Qualität als wichtiges Kriterium für das Funktionieren eines Social Network

Matias Roskos
28. November 2006, 17:17 Uhr, 0 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Angestoßen durch die vielen Peinlichkeiten und Fehler rund um StudiVZ bringt Mark Pohlmann vom Themenblog ein paar interessante Gesichtspunkte zu Papier, die ich so voll unterstützen kann: “Und das ist die vielleicht wichtigste Botschaft aus den StudiVZ-Stories für alle, die sich mit dem Aufbau von Community-Systemen beschäftigen: Die Qualität eines Netzwerkes bezieht sich einzig aus der Qualität ihrer Mitglieder. Nutzerzahlen, so schön sie auch im wöchentlichen Mitteilungen zu instrumentalisieren sind, sind allenfalls ein Kriterium für Investoren, nicht für die Mitglieder selbst. Communities leben davon, Gleichgesinnte zusammenzubringen, nicht alle mit allen irgendwie zu vernetzen. Der wirkliche Erfolgsfaktor einer Community ist, wie gut die neuen Mitglieder sind, die von den Bestandsmitgliedern angezogen werden. Hier ist weniger Wachstum immer besseres Wachstum.

Schön, dass endlich mal einer nicht nur über Zahlen spricht, sondern über die Qualität einer Community. Ich dachte schon, ich würde gegen Windmühlen anreden, wenn ich von der tollen Qualität unserer Kreativ-Community auf VisualOrgasm rede. Es gibt also doch noch Menschen, die Qualität interessiert und die das ähnlich sehen wie ich mit der Wertigkeit bezüglich einer Plattform.

Dass es mit der Qualität von Communitys auf etlichen Portalen, vor allem auf so enorm schnell wachsenden Seiten wie StudiVZ, nicht weit her ist, bewies StudiVZ zuletzt ja zur genüge: “Die Konsequenz für uns alle ist, daß jedes Unternehmen – ganz gleich, ob Start-up oder nicht – mit seiner eigenen Community immer auch beweisen muß, daß es anders ist als StudiVZ. Das ist eine große Bürde, die dazu verführen könnte, es gar nicht erst zu versuchen. Denn das Risiko, trotz bester Absichten Müll in welcher Form auch immer bei sich zu sammeln, bleibt natürlich bestehen.

Für mich besteht jedoch kein Zweifel: Die Leichtfertigkeit der Gründer im Umgang mit ihrem eigenen System hat das Entstehen von Stalker-Gruppen erleichtert. Die jetzt am Pranger stehenden 800 Studenten haben gewußt, daß StudiVZ ein geeigneter Ort für ihre Ambtionen ist. Es ist kein Wunder, daß vergleichbares bei OpenBC noch nicht zu vermelden gewesen ist. Hier kümmert sich ein professionelles Team rund um die Uhr um die soziale Hygiene des Systems. Das Ergebnis ist zwar weniger Rock´n Roll, aber mehr Nachhaltigkeit.” so Mark Pohlmann. Vieles was StudiVZ falsch gemacht hat, wurde bei Xing bisher richtig gemacht. Und vor allem ist man über Jahre gewachsen. Das Ziel war primär nicht ein Quickflip sondern nachhaltiges Wachstum. Langfristig lässt sich damit auch Geld verdienen. Und als Macher, so jedenfalls sehe ich das, hat man auch viel mehr Freude am ganzen Projekt. Langfristig erfolgreich sein macht viel mehr Spaß und macht Sinn für alle Seiten: die Macher, die Investoren und vor allem auch die User der Plattform.

Gefunden via Basic Thinking Blog.

Nachtrag: Auf Heise.de ist zu lesen, dass StudiVZ plant einen Verhaltenskodex für Mitglieder einzurichten, der über das eigene Blog diskuttiert wird. Ein guter Schritt, der in die richtige Richtung führen könnte. Endlich mal ein konkreter und guter Ansatz.


Über den Autor

Matias Roskos
2707 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

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