Shopero, hinter dem Nico Lumma und Jens Kunath stecken, fand auf der next07 großen Anklang. Und auch Jochen Krisch, dessen Meinung ich sehr schätze, spricht sehr positiv von diesem neuen deutschen Web 2.0 Baby: “So weit, so gut. Hier hat sich doch einmal wirklich jemand Gedanken gemacht.”
Thomas Gigold steht dem Ganzen schon etwas skeptischer gegenüber: “Also AAL mit Gewinnbeteiligung … Raus kommen soll eine große Produkt-/Empfehlungsdatenbank die uns zukünftig überall dort begegnen soll wo man mit einer Hand voll Code ein Adget einsetzen kann. Mmh. Überzeugt mich das? Es ist mal ein neuer Ansatz … Auf jeden Fall.”
Ja – es ist AAL. Gar keine Frage. Und ist es neu und innovativ? Hmmm. Projekte wie Yieeha, Sosmart und vor allem in dem konkreten Fall Dealjäger haben eigentlich den Weg bereitet und aufgezeigt, was Social Shopping bedeutet. Und prompt kommt die Reaktion von Dealjäger:
“Nicht 20, nicht 60, sondern 100 Prozent der Einnahmen aus Empfehlungen schüttet Dealjaeger.de an die Nutzer für erfolgreiche Kaufempfehlungen aus.”
So nachzulesen bei Mike Schnoor, der anmerkt: “Bahnt sich da ein Battle an zwischen Dealjäger und dem jungen Shoppero? Der social Fight Club 2.0? Nur wer ist dabei Tyler Durden?”
Ich finde es gut, wenn Webseitenbetreibern Mittel an die Hand gegeben werden, womit sie ein paar Cent (oder gern auch Euro) dazu verdienen können. Wir selbst nutzen auch konsequent Google Adsense, Trigami, Linklift und seit kurzem auch Considerati. Solche Projekte sind gut für die vielen fleißigen Blogger und Portalbetreiber. Schade ist es allerdings, wenn Projekte schnell hochgekloppt werden, weil Geld drin steckt und weil man das Projekt auf einer Konferenz als das 22. Web2.0-Weltwunder präsentieren möchte.
“Man kommt wirklich gar nicht mehr nach. Das Ding hat mehr Löcher in Sicherheit, Kommunikation und Datenschutz als der deutsche Bundeshaushalt. Wo fängt man an? Wo hört man wieder auf? Die Meldungen überschlagen sich.” schreibt Werbeblogger Patrick Breitenbach und meint damit Shopero.
Weiter: “Eine Betaversion sollte zumindestens vor solchen Attacken gefeit sein, selbst die deutschen Umlaute könnte man vorher schon in den Griff bekommen. Warum sowas passieren kann, weiß auch kein Mensch. Was mich daran ärgert ist die Tatsache, dass man vorher so ein Riesenbrimborium macht und dann ein Produkt in 6 Wochen hinrotzt, dass eng gekoppelt an finanzielle Dienstleistung ist. Und bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf zumal die Konkurrenz schon mit den Hufen scharrt.. Bei diesem Konzept ergibt eine Beta (wenn man es überhaupt so nennen kann) auch überhaupt keinen Sinn, da man es ja auf den langfristigen Traffic abgesehen hat. Doch was passiert jetzt? Kurzzeitig wird das Ding nach oben schießen, alle Besucher werden feststellen, dass es an allen Ecken knirscht und knarzt. Werden sie denn auch wiederkommen? …
Es entsteht für mich der Eindruck als habe das Projekt von irgendeiner Seite aus immensen Druck erhalten, so dass der Releasetermin unbgedingt auf die Next07 fallen musste. Anders kann ich mir die eklatanten Flüchtigkeitsfehler ehrlich gesagt nicht erklären, und das macht es auch nicht wirklich besser. Im Gegenteil. Man kann nicht als Blogger sich über Produkte regelmäßig aufregen, wenn das Eigene den Grundansprüchen schon nicht gerecht wird. Sehr schade, vor allem für den gesamten Markt. Das kann viel kaputtmachen.”
Ja. Da hat Patrick leider recht. Wenn man so tut, als wäre Shopero DIE Ecommerce-Innovation des Jahres, dann sollte man ein solches Projekt mit viel Sorgfalt auf den Markt bringen. Aber ich weiß auch, wieviel Arbeit eine solche Plattform bedeutet. (Auch wir basteln fleißig am neuen VisualOrgasm und schwitzen uns von Tag zu Tag.) Bleibt zu hoffen, dass die vielen Probleme bei Shopero schnell in Angriff genommen werden.
Was ich (als Fazit) gut finde, ist, dass nun für Leute wie mich und andere Blogger und Portalbetreiber eine weitere Möglichkeit geboten wird Einnahmen zu erzielen. Ob ich auf Shopero oder das schon länger am Markt agierende Dealjäger zurückgreife, weiß ich noch nicht. Eigentlich sind mir organisch gewachsene Projekte irgendwie lieber. Und marktschreierische Wir-sind-die-Größten-Besten-Tollsten-Parolen lassen mir immer unangenehme Schauer über den Rücken laufen. Aber manchmal muss man wie blöd brüllen im Web 2.0 Dschungel, damit man überhaupt erhört wird.

















4 Reaktionen
04. Mai 2007, 22:41 Uhr
Nico hat immer wieder und ganz deutlich gesagt, dass die Plattform im Entstehen ist und eigentlich noch nicht mal ‘Beta’. Das sollte man bedenken, wenn man kritisiert. Er geht halt nach der Regel von Guy Kawasaki vor: “First ship, then test.”
05. Mai 2007, 03:00 Uhr
wow, danke martin, ich wusste nicht, dass wir eine regel befolgen. :)
im ernst, wir haben “einfach” versucht, so schnell wie möglich das produkt an den start zu bringen. wir wollten den launch zur next07 schaffen, ganz einfach aus dem grund, dass wir dann auf der konferenz mit vielen leuten über das thema reden können.
klar, dabei entstehen etliche flüchtigkeitsfehler und dämliche bugs, wie der mit den umlauten, aber wir wollen im offenen betatest dann eben auch zeigen, dass wir nicht nur die doofen bugs fixen, sondern auch aus dem input der user lernen.
und es ist nicht AAL, sondern AAUDEGVL.
05. Mai 2007, 09:55 Uhr
Hi Nico, hi Martin,
klar – wenn man genau zur next fertig sein will, aus welchen Gründen auch immer, ist das okay. Aber (!!!) dann muss man auch mit harscher Kritik rechnen. Je lauter man schreit, je lauter ist das Echo. Oder?
Und es ist immer wieder sauschade wenn Projekte, die so marktschreierisch angekündigt werden, dann erstmal nicht das halten, was sie versprechen. Ist aus meiner Sicht halt auch verdammt schade für die ganze deutsche Web 2.0- und Startup-Szene. Denn gerade diese Projekte werden ja auch in anderen Medien und bei Nicht-Web2.0-Menschen wahrgenommen.
Was nichts daran ändert zu sagen: viel Glück und Erfolg!
05. Mai 2007, 12:34 Uhr
[...] Wie in meinem Beitrag vor ein paar Tagen schon gesagt – ich liebe Projekte bei denen alle Seiten, also auch die User, etwas davon haben. Und was ich gut finde, ist die schnelle Reaktion von Nico Lumma auf die Kritik aus allen Ecken. Nicht nur, dass er selbst bloggt und versucht zu erklären, warum was schief gelaufen ist und was Shopero wirklich will. Er kommentiert auch auf eine sehr angenehme Art in vielen Blogs. Good job, Nico! Auch Jochen Krisch möchte ich hier noch schnell zu Wort kommen lassen: “Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Interessant, wieviele sich in den letzten Tagen von all den Dingen, die eine holprig gestartete Beta so mit sich bringt, haben irritieren lassen. Und so das wirklich Spannende an dem Konzept verpasst haben. Das Shoppero-Businessmodell kann ein Augenöffner sein für viele andere, die im Web 2.0 Umfeld – gemeinsam mit den Nutzern! – Geld verdienen wollen. Vorausgesetzt man ist bereit, sich etwas unvoreingenommener und intensiver damit auseinanderzusetzen.” [...]