Neues zu Shopero

Matias Roskos
05. Mai 2007, 12:32 Uhr, 3 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

ShoperoJeder hat es verdient fair behandelt zu werden. Natürlich auch die Jungs hinter Shopero.
Im Shoppero-Blog gibt man unumwunden zu, Fehler gemacht zu haben. Das find ich prinzipiell schonmal super!

Wir haben gelauncht, und “das ist gut so” ™ und nun geht es weiter in der offenen Beta-Phase. Viele Bugs werden von den Usern berichtet, etliche wurden schon gefixt, insbesondere sind natürlich die lästigen XSS-Sachen ganz oben an der Tagesordnung. Wir hatten ein Ziel, nämlich zur Next07 eine Beta zu launchen. Klar, wir hätten auch noch 3 Monate warten können, aber ich finde “release early, release often” viel besser, denn durch die offene Beta-Phase erfahren wir viel mehr über das Produkt und die mögliche Nutzung als beim Entwickeln im stillen Kämmerlein.” Naja – kann man so sehen, muss man aber nicht.

Wenn man mit großem Getöse ein Projekt ankündigt und dann soviel schief läuft, muss man sich nunmal nicht wundern, wenn aus allen Rohren geschossen wird.

Gut finde ich folgende Klarstellung: “Selbstverständlich geht es bei Shoppero überhaupt nicht darum, dass wir die Userdaten an Dritte verkaufen. Diesen Passus streichen wir am Montag aus den Datenschutzbestimmungen, denn er ist für uns absolut unwichtig. Warum er drin stand? Wir waren jung und brauchten schnell Datenschutzbestimmungen. Diese waren generisch gehalten und weitreichend.

Sehr gut. Ich kenne das “Problem” mit den AGBs. Ihr habt mein vollstes Verständnis :)

Raus mit der Formulierung und gut ists.

Weiter bei Shopero: “Shoppero stellt eine Plattform da, die Produktbewertungen von Usern aggregiert und beteiligt die User an den Werbe-Erlösen. Anteilig. Das bedeutet, wir versuchen, für die Werbung ein Umfeld zu bieten, die dem Werbetreibenden und dem Inhalte-Anbieter nutzen, in dem wir die User zielgerichtet zu Produkten führen und dort dann die entsprechende Werbung eingeblendet wird. Auf gut deutsch: auf meinem Kraut-und-Rüben-Privatblog finden zu viele unterschiedliche Themen statt und nicht jeder interessiert sich für alles, daher trifft die Werbung auch nicht immer so richtig ins Schwarze. Bei Kontext-abhängiger Werbung wie Google Adsense merkt man das oft sehr deutlich, was nicht gerade dazu führt, dass die Leser interessierter an der Werbung sind. Wenn wir nun Leser, die interessiert sind an einem speziellen Produkt, über einen Link in einem Artikel oder über ein Adget genanntes Widget zu einer Produktdetailseite führen, dann ist die Wahrscheinlichkeit ordentlich hoch, dass hier auch die Werbung gut passt. Und darum geht es auch im Kern. Es geht um die faire Beteiligung der User an den von Ihnen erstellten Inhalten. Es geht nicht um die Beteiligung an einem Affiliate-Programm, sondern um die gesamten Werbe-Erlöse, die auf der Plattform Shoppero entstehen. Affliate, TKP, CPC, alles wird in einen großen Topf geworfen, dann nach PageImpressions der User aufgeteilt und dann über den Schlüssel 20% / 60% verteilt.” Klingt tatsächlich fair und interessant.
Robert Basic schreibt ganz richtig dazu: “Es handelt sich dabei um ein gesamtheitliches Einnahmemodell, wobei zB Blogs mit hohen Trafficdurchsatzraten naürlich mehr von den Gesamteinnahmen bekommen, als Blogs mit kleineren Durchsatzraten. … User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg: Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher.

Wie in meinem Beitrag vor ein paar Tagen schon gesagt – ich liebe Projekte bei denen alle Seiten, also auch die User, etwas davon haben. Und was ich gut finde, ist die schnelle Reaktion von Nico Lumma auf die Kritik aus allen Ecken. Nicht nur, dass er selbst bloggt und versucht zu erklären, warum was schief gelaufen ist und was Shopero wirklich will. Er kommentiert auch auf eine sehr angenehme Art in vielen Blogs. Good job, Nico!
Auch Jochen Krisch möchte ich hier noch schnell zu Wort kommen lassen: “Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Interessant, wieviele sich in den letzten Tagen von all den Dingen, die eine holprig gestartete Beta so mit sich bringt, haben irritieren lassen. Und so das wirklich Spannende an dem Konzept verpasst haben.
Das Shoppero-Businessmodell kann ein Augenöffner sein für viele andere, die im Web 2.0 Umfeld – gemeinsam mit den Nutzern! – Geld verdienen wollen. Vorausgesetzt man ist bereit, sich etwas unvoreingenommener und intensiver damit auseinanderzusetzen
.”

Stimmt, Jochen. Das Modell ist interessant und fair. Aber es zählt nunmal nicht nur das Businessmodell sondern auch der Umgang mit der Community und die Außenwirkung! Und gerade Letzteres war suboptimal. Oder vielleicht doch nicht? Denn Aufmerksamkeit hat Shopero auf jeden Fall zur Genüge bekommen in den letzten zwei Wochen…


Über den Autor

Matias Roskos
2437 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

3 Reaktionen

  1. Pingback von Blogistan-Panoptikum Woche 18 2k7 auf datenschmutz.net 
    06. Mai 2007, 16:17 Uhr

    [...] Businessmodell und Umgang mit Kundendaten: nur im Idealfall kein Antagonismus, wie die aktuelle Causa Shoppero belegt: das VisualBlog hat die Vorgänge rund um den Launch der Plattform zusammengefasst: konkret ging’s um übersehen Unstimmigkeit in den AGBs und um technische Probleme – wie sich die Idee, Blogger für aggregierte Produktreviews zu bezahlen, in der Praxis entwickelt, werden wohl die nächsten Monate zeigen. Mehr Infos zum Geschäftsmodell gibt’s beiExciting Commerce und Robert: User generated Content und Beteiligung am Gesamterfolg: Ein interessantes Modell, das so noch niemand in Angriff genommen hat meines Wissens. Ich bin gespannt, wie das der Web-Markt aufnehmen wird. Imho muss dieser Aspekt viel stärker hervorgehoben werden als bisher. [...]

  2. Pingback von Der Hitflip Blog » Blog Archive » Hitflip bei der Next07
    07. Mai 2007, 11:10 Uhr

    [...] Über den Event wurde ja quasi schon überall in der Blogosphäre ausführlich berichtet. Nicht ohne Grund. Es war wirklich das Who-is-Who der aktuellen Gründerwelle / Gründerszene. Da muss man Mark und SinnerSchrader wirklich zur gelungenen Organisation gratulieren! Wir sind gerne wieder dabei. [...]

  3. [...] Auf Read/Write Web bin ich gerade über Startup 2.0 gestolpert. Gesucht wird DAS europäische Web-Startup des Jahres. Leider ist die Anmeldefrist bereits vorbei und ich vermisse deutsche Projekte! Kein Hitflip, kein Yieeha, kein Mister Wong, kein Plazes, kein Townkings, kein Shopero und auch keines der vielen deutschen Web 2.0-Klone. Schade, denn so hat man den Eindruck, hierzulande passiere nicht viel in Sachen Web 2.0. Und das ist nunmal schlichtweg falsch. [...]

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