Auf dem ANDERS|denken Blog – das Blog von Hannes Treichl entwickelt sich übrigens immer mehr zu einem meiner absoluten Lieblingsblogs! – habe ich gerade ein sehr interessantes Interview mit Christian Gansch, Dirigent und Berater, gefunden. Hannes Treichl bezeichnet ihn als Business Querdenker. Als Dirigent hat er auf jeden Fall eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Und das ist überaus lesenswert und interessant. Hier ein kurzer Auszug aus dem Interview:
“Sehr hart ins Gericht gehen Sie mit ‚Zwischenurteilsneurotikern’, die schon am ersten Tag der Umsetzung Erfolge sehen wollen.
Manche Musiker glauben, das Dirigenten-Konzept einer einstündigen Sinfonie bereits nach zwei Probenminuten abschließend und zweifelsfrei beurteilen zu können, nicht anders wie bei neuen Strategien in Unternehmen. Diese Einstellung ist schlicht destruktiv.
Neue Ideen brauchen Raum und Zeit, um sich entwickeln zu können. Permanente „Voraburteile“ mitten im Arbeitsprozess sind inzwischen zwar ein beliebtes Gesellschaftsspiel, aber sie verhindern bereits im Ansatz, dass überhaupt Neues entstehen kann. Diese sollten übrigens nicht mit einer selbstverständlichen kontinuierlich nötigen Qualitätskontrolle verwechselt werden.
Sehen Sie sich als Querdenkern und falls ja, was bedeutet Querdenken für Sie?
Ich sehe mich eher als jemand, der die täglich wechselnden Moden, Schlagworte und Zeitgeistströmungen, also diesen zum Standard gewordenen Relativismus mit äußerster Skepsis betrachtet, weil dabei das Individuum zu kurz kommt.
Selbst Wertediskussionen haben inzwischen einen zeitgeistigen und damit beliebigen Anstrich. Menschen sind nicht in ein Schema zu pressen, unterschiedliche Charaktere müssen nicht gleichgeschaltet werden, damit sie eine Einheit bilden. Einheit kann auch aus menschlicher Vielfältigkeit entstehen, wie ein Orchester beweist.”






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