Youtube-Misstrauen – armes GreenTeaGirlie

Matias Roskos
10. Mai 2007, 16:56 Uhr, 0 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Nehmen wir einmal an, es gibt da ein junges Mädchen, Anfang 20, durchaus attraktiv, die gern auf Youtube unterwegs ist und sich mit ihrem Freund lustige Videos anschaut. Irgendwann sagt ihr Freund: “Honey. Das was die da machen kannst du doch auch.” Und die junge Frau denkt: ‘Eigentlich hat er recht. Mich kennt hier keine Sau. Warum poste ich nicht auchmal ein Video.’

Gedacht, gemacht. Ganz unschuldig präsentiert sich die junge Frau auf Youtube mit einem eigenen Video. Sie ist hübsch. Zu hübsch meinen andere. Sie wird gemobbt, gedisst, fertig gemacht. Sie kann nicht echt sein. Sie ist ne Schauspielerin. Sie wurde angeheuert um für irgendwas Werbung zu machen. Und die junge Frau versteht die Welt nicht mehr. Warum? Warum sie? Was hat sie falsch gemacht?

Nix. Sie hat alles “richtig” gemacht. Aber es gab da Lonelygirl15. Und die war nicht echt. Die war eine Schauspielerin. Und alle gingen ihr auf den Leim. Seitdem das geschehen ist, sind die Zeiten im Web 2.0 nicht mehr so, wie sie noch vor einem Jahr waren. Man ist misstrauisch geworden. Die mündigen User haben begriffen, dass es durchaus möglich ist sie aufs Glatteis zu führen und ihnen ne Ameise als Elefanten zu verkaufen, wenn man es nur wunderschön verpackt. Was war so schlimm an Lonelygirl15? Was ist so schlimm an GreenTeaGirlie? Ups. Jetzt hab ichs verraten. Ja – es gibt diese junge, attraktive Frau tatsächlich, die seit Wochen von den anderen Youtube-Usern fertig gemacht wird. Herrlichstes Entertainment. Denn GreenTeaGirlie oder Kallie wie sich selbst nennt, was aber nicht ihr richtiger Name sein soll, weiß sich zu wehren und tut dies auch. Und das auf attraktive Art und Weise, was allein schon reichen würde um im Gespräch zu bleiben.

Ich bin gespannt, wann sie den ersten Werbevertrag bekommt. Das ist doch Authenzität pur! Oder ist sie doch nur ein Fake? Dann wäre es wiedereinmal absolut gelungenes Guerilla-Marketing. Und trotzdem extrem unterhaltsam.

Man darf nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Im echten Leben genauso wie im Netz. Und wieviele Netzmenschen laufen dort als engelsgleiche Elfen herum und sind in der tatsächlichen Welt pickelige Zehntklässler?! (Wer schonmal in SecondLife war, weiß wovon ich rede.) Na und! So ist das Internet. Nicht schlimm. Man muss es nur wissen und sich darauf einstellen! Und auch dort nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Wie im echten Leben.


Link zum Video.

Siehe hierzu auch einen Artikel bei Spiegel Online.


Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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