Ich berate gern

Matias Roskos
06. März 2007, 15:25 Uhr, 7 Reaktionen
Kategorie: Allgemein

Gestern war ich bei einer kleinen, sympathischen Berliner Agentur eingeladen sie einmal in Sachen modernes Webdesign und Web 2.0 zu beraten. Vier Stunden waren Zeit. Der Wunsch ging dahin, dass ich einen kurzen Abriss über interessante Entwicklungen bringen sollte und dann auf den Stand im Jahre 2007 eingehen sollte. Um es gleich zu sagen: der Kunde war super zufrieden. Und die Zeit war viel zu kurz.

Hier mal ein kurzer Einblick in die Seiten, die ich u.a. präsentiert habe. Ist für den ein oder anderen ja vielleicht interessant.

Aus der guten alten Flash-Zeit präsentierte ich: MONOcrafts, Yigal Azruel und Yulia Nau. Mein Gott – DAS waren noch Zeiten. Da habe ich übrigens meine Brötchen als Flash-Programmierer verdient. Bevor die Internetblase platzte. In Sachen XHTML, DHTML und CSS – als Trennung von Content und Design – wies ich auf CSS Zengarden, Scott Schiller und CSS Beauty hin. Als Vorreiter in Sachen “Reallife-Design”, wie ich es immer bezeichne, musste ich natürlich VisualOrgasm vorstellen und dann auf Movie Mashup, dem Myspace-Crowdsourcing-Filmprojekt hinweisen. Auch die Seite von Emiliano Rodriguez konnte ich zeigen. Für die geplanten Seiten von Replay, Michal Piotrowski und Doppelkopf war dann leider keine Zeit mehr.

Es ging weier mit absoluten Flash-Highlights, die mir in den letzten Jahren das Surfen versüßten: Wefail, Havaianas und 417north. Auf meiner Liste standen auch noch Drawing Art, AgencyNet, Dario Picciau und Fubon.

Weiter gings mit hybriden Webseiten. Davon wissen leider bisher die wenigsten, was das eigentlich ist. Hybride Webseiten sind Seiten, die sowohl Flash- als auch HTML-Elemente besitzen, die sich wunderbar ergänzen. Also kein Gegen- sondern ein Miteinander. Als Beispiele allen voran Susanne Paschke. Zu nennen wären auch noch die offizielle NBA-Seite und Hotham. Und hier gibts einen guten Artikel zu dem Thema.

Dann erzählte ich ganz kurz etwas zu Weblogs und wies natürlich auf Technorati und Bloglines hin, die ich beide intensiv nutze. Als optisch (denn es ging in erster Linie um Webdesign) gelungene Weblogs nannte ich Pixelgraphix von Manuela Hoffmann, Webware.com und das Weblog von Ibrahim Evsan.

Dann ging es mir um die meistbesuchten Seiten zur Zeit und ihr Null-Design. Bild.de, Knuddels, Myspace, Youtube usw.

Dass man das auch besser machen kann, belegte ich mit Sevenload, Sosmart und Xing, die sich aus meiner Sicht auch in Sachen Optik richtig Mühe gegeben und was Gelungenes ins Netz gestellt haben.

Und zu guter letzt – es war viel zu wenig Zeit übrig – zeigte ich weitere Seiten, denen interessante Designansätze zugrunde liegen: Fork (Arbeit mit Hintergrundbildern), Glashaus Design (nette grafische Navi-Idee), Digital Egypt, Christian Schütze, Moskito, WM-Team (zur Auflockerung), die Seite von Sven Stüber, Celestial Seasonings, Bonsami, Vitor Vilela. Ich wies auch noch auf den WDC hin und verabschiedete mich mit einem Zitat aus einem Interview in der Neon vom Januar: “Herr Grammer (Wiener Evolutionsbiologe), es ist wissenschaftlich erwiesen: Schöne Babys bekommen mehr Liebe, attraktive Kriminielle geringere Haftstrafen und die hübscheste Blondine den besten Lohn. Sind wir Menschen wirklich so korrupt?
Ja, sicher. Wie wir andere wahrnehmen und behandeln, hängt hauptsächlich von der Attraktivität des Gegenübers ab.” Was ich damit andeuten wollte: ob wir ein Webprojekt sympathisch finden oder nicht, hängt auch – zum Glück nicht ausschließlich – von der optischen Umsetzung ab. Man kann mit einer designtechnisch gelungenen Webseite einen großen Sympathiebonus sich ergattern. Was nichts daran ändert, dass auch der Inhalt spannend sein sollte, will man User für längerfristig binden.

Ich habe mich gefreut eine Agentur in dieser Richtung beraten zu dürfen. Ich denke, da gibt es einigen Bedarf hierzulande. Und ich bin gern bereit das auch in anderen Agenturen und Firmen anzubieten. Ideal ist eine Gruppe von 3-15 Leuten, die dann auch jederzeit unterbrechen und fragen dürfen.


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Über den Autor

Matias Roskos
2707 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

7 Reaktionen

  1. Kommentar von Manuela
    06. März 2007, 20:33 Uhr

    Vielen Dank für die Nennung von pixelgraphix!!! Wenn mich wieder einmal ein Kunde auf eine Beratung anspricht, werde ich Dich gern empfehlen!

  2. Kommentar von Webstandard-Team
    07. März 2007, 10:15 Uhr

    Klingt nicht schlecht. Wenn man erst mal in Fahrt gekommen ist und das Interesse da ist, ist immer zu wenig Zeit übrig ;o) Eigentlich sollte aber eine Agentur bzw. die Mitarbeiter in Sachen “Modernes Design” & “Web2.0″ auf dem laufenden sein, oder?

  3. Kommentar von Matias
    07. März 2007, 10:30 Uhr

    harhar.
    Ja. EIGENTLICH sollten sie einigermaßen auf dem Stand der Dinge sein. Aber wer schafft das schon? Und es ist immer gut, wenn man sich Expertenrat ab und zu einholt. Um auch mal eine Sicht von außen zu bekommen.
    Und man redet dann ja auch über eigene Projekte, die ich dann ein wenig unter die Lupe nehme und meine Meinung dazu sage.
    Aber Trends, Visionen, Ideen – die können nicht immer nur intern generiert werden. Expertenmeinung und Rat ist ne gute Sache, denke ich.

  4. Kommentar von Webstandard-Team
    07. März 2007, 10:35 Uhr

    Da hast du vollkommen Recht Matias, Expertenrat ist manchmal Gold wert. Gibt es denn ‘nen Slide oder ähnliches? Ansonsten wünsche ich noch eine erfolgreiche Woche!

  5. Kommentar von Matias
    07. März 2007, 11:08 Uhr

    Nein. Nen Slide gibts nicht. Bin kein Powerpoint-Fan. Werd ich aber wohl noch werden müssen.

  6. Kommentar von Webstandard-Team
    07. März 2007, 13:11 Uhr

    Wer redet denn hier von Powerpoint? Ich bin auch kein Freund von dem Giganten. In Zeit des Web 2.0 gibt es doch zahlreiche Anwendungen dafür. Wäre gleich noch ein klasse Argument für Web 2.0 ;o)

  7. Kommentar von Matias
    08. März 2007, 08:15 Uhr

    Na dann nenn mir bitte mal ein oder zwei wirklich gute Präsentationsanwendungen im Netz.
    Ich hab ne Weile gesucht und nichts wirklich befriedigendes gefunden! Ich mein: ich will den Text ja auch ein bissel formatieren können, Links easy einbauen, mal ein Bild mit rein… Das war alles extrem umständlich und am Ende hatte ich ganz gruselige Ergebnisse, die ich keinem Kunden anbieten könnte. Die würden denken: was steht denn da für ein Amateur vor uns.
    Aber ich würde mich freuen, ne wirklich gute Präsentations-Online-Anwendung genannt zu bekommen!

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