Gimahhot im Selbsterfahrungs-Test

Matias Roskos
16. August 2007, 07:45 Uhr, 1 Reaktion
Kategorie: Web 2.0

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

GimahhotGimahhot – vorher schon mal gehört, aber (ich bin ehrlich) noch nicht angeschaut. Da haben sie wohl nicht genug Buzz gemacht, damit ich auch mal direkt drüber stolper. ;)

Aber ich via Trigami so nett drum gebeten werde mal was drüber zu bloggen (und dafür auch noch Geld bekomme) – why not?

Bei Jochen Krisch findet man einen längeren Beitrag über Gimahhot, wo es unter anderem heißt:

Dass Gimahhot als Shopping-Bazar für Neuware (“Sie bestimmen den Preis”) durchaus reizvoll ist, sieht man der aktuellen Umsetzung leider nicht unbedingt sofort an. … Vor allem technisch-konzeptionell ist der Ansatz reizvoll, Anbieter und Angebote zu bündeln. Deshalb eignet sich Gimahhot auch für anbieterübergreifende Warenkorblösungen und für weitere spannende Verkaufskonzepte.
Wenn es Gimahhot gelingt, die Idee verständlicher und zugänglicher zu gestalten (Momentan nehmen die Nutzer Gimahhot vor allem als Produktsuchmaschine wahr), dürften die Zukunftsaussichten noch weitaus besser sein.

Okay. Das macht neugierig. Investiert wurde auch schon gewaltig, wie bei Jochen Krisch zu lesen ist. Immerhin stecken 600.000 Euro vom High-Tech Gründerfonds drin. Und die geben schließlich nicht jedem ihr Geld.

Zurück zur Seite. Unauffällig ist mein erster Gedanke. Wirkt nicht wie ein typisches Web 2.0 Projekt. Was ganz neutral gemeint ist und viele sicherlich als positiv ansehen. Sieht erst mal aus wie ne Shopping- bzw. Empfehlungsplattform. Preisvergleich? Mitnichten.
Offiziell heißt es zum Konzept:

Gimahhot ist die weltweit erste B2C-Ecommerce-Plattform, bei der Neuware nach dem Prinzip der Börse gehandelt wird. User können entweder sofort kaufen oder Gebote abgeben, auf die alle Verkäufer reagieren können – genau wie an der Börse, nur dass Markenartikel anstelle von Aktien gehandelt werden. Dabei fasst Gimahhot die Vorteile von Auktionshäusern und Preissuchmaschinen zusammen: Einerseits kann der Käufer Gebote abgeben, andererseits wird ihm der günstigste Preis offeriert.

DAS klingt spannend! Ist das nicht ein bissel Crowdsourcing für Produktpreise? Solche Ansätze mag ich. Auch wenn mir schon klar ist, dass es im Endeffekt ums Verkaufen von Produkten geht. But: why not? Was ist am Verkaufen schlecht. Nix. Vor allem wenn der Preis stimmt. Und da will Gimahhot ansetzen.

Ich begeb mich mal auf die Suche nach einem Fahrrad. Und werde fündig. Oder auch nicht. Da ist viel dazwischen, was ich nicht gebrauchen kann. Kenn ich schon von anderen Produktsuch- und vergleichsmaschinen. Also suche ich mal nach einem Mountain Bike. Ui. Gar keins. Schade. Es gibt also keine Fahrräder für Erwachsene. Mist. Aber Gimahhot kann ja auch nicht alles haben. Ich nehm was anderes. Wie wärs mit einer Ritterburg für meinen Sohn. Aus Holz bitte. Playmobil, Schleich, Puzzle… Keine Holzritterburg. Tststs. Und wie schauts mit Murmelbahnen aus? “0 Artikel gefunden”. Okay. Muss ich doch um die Ecke in den Zwergen-Saloon und mir die Ritterburg aus Holz und ne Murmelbahn dort kaufen.

Ein Projekt wie Gimahhot ist nicht aufs Longtail ausgerichtet. Schade, aber auch verständlich. Man braucht Masse, damit die Idee einer virtuellen Börse funktioniert. Aber vielleicht würde man gerade mit Longtail-Produkten interessiertere und treuere User gewinnen.

Ich finde es auf jeden Fall Klasse, das ich ohne mich einloggen zu müssen die Suche nutzen und mir die Produkte und Charts anschauen kann. Das ist ein wirklich guter Service und lockt User anstatt sie vor einer verschlossenen Tür stehen zu lassen.

GimahhotIch geb es nicht auf und finde nach ein bissel rumstöbern was für mich Interessantes: eine Handpuppe von Trullala. Damit hätte ich nicht gerechnet sie hier zu finden. Sie soll 26,90 Euro kosten, wenn ich sie sofort kaufe. Im besagten Zwergen-Saloon bei mir um die Ecke kostet sie 23,95 Euro. Hmm. Deutlich günstiger. Und der Zwergen-Saloon ist kein Discounter, sondern ein Fachgeschäft. Das irritiert mich. Was passiert, wenn ich so tue, als wollte ich sie für 19,90 Euro haben? Okay. Ich muss mich registrieren. Damit war zu rechnen. Wozu wollen sie mein Geburtsdatum? Bekomme ich ein Geschenk? Nee, gibts nich.

Ui. Shit:

Da Ihr Gebot unter dem momentanen Angebotspreis liegt oder kein Angebot vorliegt, führte dieses Gebot nicht direkt zu einer Transaktion.
Ihr Gebot bleibt bis zu dem von Ihnen gewählten Zeitpunkt bestehen, und ein Anbieter kann auf Ihr Kaufgesuch reagieren.
Sie können Ihre Gebote jederzeit in “Mein Gimahhot” kontrollieren, ändern oder löschen.

GimahhotIch will die Hexe doch gar nicht. Ich will doch nur schaun, wie Gimahhot funktioniert! Heißt also, wenn mir jemand die Hexe für 19,90 Euro verkaufen will, dann MUSS ich sie nehmen? Ich bin gespannt. Der Chart ist natürlich so eine Sache… Daraus werde ich nicht wirklich schlau.

An dieser Stelle wirkt die Idee der Börse eher wie ein nettes Gimmick. Tja – das Spiel mit Angebot und Nachfrage. Ich werd meine Nachfrage mal absenken auf 15 Euro. Mal schaun was passiert. Änderung funktioniert gut und einfach.

Aber gibt es denn bei den Burner-Artikeln spannende Charts? Ja, beim Sony Ericsson K800i Handy Velvet Black ist ein wenig Musik drin. Allerdings frag ich mich, wer da 200 Stück für 283,43 Euro haben wollte? Ein Preistreiber?

Nachdem ich Gimahhot getestet und diese Zeilen geschrieben hatte, entdeckte ich noch ein Interview mit Thomas Promny (Geschäftsführer Marketing) von Gimahhot auf Internetboom. (Auch wenn mir Leute, die sich mit Sonnenbrille interviewen lassen, erstmal suspekt sind. ;) ) Er betont dort die Lust der Leute am “Feilschen”. Und es ist nicht unbedingt notwendig das Prinzip der Börse komplett zu verstehen. Man will ganz offensichtlich weg vom Image einer Börse hin zu einem Marktplatz, auf dem gefeilscht werden darf. Zugegeben wird auch, dass das Wachstum noch in relativ bescheidenem Rahmen erfolgt. Der Markt, vor allem auch in Sachen Preisvergleich, ist natürlich schon stark besetzt. Gimahhot setzt da auf langfristiges Wachstum, was auch aus meiner Sicht absolut Sinn macht. “Langsam aber ordentlich wachsen.” sagt im Interview Thomas Promny. Das passt ja durchaus zu dem Eindruck, den ich gewonnen habe.

Mein Fazit: Ich mag die Idee einer Börse für Produkte. Ein interessantes Konzept, dem ich von ganzem Herzen viel Erfolg wünsche. So richtig “sexy” ist es aber noch nicht. Mich hat es jedenfalls nicht gerockt. Aber ich glaube auch, das solche Ideen und Konzepte ihre Zeit brauchen. Die sollte man Gimahhot geben. Es steckt Potential drin, wenn es den Machern gelingt langfristig eine Community aufzubauen, die die Idee der Börse begreift und mit Leben füllt. Und die dann dafür sorgt, das große Käuferströme immer wieder dort vorbei schauen. Denn ohne Käufer keine Umsätze. Da nutzen auch die spannendsten Idee nix. Viel Glück! Mir gefällts. Auch wenn Gimahhot noch kein Mieter in der boomenden Pixeltown ist. ;)


Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

Eine Reaktion

  1. Pingback von Was taugt die Produktbörse “Gimahhot” eigentlich?
    27. August 2007, 21:21 Uhr

    [...] So der Eindruck von Matias Roskos im VisualBlog. Meine Stichproben ergaben ein erwartet durchwachsenes Ergebnis. Vom “Best-Preis” bis zum “guten Mittelfeld” war auf den ersten Blick alles dabei. [...]

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