Ehssan Dariani erzählt was zu StudiVZ

Matias Roskos
11. Mai 2007, 07:19 Uhr, 0 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Im Entrepreneurship-Labor-Blog von Prof. Günter Faltin gibt es eine Präsentation bzw. ein Interview mit Ehssan Dariani über den Weg und den Erfolg von StudiVZ. Die beiden Videos sind auf jeden Fall informativer als das Klointerview von Martin Oetting neulich. Und da StudiVZ, ob man will oder nicht, nunmal zu DEN Erfolgsgeschichten der vergangenen Monate in der deutschen Web-Startup-Szene gehört, ist es interessant Ehssan zuzuhören.
Zu Anfang spult Ehssan ein wenig lustlos eine Präsentation aus dem Oktober 2006 herunter. Unter anderem erzählt er: “Wir haben drauf geachtet, dass die Sprache auf StudiVZ deutsch bleibt. Cool sein kann man auch anders.” Darum heißen die Campus Captains ja auch Campus Captains! Okay. Er erklärt es später: “Das erinnert so ein bisschen an die Kindheit. Superman, Spiderman, Campus Captain.” Jo. Schon klar.

Weiter: “Die Kultur von StudiVZ ist eine amerikanische.” Soso. Na gut. Er erklärt dann, das er vor allem die Wirtschafts- und Unternehmer-Kultur meint, wo uns die Amerikaner noch um Welten voraus wären.

Differenzierung erfolgte unter anderem durch die Farbgebung. Schon klar. Die entstand durch Dennis (Entwickler und Mitgründer von StudiVZ) seine Farbschwäche, wie man erfährt. Sollte wohl eigentlich grün sein, war dann aber rot. Kann ja mal passieren.

“Wir sind keine Datingseite. Auf keinen Fall.” betont Ehssan. *grins*

Gruscheln hat sich Ehssan selbst ausgedacht, erfährt der Zuhörer. Coooool.

Wir werden Geld machen über Werbung. Ganz unspektakulär.” Stimmt. Aber bei so vielen Nutzern halt trotz alledem der einfachste, wenn auch nicht innovativste Weg. Und an einen Verkauf der Email-Adressen war nie gedacht. Na das will ich auch hoffen! Und: ich glaubs dir Ehssan. Wirklich.
Eine meiner Stärken ist zu erkennen, was funktionieren könnte.” Yepp. Auch das glaube ich dir, Ehssan. Und das ist ein Punkt, der sicherlich nicht geflunkert ist und der durchaus was Wert ist, wenn man sich mit Startups beschäftigt. Und er behielt Recht.
Er bezeichnet StudiVZ auch als “sozialen Katalysator“. Damit hat er auf jeden Fall recht. Eine der Stärken und Erfolgsgeheimnisse von StudiVZ ist die soziale Komponente.

Leider ist nirgends die Rede davon, dass man Facebook 1:1 kopiert hat. Feigling! ;) Aber er erzählt wenigstens, dass er bei der Nutzung von Facebook auf die Idee kam, es zu kopieren sowas in Deutschland zu realisieren.

Er betont auch immer wieder, wie wichtig das Team war. Und man erfährt, dass er der Kopf und Dennis der Entwickler war. Er nennt sich selbst den “Außenminister” von StudiVZ. Gute Wahl? Ich hab da meine Zweifel. Aber gibt Erfolg Recht? Maybe.
Um es nochmal klar und deutlich zu sagen: für Leute die sich für Startups und Erfolgsgeschichten im Internet interessiert, für den sind die beiden Filme interessant.

Über seine Peinlichkeiten (Völkischer Beobachter, billige Videos auf Klo usw.) will ich hier nicht schon wieder reden. Darüber werd ich mich nie mit ihm einigen. Muss ja auch nicht sein. Ich finds auf jeden Fall gut, dass er offensiv drüber redet. Und er spricht auch darüber, dass es zum Teil gewollt war: “Radaumarketing“. Korrekt. Und wenn man auf diese Art rausbrüllt in die Welt – dann kommt ein Echo.

Zu seiner aktuellen Rolle bei StudiVZ sagt er nach einigem Rumgedruckse: “Ich muss eigentlich gar nichts machen. Ich bin im Urlaub.” Aber klar. Wenn man soviel Geld mit seinem Projekt verdient hat, gibt es dagegen auch rein gar nichts einzuwenden. Ehssan sagt auch, dass er einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten hat. Glückwunsch! Ganz ehrlich. Und was kommt nun? “Kein Bock auf Luxusurlauber am Strand“, sagt Ehssan.

Zwischen den Zeilen hört man dann noch heraus, dass ein moderner Medienkonzern wie Holtzbrinck und seine Art zu arbeiten und aufzutreten einfach wohl nicht zusammen passen. Also wirds wohl auch langfristig kein Engagement mehr von ED bei StudiVZ geben.

Man spürt die ganze Zeit aber noch das das Herz an StudiVZ hängt. Das finde ich sympathisch. In der Zukunft will Ehssan Dariani als Business Angel und Mentor unterwegs sein. Auf die faule Haut will er sich nicht legen.

Und hier geht es zu den beiden Videos, über die ich geschrieben habe. Macht euch ein eigenes Bild. Interessant ists auf jeden Fall.

Nachtrag: Das neue Video hat wie zu erwarten auch seinen Weg zur BooCompany gefunden. Dort mit Untertiteln! Kann helfen :)

Und auch DonAlphonso (“Ich wäre übrigens auch durchaus in der Lage, eine Liste der Gäste vorzulegen, die die Einladung kennen. (Es geht um die widerliche Einladung im Layout des Völkischen Beobachter von Ehssan Dariani.) Und trotzdem gekommen sind. Mit Bildern. Vielleicht fanden sie das ja auch “grossartig”.“) und Patrick Breitenbach (“Ansonsten tut mir der Jung mit dem Faible für Haarwasser einfach nur leid.“) nehmen sich des Themas an.


Über den Autor

Matias Roskos
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Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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