Auf dem Buenalog habe ich gerade voll Genuss ein exzellentes Interview mit Veruschka Götz, Professorin für Gestaltung an der Hochschule Mannheim, gelesen. Es tut gut zu erfahren, das auch Professoren bzw. Professorinnen eine Sicht auf die aktuellen Entwicklungen im Netz haben, die nicht abgehoben ist, die sich wirklich mit dem Zeitgeist beschäftigt und die interessante Perspektiven aufzeigt. Kein weltfremdes Neben-der-Entwicklung-Stehen, sondern mitten drin sein und trotzdem aus der Perspektive des Beobachters analysierend.
Unter anderem sagt sie auf das Thema Web 2.0 angesprochen: “Das Web 2.0, das von allen euphorischen Schreiern als die neue Weltrevolution ausgerufen wird, ist nur eine konsequente Weiterentwicklung vom passiven Konsumenten zum mündigen Nutzer. Überrascht hat die Entwicklung den wachen, seismographisch-sensiblen Surfer nicht wirklich. So ist das eben mit jeder Entwicklung, vergleichbar mit der Entwicklung eines Lebewesens: Ein Kleinkind hört immer wieder seinen Namen, und irgendwann fängt es an, ihn nachzuplappern, bis es dann in der Lage ist eigene Sätze und später dann eigene Kommentare zu formulieren. Anders ist das mit dem Web 2.0 auch nicht. Wir befinden uns hier im Stadium des “eigene-Sätze- Formulierens”. ”
Schmunzeln musste ich bei folgender Passage: “Charmant bei den meisten Blog-Darstellungen ist die Analogie zum Buch: weiße Lesehintergründe, obwohl ganz klar ist, dass weiß/schwarz den größten Kontrast auf dem Bildschirm bietet, das auch noch mehr als beim Buch, weil hier die Strahlung des Kontrastes durch das Licht des Bildschirms unterstützt wird.” Also weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund? Da vergisst sie aber den Gesamteindruck, der dadurch entsteht. Düstere Farben erzeugt meist auch eine düstere Stimmung. Weiß steht dagegen für eine aufgeschlossene Atmosphäre. Wir lesen Bücher ja auch nicht im Dunkeln, sondern machen Licht an ;)
Es gibt in dem Interview noch viele wirklich gute Betrachtungen. Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen. Also ab aufs Buenalog und das Interview komplett lesen.






Dein Kommentar