Dass man gegen Doping vorgeht: absolut korrekt! Es wäre schön, wenn es endlich einen sauberen Radsport gibt. Ob er jemals komplett ohne Doping auskommt? Vergesst es. Niemals. Aber vor allem für unsere Kinder und die Jugendlichen die gern Sport leistungsmäßig betreiben wollen, ist es wichtig, das sie in einen doch weitestgehend sauberen Sport reinwachsen. Einen Sport, in dem es NICHT zum guten Ton gehört hier und da mal ein Mittelchehn zu nehmen.
Aber was ARD und ZDF jetzt tun, ist einfach nur albern. Der Ausstieg aus der Tourberichterstattung, weil die A-Probe eines T-Mobile-Fahrers positiv sein soll, das ist Schwachsinn, mit Verlaub gesagt. Zum einen frag ich mich da: wo bleibt die Unschuldsvermutung gegenüber (dem übrigens im Krankenhaus liegenden) Patrick Sinkewitz? Und was ist mit den Radsportfans.
Gut – die Einschaltquoten sollen nicht so doll gewesen sein. An mir kanns nicht gelegen haben. Ich hab die Alpenetappe am Sonntag vier Stunden lang geschaut und konnte auch Dienstag reinschalten! Wer jetzt noch Tour de France schaut ist nicht der Mainstream, der Jan Ullrich Siege sehen wollte. Nein, jetzt schalten die echten Radsportfans ein. Und die werden geprellt von ARD und ZDF.
SO hilft man dem Radsport nicht. SO schiebt man diesen wunderbaren Sport weiter in eine dunkle Ecke, in der gerade die zwielichtigen Gestalten sich wohl fühlen. Hallo ARD und ZDF! Bitte wieder anschalten. Leute wie ich wollen Tour de France sehen!
Nachtrag: Hier wird auch noch über dieses Thema diskutiert: Indiskretion Ehrensache, F!XMBR, Dimension 2k, Notizblog, Popkulturjunkie, Juber. Zum Teil recht kontrovers, was gut so ist!






9 Reaktionen
18. Juli 2007, 18:57 Uhr
Endlich sagts mal einer!! Das ist mir von der Seele gesprochen. Ich dachte heut ich hör nicht richtig. Da sieht man mal wieder wie mit Volkes GEZ-Gebühren umgegangen wird!
Zum Thema: Bei Sinkewitz gabs Probleme mit den Testosteron. Das ist bei weitem kein Doping-Beweis, allerhöchstens ein Indikator. Dafür ist der Testosteronspiegel bei jedem zu unterschiedlich.
Das ist eine Schweinerei was ARD & ZDF da treiben!
18. Juli 2007, 19:55 Uhr
Ich finde das Handeln der ARD korrekt. Es gibt tausend andere Sportarten, die gern auch die Aufmerksamkeit und Medienpräsenz hätte und das damit verbundene Geld von Sponsoren. Wenn der Radsport nicht in der Lage ist die Doping-Angelegenheit in den Griff zu bekommen, dann macht das Platz für andere Sportarten. Nach meinem Geschmack hat die ARD schon viel zu lange gezögert und ich hoffe, dass auch die Telekom ihre Konsequenzen zieht.
Im übrigen: Danke, dass es zu dem Thema auch andere Ansichten gibt :-)
18. Juli 2007, 22:36 Uhr
Es war doch von Anfang an klar, dass es imemr noch Leute gibt die dopen. Da hätte man konsequenterweise von Anfang an auf die Übertragung (und den Erwerb der Rechte!) verzichten müssen.
Noch was. Warum wird gedopt? Um Aufmekrsamkeit mit errungenen Erfolgen zu erzielen. Das heißt also, ist eien Sportart für die Medien interessant, wird sie genauso interessant fürd Doping. Ein Teufelskreis.
18. Juli 2007, 22:43 Uhr
Doping und kein Ende in Sicht…
Erinnert ihr euch? Letzten Sommer nach der Tour de France hatte ich bereits über das Thema Doping im Radsport berichtet. Bei der letztjährigen größten Radsportveranstaltung quer durch Frankreich wurden viele Fahrer aufgrund des Dopingverdachts ausg…
18. Juli 2007, 22:43 Uhr
@René
Also wenn jetzt die Öffentlich-Rechtlichen anstelle der Tour nun mehr andere Sportarten übertragen würden, würde ich jubelnd an die Decke springen!
Aber genau das tun sie ja nicht. Sie haben sich ja schon lange davon verabschiedet Sportarten wie die Leichtathletik, Tischtennis, Handball, Basketball, Hockey und andere zu übertragen. Wenn man mal von einer WM im eigenen Land absieht.
Also das Argument lasse ich nicht gelten!!!
Klar ist der Kampf gegen Doping auch aus meiner Sicht verdammt wichtig. Aber so erreichen sie gar nichts. Das ist inkonsequent und tut vor allem echten Sportfans weh! Kann doch jeder selbst entscheiden, ob er anschaltet. Ich wechsel jetzt halt auch zu Eurosport.
Und frage mich immer wieder wofür ich noch GEZ-Gebühren zahle.
@Martin
Gedopt wird, weil viel Geld verdient wird.
Und überall dort wo das der Fall ist, gibt es verbotene oder auch erlaubte Zuhilfenahme von medizinischen Leistungen. Mal legal, mal illegal. Ist oft auch (leider) eine Frage der Sichtweise und der gerade geltenden Rechte, die ja noch nicht mal in allen Sportarten gleich sind!!!
19. Juli 2007, 08:26 Uhr
[...] Nachdem die Blitzmeldung vom Ausstieg von ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung von der Tour de France gestern für Furore in der Öffentlichkeit sorgte, sieht man auch aus der Blogosphäre die Kritik einprasseln. Um nur einige zu nennen, die mir aufgefallen sind: Visualblog, Indiskretion Ehrensache, Dimension 2k, alltagskalkophonie, Notizblog, Popkulturjunkie oder Juber haben sich durch entsprechende Berichterstattung um dieses spannende Medienthema in Szene gesetzt. [...]
19. Juli 2007, 12:38 Uhr
Ich finde es auch nicht richtig, dass ARD + ZDF die Live-Übertragung einstellen, obwohl ich auch absolut gegen Doping und für sauberen Sport bin!
Ich vermute, dass sie nur auf einen guten Grund gewartet haben und Sinkewitz ihnen gerade recht gekommen ist. Ich kann mich auch täuschen.
19. Juli 2007, 12:42 Uhr
Gut und interessant finde ich auch, was Mike Schnoor zu dem Thema schreibt: “Letztendlich sehe ich es so: Es ist absolut perfekte PR für die ARD und das ZDF. Der Anfang machte im Prinzip die Konkurrenz – mit dem Wegfall der Nachrichten bei Sat.1 rückten die öffentlich-rechtlichen Sender als journalistische Leitmedien für die deutsche Fernsehlandschaft in den Mittelpunkt. Die immer neuen Doping-Skandale rund um den Radsport brachte zusätzliche Aufmerksamkeit für die berichtenden Medien, auch wenn man sich davon distanzierte. Das Lamentieren um die knappe 1 Million Euro Verlustgeschäft bei einer Senderfamilie, die sich über Gebühren im Milliardenbereich finanziert, hörte sich ebenfalls absolut wichtig an, da die Sponsoren ausblieben und die Tour nicht gänzlich für die Sender tragbar war. Der gestrige Ausstieg von ARD und ZDF, der pressetechnisch zu einer guten Zeit und mit der nötigen Kürze und Würze bekannt wurde, war letztendlich der Paukenschlag auf dem Gipfel jeglicher Aufregung.”
Da könnte also durchaus auch Kalkül hinterstecken. Wobei? Ist das ARD und ZDF zuzutrauen? Soviel taktischer Weitblick?
Und ich bin mir sicher: zum Zeitfahren am Samstag schalten sie wieder an…
19. Juli 2007, 16:19 Uhr
[...] Nachdem ARD und ZDF aus der Berichterstattung zur Tour de France ausgestiegen waren, gab es heiße Diskussionen darüber. So auch hier im VisualBlog. Interessant fand ich aber auch die Worte von Mike Schnoor, der anmerkte: “Letztendlich sehe ich es so: Es ist absolut perfekte PR für die ARD und das ZDF. Der Anfang machte im Prinzip die Konkurrenz – mit dem Wegfall der Nachrichten bei Sat.1 rückten die öffentlich-rechtlichen Sender als journalistische Leitmedien für die deutsche Fernsehlandschaft in den Mittelpunkt. Die immer neuen Doping-Skandale rund um den Radsport brachte zusätzliche Aufmerksamkeit für die berichtenden Medien, auch wenn man sich davon distanzierte. Das Lamentieren um die knappe 1 Million Euro Verlustgeschäft bei einer Senderfamilie, die sich über Gebühren im Milliardenbereich finanziert, hörte sich ebenfalls absolut wichtig an, da die Sponsoren ausblieben und die Tour nicht gänzlich für die Sender tragbar war. Der gestrige Ausstieg von ARD und ZDF, der pressetechnisch zu einer guten Zeit und mit der nötigen Kürze und Würze bekannt wurde, war letztendlich der Paukenschlag auf dem Gipfel jeglicher Aufregung.” [...]