doch für die Öffentlichkeit.






4 Reaktionen
31. Oktober 2007, 00:18 Uhr
Hallo Matias,
die Ergebnisse des Wettbewerbs erreichst du über folgenden Link:
http://www.cutandpaste.com/webcast/
01. November 2007, 08:52 Uhr
Danke, Derya!
07. November 2007, 20:56 Uhr
Danke für die Blumen.
*jan
26. Februar 2008, 15:51 Uhr
[...] http://www.visualblog.de/?p=937 [...]