Arcor? Nein Danke!

Eine wahre Geschichte aus dem Leben eines Selbstständigen, der zu blöd war zuerst in seinen DSL-Vertrag zu schauen und darauf vertraut hat, das Arcor kundenfreundlicher ist als zum Beispiel die Deutsche Telekom:

Ein Vertreter der Firma Arcor (Name liegt vor, wird aber nicht verraten, weil ich hier niemanden persönlich diskreditieren möchte) kommt in meinen Laden und erzählt mir von der wunderbaren Flatrate von Arcor für 49,95 Euro. Inklusive DSL und Telefonflat. Klingt gut, zumal ich sowieso demnächst einen neuen DSL-Vertrag bräuchte.

Auf die Frage, ob ich denn aus meinem noch existierenden DSL-Vertrag rauskomme, meinte er dass das bestimmt kein Problem ist, da ich ja schon über ein Jahr drin wäre. Und wenn nicht, könnte ich ja locker in einen günstigeren Tarif wechseln, bis ich aus dem Vertrag rauskomme.

Ich dachte mir in dem Moment: der Mann weiß ja wovon er redet. Und ich war – ich gebe es zu – zu blöd bei meinem aktuellen DSL-Partner “1&1” (mit denen ich übrigens durchaus zufrieden bin. Nur der Preis ist halt nicht mehr aktuell günstig.) zu telefonieren. Ich dachte mir: stornieren kann ich ja immer noch.

Aber: weit gefehlt. Vertrag unterschrieben. Extra einen für Selbstständige, weil das nicht anders geht bei Arcor (bei “1&1″ war das übrigens kein Problem!) und schwupp war der Vertreter glücklich raus.

Zwei Tage später rufe ich bei “1&1″ an und lasse mir erklären ob, wie und wann ich aus meinem Vertrag herauskomme. Eine wirklich sympathische Mitarbeiterin erklärte mir freundlich, dass das zur Zeit noch nicht geht, weil mein Vertrag 24 Monate läuft und die Kündigung erst zu Ende März möglich ist. Da könne sie nichts machen. Kann ich verstehen. Hab den Vertrag ja so vor über anderthalb Jahren unterschrieben.

Also faxe ich an Arcor schnell eine Kündigung. Bin ja schließlich in der berühmten Zwei-Wochen-Frist. Bei einem Telefonat mit einem Arcor-Mitarbeiter erfahre ich, dass er den Vorgang gern aufnimmt, er aber annimmt, dass Arcor die Kündigung nicht akzeptieren wird. Weil: ich ein Selbstständiger bin. Und als Selbstständiger weiß ich, was ich unterschreibe. Das ist übrigens angeblich bei allen DSL-Anbietern so, egal ob sie 1&1, Web.de, Telekom, Allice oder Arcor heißen. Keine Ahnung, ob diese Aussage stimmt.

Wenig später erhalte ich ein Schreiben von Arcor, dass ich doch mal anrufen soll um zu klären, wie es mit meinem Vertrag, den ich nicht mehr haben will, weitergeht. Kein spezieller Ansprechpartner. Ich rufe also entspannt die Hotline an und bin gespannt, was sie mir zu sagen haben.

Eine Mitarbeiterin (Name habe ich mir notiert) fragt mich, was ich will. Ich erkläre ihr, dass ich meinen Vertrag stornieren möchte oder mir Arcor irgendwie hilft, dass ich nicht für ein halbes Jahr doppelt DSL bezahlen muss.

Ich war gespannt, wie kundenfreundlich Arcor agiert. Aber diese Frau am Telefon war der Hammer. “Was wollen sie überhaupt?” fragte sie mich allen ernstes mehr als einmal. “Ich würde gern wissen, was wir tun können, damit ich nicht ein halbes Jahr doppelt bezahlen muss.”

Sie: “Aber sie haben den Vertrag doch unterschrieben.”

“Ja, weil ich den guten Worten ihres Vertreters geglaubt habe und mir sicher war, innerhalb von zwei Wochen stornieren zu können.”

“Stornieren können sie nur als Privatperson. Sie haben aber als Selbstständiger unterschrieben. Und sie müssen doch ihren aktuellen DSL-Vertrag kennen.”

“Es war IHR Mitarbeiter, der meinte, das wäre alles kein Problem.”

“Was wollen sie eigentlich nun?” Da war sie schon wieder diese unmögliche Frage. Diese Frau schaffte es, dass ich richtig sauer wurde. Nicht nur auf sie, sondern auf Arcor im Allgemeinen. Ich hatte mal gehört, dass die Leute im Call-Center extra so ausgebildet werden, dass sie aufgeregte Anrufer herunterholen. Bei mir war es genau umgekehrt. Diese Frau regte mich so richtig auf. Vor dem Telefonat war ich voll entspannt. Danach stinksauer.

Wir verblieben so, dass sie es weiterleitet, sonst aber nichts weiter tun könne. Warum sollte ich dann überhaupt bei Arcor anrufen?

Natürlich hörte ich nichts weiter von Arcor und zahle nun doppelt. Und Arcor ist für mich echt die letzte Firma, mit der ich in Zukunft noch was zu tun haben möchte. Dann lieber Telekom!!! (Hätte nie geglaubt, das ich das eines Tages sagen würde.)

Ach ja – mein toller Arcor-Vertreter tauchte auch noch mal auf (wegen meines privaten DSL). Angeblich würde er auch nochmal auf höchster Ebene versuchen was machbar wäre. Er rief wenigstens kurz darauf an, das leider nichts zu ändern wäre. Worauf ich dann dankend auf einen privaten DSL-Anschluss bei Arcor verzichtete.

Was hat Arcor nun davon? Einen extrem unzufriedenen Kunden, der die nächsten zwei Jahre jedem der ihn fragt erzählen wird, dass er auf keinen Fall zu Arcor wechseln soll. Dazu einen Privat-Anschluss-Vertrag, der von mir dann nicht abgeschlossen wurde. Und negative Publicity über dieses Blog, das täglich knapp 300 Leute lesen. Herzlichen Glückwunsch an Arcor.

3 Gedanken zu “Arcor? Nein Danke!

  1. An der Wohnungstüre ist Schluss mit lustig. Am besten gleich zubeißen.
    Ich hab noch nie einen seriösen Klingelvertreter erlebt. Erst gestern waren im Abstand von einer Stunde zwei (angebliche) Telekom-Fuzzis da. Zum zweiten sagte ich „Schon wieder?!“, klärte ihn kurz auf, wie der andere aussah, und er brummte bestürzt: „Mensch, der Klaus! Wo läuft der denn schon wieder rum, Mensch!“ Sagte ihm, dass er gehen und sie sich mal absprechen sollen.

    Lass dir doch einen Pseudo-Arbeitsvertrag ausstellen und sage, du wärst gar nicht selbständig, du hättest gelogen.

    Kopf hoch,
    angela

  2. Hi,

    du hast echt nen super Blog, ich kann mich garnicht von Deinen Artikeln losreißen.

    Mit Arocr haben wir uns auch schon rumgeschlagen. wir haben online einen komplettwechsel von der telekom unternommen. Acror versprach auf der homepage alles Notwenidge zu unternehmen (kündigung der t-com tarife usw.)

    Was dabei raus kam, war eine 7 wöchige Stilllegung unseres Telefon- und Internetanschlusses, horende Telefonkosten wegen Nichts bringenden Telefonaten mit unkompetenten Arcor- und Telekom-Mitarbeitern und eine 6 monatige doppelt bezahlte Telefonrechnung weil wir dann wieder zu Telekom gewechselt sind.

    Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass sich die Telefongesellschaften bei einem Wechsel gegenseitig Steine in den Weg legen und es dann meistens zu einem Deadlock kommt (auf Kosten des Kunden). Sie sind alle skrupellose Abzocker. So einen Wechsel nehme ich jetzt nicht mehr so schnell vor, denn die Kosten und der Streß der damit verbunden sind werden bei weitem nicht mit einem billigern Tarif bei der konkurrenz gedeckt.

  3. @Angela
    Danke fürs Mitgefühl! :)

    @Sean
    Cool, dass dir unser Blog gefällt. Und ich habe schon von einigen mittlerweile gehört, dass Arcor die Telekom in Sachen Unfreundlichkeit und Unzuverlässigkeit überflügelt. Schade. Und sehr unclever, wie ich finde.
    Wenn sie es sich erlauben können…

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