Was lese ich da gerade staunenden Auges bei Martin Oetting: “Dem Saftblog, als einem der Vorzeigebeispiele unter den deutschen Corporate Blogs, scheint die Luft auszugehen – Anwälte haben wegen der Nennung des Begriffes “Olympia” mit einer Summe von 150.000 EUR gedroht, die Walthers wollen deswegen hinschmeißen. Wenn das Schule macht, kann man in Deutschland das Bloggen gleich bleiben lassen.”
Das ist doch unglaublich oder. Klar – es geht sicherlich darum, dass man verhindern will, das Corporate Blogs, die ja durchaus Bestandteil des Marketings einer Firma sind, nicht andere Markennamen verwenden dürfen. Aber wo führt so etwas hin, wenn man nicht mehr solche Begriffe niederschreiben darf, wenn man über das Ereignis spricht. Tut mir Leid, aber da hört auch bei mir das Verständnis auf. So etwas ist albern und führt zu weit.
Und es macht traurig, wenn man dann im Saftblog lesen muss: “Und allerspätestens jetzt sind wir uns ziemlich sicher, daß wir das Saftblog vom Netz nehmen werden. Wir sind weder in der Lage, jeden Eintrag vor Veröffentlichung juristisch prüfen zu lassen, noch die Kosten die mit einer Verpflichtungserklärung verbunden sind, finanziell zu tragen. So viel Geld verdienen wir nun auch nicht mit dem bißchen Saft.” Kann ich verstehen. Aber ich hoffe, dass sie durchhalten. Vielleicht sollten aus Solidarität alle Blogs in Deutschland das böse Wort einmal bloggen. Ohne weitere Worte… Was meint ihr dazu?
Via ConnectedMarketing und Exciting Commerce.

















3 Reaktionen
15. Dezember 2006, 03:51 Uhr
Hallo Freunde, nochmal: DAS SAFTBLOG BRAUCHT SICH NICHT ZU FÜRCHTEN, denn die Abmahnanwälte könnten diesen Prozess nie gewinnen. Warum?
Steht heute ab ca. 3 Uhr früh genau BEI UNS via http://happywinner.twoday.net/
Das “Saftblog” hat, konform mit Artikel 5 Grundgesetz, als journalistisches Medium – Blogs sind als private Presseerzeugnisse einzuordnen, daher darf z.B. auch eine Kaninchenzüchterzeitung mit 200 Stück Auflage über Olympische Spiele oder Olympiaden berichten – also: Walthers Saftblog hat im Rahmen der von Artikel 5 Grundgesetz garantierten Meinungs- und Pressefreiheit über Olympiaden bzw. Olympische Spiele berichtet. Nach einem lächerlichen Drohschreiben irgendeines Sportlerverbandes stand dann im Saftblog zu lesen, man werfe das Handtuch, man wolle dichtmachen usw. – das ist natürlich Unsinn, denn das Saftblog würde alle Prozesse sowieso gewinnen.
Sollte nämlich der § 4 des so genannten “Olympia – Schutzgesetzes” die bloße Nennung des Namens “Olympiade” verbieten, dann müssten klarerweise vom SPIEGEL bis zur FAZ alle Zeitungen morgen zusperren. Daher ist § 4 OlympSchG entweder im Sinne des Artikel 5 Grundgesetz (1949) auszulegen oder aber das Olympiaschutzgesetz ist verfassungswidrig.
Es gibt daher für das Saftblog keinen Grund, zuzusperren. Vielmehr liegt seitens der Abmahnanwälte ggf. der Tatbestand des Missbrauchs der Rechtspflege vor. So einfach ist das.
Treffend heisst es in einem Blogkommentar, genau so, wie es mein Anwalt heute mir telefonisch sinngemäß durchgegeben hat:
Wenn man die Abmahnung in den Schredder haut, ist das Kostenrisiko ja zunächst auf Seiten des DOSB. Und ob die das Risiko eingehen würden, durch einen erfolgreichen Vorlagebeschluss zum BVerfG den Bestand des OlympSchG zu riskieren, während auf der Nutzenseite nur die mögliche Löschung von zwei kleinen Blog-Artikeln einer Saftkelterei stünde?
Trotzdem gehört dieser Verein in den Blogs DURCH DIE MANGEL GENOMMEN!!!!!
15. Dezember 2006, 15:26 Uhr
[...] olympische sportbund werbung für seine sache macht…’ RSS feed fuer kommentare und trackback URI fuer ‘und wieder eine abmahnung… oder wie der deutsche olympische sportbund werbung fürseine sache macht…’ [...]
15. Dezember 2006, 18:53 Uhr
[...] So sollte es sein. Das große Echo aus der Blogosphäre auf die unsinnige Abmahnung an den Saftblog wegen der Verwendung des Namens Olympia und der fünf Ringe in zwei Blogbeiträgen vor über einem halben Jahr hat dazu geführt, das Michael Schirp, der Pressesprecher Deutscher Olympischer Sportbund, sofort reagiert. Das finde ich gut. Offen und freundlich. Unter anderem schreibt er im Marketing-Blog: “Aber zurück zum Schutz von Markenrechten: Wir schützen unsere Markenrechte gegen Unternehmen – bis hin zu Weltkonzernen – die genau wissen, was sie tun, wenn sie im Windschatten eines Symbols wie den Ringen segeln. Nun noch etwas zum Thema blog. Wenn ich in einer Zeitung, im TV oder im Internet eine Marke verwende, die mir nicht gehört und abgemahnt werde, dies zu unterlassen, werde ich dies tun. Und sicher nicht sagen, ich stelle die Zeitung ein, ich schließe den Sender, ich nehme ich den blog vom Netz? Schon gar nicht, wenn es sich wie in diesem Fall nicht um ein Presseorgan, um das zentrale Werbe- und Marketing-Tool eines Unternehmens handelt. So, und jetzt rufe ich Frau Walther an und sage Ihr dies alles selbst. Denn so toll Bloggen auch ist – manchmal ist der direkte Weg der Bessere.” [...]