Zwischenmeldung re:publica

Matias Roskos
13. April 2007, 07:24 Uhr, 4 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Nach zwei Tagen re:publica auch von meiner Seite (bei Technorati ist die re:publica zur Zeit Suchbegriff Nummer 1) mal ein kurzes Zwischenfazit von mir.

Es ist echt nett mal ein paar Leute endlich gegenüber zu stehen. Und hier und da das Versprechen auf ein gemeinsames Bierchen einzulösen. Nicht wahr Christian und Andreas?

Die Vorträge sind so lala. Bisher war kein wirklicher Wow-Effekt dabei. Ein Google-Adsense-Optimierungs-Vortrag entpuppte sich als Google-Werbeveranstaltung mit leicht fadem Beigeschmack. Und auch die mit Spannung erwartete Diskussionsrunde zum Thema “Cash from Chaos – Geld verdienen beim Bloggen” (oder so ähnlich) war dann doch ne arg kuschelige Angelegenheit. Es fehlte ganz eindeutig Don Alphonso auf dem Podium. So konnte Sascha Lobo das Ganze gut als Adical-Marketing-Aktion nutzen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich jede Form der Aktivität, um Bloggern Geld verdienen zu ermöglichen, gut finde! Und somit ist Adical, neben Linklift oder Trigami und auch Adsense EINE sinnvolle Sache. Don Alphonso siehts anders, was sein gutes Recht ist. Ich hätte mir auf jeden Fall neben dem vielen Pro auch etwas mehr Contra auf der re:publica gewünscht. Die heimelige Atmosphäre wird ganz gut bei Golem beschrieben.
Und auch ansonsten hört man überall ein wenig Enttäuschung raus bei den Flurgesprächen. Weil nichts Sensationelles passiert. Aber was soll den auch passieren? Es ist und bleibt eine Konferenz von Webmenschen. Nicht mehr und nicht weniger. Da gibt es keine barbusigen Bunnys am Einlass und keine fliegenden Torten in ner Podiumsdiskussion. Und auch Myspace stellt keine SecondLife-Kopie vor.
Hier noch zwei Zitate, die ich so aufgeschnappt habe und über die ich irgendwie schmunzeln musste.
1. Direkt vom Podium (Name wird nicht genannt!): “Wenn man gekaufte Blogpostings will, soll man doch am besten zu den Trend-Huren gehen.” Ui. Ein Schlag unter die Gürtellinie. Es war eine ziemlich eindeutige Anspielung auf TRND. Sorry Jungs. Fand ich echt heftig die Bemerkung.
2. Und draußen in einer lauschigen Ecke: “Ey, wenn ich ohne Atomstrom bloggen will, würde mich das knapp 20 Euro die Stunde kosten! Wie soll ich das machen?!” Und der Mann meinte es ernst! Ehrlich.

Ja, die Konferenz ist interessant, aber selten überraschend oder wirklich spannend. Aber ich sehe sie immer noch extrem positiv. Man trifft viele interessante (und auch einige uninteressante) Leute. Hier und da schnappt man bei einem Vortrag einen interessanten Tipp auf. Und es gab auch einiges zu lachen. Dank Johnny Häusler und dank der Powerpoint-Karaoke, die deutlich besser war wie von mir befürchtet.

Also – auch am letzten Tag auf zur re:publica.


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Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

4 Reaktionen

  1. Kommentar von Pierro
    13. April 2007, 08:43 Uhr

    Howdy;
    schoen zu lesen!
    “Man trifft viele interessante (und auch einige uninteressante) Leute.”

    Sind wir berliner Nasen eine randgruppe ? :)
    aber wie steht es denn derzeit mit der video_cam.
    ich glaube mich zu entsinnen, es stand einmal im (web) raum
    dass du dir eine cam zulegen wolltest . . . war selbige in der
    kalkscheune am start ?

  2. Kommentar von Matias
    13. April 2007, 08:49 Uhr

    Nein. Keine Kamera im Einsatz.
    Weil a) mir niemand bisher einen wirklich guten Tipp geben wollte, wir b) noch ein Team für VisualOrgasm.TV suchen und dafür nächste Woche Kontakt zu Berliner Multimediaschulen aufnehmen wollen und es c) einfach so viele Kameras dort bei der re:publica gibt, dass es glaube ich sinnvoll ist sich auch mal zurück zu halten. Die Veranstaltung ist medial derartig gut durchdrungen, dass es fast schon wieder mainstreamig ist ;)

  3. Kommentar von till
    15. April 2007, 17:51 Uhr

    Ich glaube die bisher beste und witzigste Zusammenfassung zur republica die ich gelesen habe.

  4. [...] Nachdem mir auf der re:republica ein Google-Mann das Ohr mit vierstelligen Summen via Google-Adsense abgekaut hatte, liest man nun auf dem Blog von John Chow noch von ganz anderen Zahlen. (Dort gibts auch gute Zusatzinfos zu den einzelnen Seiten.) Markus Frind verdient mit seinem PlentyOfFish ca. 300.000 Dollar. Im Monat!!! Hammer. [...]

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