Im Moment wird endlich auch in Deutschland sehr viel über alle möglichen Social Commerce Projekte geredet. Aufmerksam verfolge ich die Entwicklung vor allem Dank des exzellenten Exciting Commerce Blogs von Jochen Krisch, sehe vieles aber nicht ganz so euphorisch.
Ich sehe das aber auch aus mehreren Blickwinkeln. Zum einen als Web 2.0-Interessierter und Community Manager von VisualOrgasm. Zum anderen aber auch selbst als Einzelhändler und Online-Shop-Betreiber. Und vor allem auch, weil ich selbst eigene Produkte bei Sozeug online habe.
Um es ganz deutlich zu sagen: ich finde die Entwicklung hin zu Social Commerce Plattformen absolut großartig. Es spricht auch ganz meiner Philosophie, wie das Internet genutzt werden sollte, wenn die User immer stärker in die Inhalte und Ausrichtungen der Plattformen einbezogen werden. Und wenn das auch im Ecommerce geschieht: um so besser.
Aber bei Online-Shops geht es nicht nur darum eine nette Community zu haben – es muss auch verkauft werden. Umsätze müssen generiert werden. Und da habe ich meine Zweifel, ob das bei Etsy aus den USA oder in Deutschland bei Dawanda oder Sozeug schon so toll läuft. Alle Plattformen machen einen schicken Eindruck. Aber wenn ich mich durch die Produkte klicke… naja. Haut mich nicht wirklich um. Da gibt es viele kleine Online-Shops, die ich spannender finde und die noch besser zum Long Tail passen. Ich selbst habe im Juli (glaube ich, oder war es August) Babybodys auf Sozeug eingestellt, die ich auch in meinem “echten” Laden in Berlin und in meinem Online-Shop verkaufe. Und über Sozeug liegt der Umsatz bei genau 0,00 Euro! Die Bodys laufen im Laden und im Online-Shop deutlich deutlich besser und gehen jetzt im Weihnachtsgeschäft gut weg.
Vielleicht sollte ich sie mal bei Dawanda einstellen, um zu sehen, ob der Umsatz dort etwas besser ist.
Mein Fazit: die Entwicklung hin zu Social Commerce Plattformen ist toll. Bietet sie doch vielen kreativen Menschen die Möglichkeit ihre Sachen dort anzubieten. Und potentielle Käufer finden ein nettes, sympathisches Portal. Aber umsatztechnisch sind wir noch ganz ganz am Anfang. So zumindest mein Eindruck. Da muss noch viel getan werden. Und man muss Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat mit seiner Community arbeiten, damit die Produkte immer vielfältiger und interessanter werden und in Sachen PR, damit auch “Otto-Normal-User” den Weg dorthin findet. Denn schließlich verkauft man ja kaum an die Leute, die dort Produkte einstellen, sondern an Menschen, die auf der Suche nach witzigen und schönen Geschenken sind… Im Moment wirken auf mich Dawanda und Sozeug noch sehr hausbacken (ich will nicht sagen langweilig). Man muss sich auf und um diese Portale Aktionen und Features einfallen lassen, die die Projekte “sexy” machen, wie Robert Basic sagen würde. Man muss wiederkommen wollen, Spaß haben und drüber erzählen wollen! Da reicht es nicht handgefertigte Socken und selbstgenähte, bunte Kissen anzubieten.
Auf jeden Fall all diesen tollen Projekten alles Gute, viel Durchhaltevermögen und das nötige Quentchen Glück, damit die Userströme permanent auch an dieser Portalen nicht vorbeifließen.















4 Reaktionen
13. Dezember 2006, 11:14 Uhr
Social Commerce: Wachsende Überforderung der Nutzer…
Social Commerce für Skeptiker: Zwei E-Commerce-Experten beschreiben durchaus differenziert, warum sie das Thema Social Commerce für überwertet halten und wo sie die Perspektiven sehen. Ecato-Gründer Christian Boris Schmidt macht sich Sorgen um die …
14. Dezember 2006, 16:33 Uhr
[...] Was mir in diesem Zusammenhang noch einfällt: Theorie und Praxis, Wein predigen und Wasser trinken. Die Grundregeln im Umgang mit Menschen, Kunden und Mitarbeitern, mit Kommunikation und Führung, usw. gelten auch für jedes eCommerce StartUp. Matias Rosko schrieb gestern: Die Entwicklung hin zu Social Commerce Plattformen ist toll. […] Aber umsatztechnisch sind wir noch ganz ganz am Anfang. So zumindest mein Eindruck. Da muss noch viel getan werden. [VisualBlog] [...]
06. Juli 2008, 13:22 Uhr
[...] Die relativen Zahlen mögen klein aussehen, aber in absoluten Zahlen stecken hinter jedem Prozent einige Milliarden Euro Umsatz. E-Commerce (Prozess 2) wurde 1995 sicherlich genauso belächelt wie Social Commerce heute. Jochen hat also absolut recht, wenn er Social Commerce so in den Himmel lobt in seinen Beiträgen. Pauline Pauline natürlich auch wenn sie so begeistert über neue Shopping Tools redet :-). Der Visualblogger fand es schon lange gut. Bei Polyvore scheint es schon jetzt zu funktionieren, obwohl Robert noch skeptisch ist (war?). [...]
05. März 2010, 15:40 Uhr
[...] Pauline Pauline natürlich auch wenn sie so begeistert über neue Shopping Tools redet . Der Visualblogger fand es schon lange gut. Bei Polyvore scheint es schon jetzt zu funktionieren, obwohl Robert noch [...]