300

Frank Feldmann
14. April 2007, 09:50 Uhr, 3 Reaktionen
Kategorie: Kultur

Ich gebe es zu: ich habe 300 gesehen. Ich gebe weiter zu, dass ich mich schon seit über einem Jahr auf den Film gefreut habe. Ja – ich bin Fan von Frank Miller. Nein – nicht erst seit der kongenialen Verfilmung von „Sin City“ und dem ganzen Hype der darauf hin um ihn und sein Werk einsetzte. Ich wusste also um die trockenknochene und gewalttätige Geschichte von Gut und Böse, einem Trip voller Pathos, Leidenschaft, Opfertod und Stereotypen und was mich erwartet. Und ja – jetzt kommt‘s: die filmische Umsetzung der Graphic Novel – für die Miller 1999 übrigens den renommierten Eisner Award als bester Künstler erhielt – hat mich absolut überzeugt, nachhaltig beeindruckt, streckenweise so gar begeistert!

Schuldig im Sinne der Anklage all jener Humanisten und Feullitonisten, die sich gerade quer durch alle Medien an der Comic-Verfilmung abarbeiten und dabei bisweilen versgessen, dass es eine Comic-Verfilmung ist, an der sie sich abarbeiten. Ich halte diese Diskussion (lies z.B. hier und hier und hier mit) für genau so überflüssig wie teilweise unterirdisch geführt. Warner Brothers wird diese polarisierende Mundpropaganda freuen. Ich will dazu nichts weiter beitragen, außer das ich fast genau den Helden-Trash voller Schauwert bekommen habe, den ich erwartet habe und dass ich damit mehr als zufrieden bin. Worauf sich das „fast“ bezieht? Nun, die parallel erzählte und in der Vorlage nicht vorkommende Geschichte über die politischen Intrigenspiele um Leonidas Königin Gorgo und den verräterischen Spielverderber Theron führt nicht nur zu Brüchen im Plot sondern ist dann auch noch viel zu wenig von Snyder überzeichnet. Konsequenter wäre es auch gewesen an verschiedenen Stellen ganz auf humoristische Einlagen seines Phalanxballetts zu verzichten. Anyway!

Ein Comic erzählt mit mehr als zwei Bildern, die in zeitlicher Abfolge angeordnet sind, eine Geschichte. Und genau das tut auch Snyder. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und genau diese imposanten Bilder werde ich noch sehr lange vor meinem geistigen Auge abrufen können. Ganz ohne Schuldgefühle.

300

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Über den Autor

Frank Feldmann
1005 Beiträge

Frank Feldmann ist freier Onlineredakteur aus Berlin und begeistert sich für alles Schöne im Web – Design, Illustration, Fine Art… Gemeinsam mit Matias Roskos betreut er die Community von VisualOrgasm, schreibt für das VisualBlog und makelt mit virtuellen Grundstücken in der Pixeltown.

3 Reaktionen

  1. Kommentar von till
    15. April 2007, 17:17 Uhr

    Puh, da bin ich ja froh! Dachte ich waere der einzige auf dem Planeten, der den Film unterhaltsam fand.

  2. Kommentar von Ekkehard
    18. April 2007, 10:11 Uhr

    Und ich bin erst froh, das die Leserschaft dieses Blogs etwas entspannter zu sein scheint als der Rest der Welt. Schön.

  3. Pingback von Frankies Blog » 300
    20. April 2007, 11:29 Uhr

    [...] Was hab ich mich auf den Film gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht. Nicht so revolutionär wie die kongeniale Sin City Verfilmung aber sehr nah an der Vorlage und unglaublich bildgewaltig. Wie es sich für eine anständige Comicverfilmung gehört. Mehr dazu von mir im VisualBlog. [...]

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