“Web 2.0 ist die Manifestation, dass das Web nicht gescheitert ist” -
VisualBlog-Interview mit Robert Basic

Matias Roskos
05. September 2006, 13:53 Uhr, 9 Reaktionen
Kategorie: Allgemein

Wir führten ein Interview mit Robert Basic, der mit seinem Basic Thinking Blog Dauergast in den Top10 der deutschen Blog-Charts ist. Sein Weblog gehört für uns zu den besten und informativsten Blogs hierzulande. Und wir freuen uns daher sehr, das uns Robert Rede und Antwort stand.
Das Interview führte Matias Roskos von VisualOrgasm im September 2006 per Email.

1. Seit wann bist du im Internet aktiv? Und wie sahen deine ersten Schritte aus?
Schwer zu sagen. Wenn man die BTX-Zeit mitrechnet, sind es bestimmt schon an die 20 Jahre. In BTX kryptische Zeichen eingegeben und später im Browser gelernt, wie man URLs eingibt.
2. Seit wann blogst du und seit wann gibt es dein “Basic Thinking Blog”?
Start war April 2002, schon damals auf Basic Thinking, allerdings war es ein englisch-deutschsprachiges Weblog rund um das Thema Lotus Notes. Dann Umzug auf das MEX Blog im Rahmen eines Projekts der Wirtschaftsjunioren Frankfurt. MEX war/ist eine Plattform für Existenzgründer. Das Weblog müsste Juni 2003 an den Start gegangen sein. Und hat der gesamten Webseite MEX hinsichtlich der Aufmerksamkeit einen netten Schub verliehen. Mit Auslaufen des Projekts habe ich erneut meine Blogkoffer gepackt und habe das alte Basic Thinking Blog August 2005 wieder aus der Taufe gehoben. Den alten Content hatte ich nicht, also frisch fröhlich komplett neu angefangen.
3. Wie oft wurdest du schon gefragt, ob Robert Basic dein richtiger Name ist?
Eine Zahl mit vielen Nullen?
4. Wie fühlt man sich als Dauergast in den Top10 der deutschen Blog-Charts?
Fühlen tut man wenig, wichtiger ist, dass die Leser das Blog ok finden und sowohl ihren Spaß haben als auch gut infotained werden. Die Verlinkunsdichte – als Faktor für die Platzierung – in diesen “Charts” ist ein Indikator dafür, dass die Inhalte auch von anderen Bloggern aufgegriffen werden. Das macht es neben den Kommentierenden auf dem eigenen Blog noch spannender, wie sich Gedankengänge fortsetzen und variiert werden. Dieser Austausch bzw. Dialog macht den großen Reiz aus. Einfach gesprochen: “du bist Top10″ ist mehr ein Gradmesser für die zunehmende Vernetzung, die mir so ans Herz gewachsen ist.
5. Auf deinem Blog schreibst du immer wieder über Spam im Zusammenhang mit deinem Blog. Ist es wirklich so schlimm?
Auf einer Skala im Real Life von 1(easy)- 10(worst case) wäre das wohl ne 2. Auf einer Skala im Virtual Life ist es mehr ne 5. Aber momentan habe ich den Spam gut abgeblockt, doch das ist ein never ending Fight, mit dem man sich eben abfinden muss. Ab und an öffentliches Meckern ist sowas wie Dampf ablassen.
6. Wieviel User hast du täglich? Sind dir die Zahlen überhaupt wichtig?
Laut Statcounter.com sind es an Werktagen um die 3000 Unique Visitors. Dann noch die RSS Abonnenten, laut Feedburner.com sind es angeblich ca. 1.700 Abonnenten. Wie viele davon nun auch Direktleser sind und wie viele nur via RSS lesen? Keine Ahnung! Zahlen sind mir als Statistikfan des Spieltriebs wegen wichtig, Traffic ist mir wichtig, weil ich mit einem anderen Blogger einen privaten Wettbewerb aus Fun betreibe (man muss sich ja irgendwie necken :), Traffic ist mir wichtig, damit ich nicht alleine vor mich hinblubber und Traffic kann wichtig sein, wenn Du eines Tages AdSense-Millionär sein wirst :-)))
7. Womit verdienst du dein Geld? Adsense? Vorträge übers Bloggen? Buchprojekte? Oder hast du noch einen “richtigen” Job nebenbei?
Bloggen ist nach wie vor ein Hobby, zeitaufwendig. Hat quasi meine Forenaktivitäten komplett und Mailing teilweise ersetzt. Zunehmend kommen auch Dritte auf dich zu und wollen Tipps. Das mündet im Firmenumfeld in explizite Aufträge. Doch ist das nach wie vor ein Ding, dass ich passiv betreibe. Manche nennen bzw. schimpfen mich einen Weblog-Berater. Doch das wäre ich wohl, wenn ich konsequent aktiv auf Kundenfang gehen würde. So richtig entscheiden kann ich mich noch nicht, meine Eier auch in diesen Korb zu legen. Warum? Entweder werde ich eines Tages mit Werbegeldern zugeklebt, sollte die deutschsprachige Blogosphere explodieren. Luxus, oder? Man bekommt Kohle fürs Bloggen, was ich sowieso schon mache. Also sowas wie Kohle fürs Schlafen. Allerdings stehen dem Szenario noch viele unbekannte Variablen gegenüber. Und machen wir uns nix vor: Solche Mischthemen-Blogs wie meines werden gegen die upcoming Blogs auf Dauer einen schweren Stand haben, die sich intensiv auf ein Thema fokussieren und dazu noch wesentlich massentauglichere Topics verarbeiten. Oder was kann noch passieren? Die Blogs dümpeln weiter vor sich dahin und ein Engagement als sowas wie ein Blogspezialist würde sich damit auch ökonomisch nicht auszahlen. Firmen setzen ja nicht auf Trends, sondern meistens auf etablierte Kommunikationskanäle. Ich habe weder Lust, die Welt zu verändern noch verspüre ich den Drang, einen Markt zu schaffen. Zumal ich dafür auch nicht gebaut bin, um als mediales Organ die Werbetrommel für die Großartigkeit von Weblogs zu rühren. Gib mir ein Blog zum Hochpushen, das ist mein Ding, weniger das herumtheorisieren, wie sich wohl die Galaxis um Blogs dreht und warum man unbedingt auf dieses Pferd setzen sollte. Die letztere Teilfrage, wo die Brötchen z.Zt. gebacken werden: Ganz klassisch als IT Freelancer. Doch das dürfte sich in Zukunft bald ändern, da ich in aller Ruhe am Basteln von ein-zwei Projekten bin, die ich demnächst vorstellen möchte, wenn sie reif sind. Ah, nix mit Blogs, höchstens als Teilprojekt.
8. Es wird ja viel diskutiert über Einnahmequellen und Geschäftsmodelle für Blogger. Wie siehst du das? Haben Blogger perspektivisch die Chance Geld zu verdienen in Deutschland? Und wenn ja – wer? Und wer eher nicht? Und womit?
Das ist mehr eine prinzipielle Frage. Die ähnelt der Frage, ob ein Unternehmer Geld mit seinem Business verdienen kann. Die Realität: ich schätze mal, dass über 4/5 aller Vorhaben scheitern, eher mehr. Nur ein geringer Bruchteil kann von seiner Selbstsändigkeit leben und ein noch viel geringerer lebt mehr als gut davon. Reine Normalverteilung, mathematisch gesehen. Sprich, die Chance mit einem Weblog Geld zu verdienen, in welcher denkbaren und undenkbaren Form auch immer, ist also unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich. Was soll man sonst auch sagen? Man kann mit allem Geld verdienen, wenn die Umstände günstig sind (Dieter Bohlen macht mit schrottiger Musik, aber er ist ein genialer Geschäftsmann). Andere wiederum haben mehr Glück als Verstand, weniger eine Nase wei Bohlen (toller Vergleich, den ich da ausgerechnet auswählen musste). Meistens ist es aber das profane Arbeiten bis zum Umfallen, das Steh- und Lernvermögen (jeder baut Mist, jeder, nur muss man daraus lernen) und die notwendige Disziplin, sich in den Hintern treten zu können, was bei Angestellten der Chef übernimmt. 99% aller Blogger zeigen kein offenes Interesse, ihr Blog zu versilbern (ich rätsel jetzt nicht herum, wieviele darüber sinnieren, bringt nix). 1% würde gerne. Und davon wird möglicherweise nur jeder 5. auch was erschaffen. Nicht viel, oder? Viele Wege führen nach Rom, also “wer” ist kein Standardtyp Schema F, der es garantiert packt. Mit Glück hat das meistens nicht zu tun. Ausgeleiertes Beispiel Spreeblick: Johnny wurde mit der Jamba-Story bekannt. Viele sagen, das war der auslösende Lucky Punch. Nö, der hat danach noch zwei weitere Hits ausgepackt: Du bist Deutschland und Grup Tekkan. Das ist kein Zufall mehr. Der hat einen Riecher. Doch, wie monetarisiert man Bekanntheit und einen guten Riecher? Nur gut bloggen können, so dass man hin und wieder einen Massenauflauf erzeugt, reicht halt nicht. Jetzt noch nicht, weil allgemeine Blogosphäre in D zu klein ist? Also die Umstände? Stetige Einnahmen zu erzeugen beruht ja nicht auf One-Hit Wundern. Es geht um grundsolides Wirtschaften. Kurzum: Es gibt kein Patentrezept und wenn ich es hätte, wäre ich bald Sponsor in der Formel 1 :-) Das hört sich nicht so dolle an? Ein Blick über den Teich zeigt auf, dass die Blogkings wie Jason Calacanis und Nick Denton ohne finanziellen Background aus ihrem frühem Weblog-Imperium niemals eine Cash-Cow hätten erschaffen können. Sie haben sehr gute Schreiber bezahlt. Welcher Blogger macht das in Deutschland? Keiner (die unglücklichen Blogversuche der Verlage jetzt mal ausgenommen)! Hinzu kam der dicke Hype um Weblogs. Das hat deren Business stark begünstigt. Sie waren nun einmal diejenigen, die sich vor dem Durchstarten der Weblogszene früh und professionell aufgestellt hatten. Sprich: vernünftig Investieren, auch in die richtigen Schreiberprofis, den richtigen Riecher haben und darauf hoffen, dass der Markt die Dickschiffe aus dem Dock anhebt. Ob solche Konstellationen auch in D möglich sein werden, wer weiss das schon? Es werden sich aber auf jeden Fall auf der Ebene von Einzelunternehmern Blogs herauskristallisieren, die jetzt schon auf einem sehr guten Wege sind, via AdSense ihren Weg zu bestreiten. Noch wachsen diese Blogs unter dem Radarschirm und solange alle nur auf die A-Bloggeria schauen, können sie es auch konkurrenzlos tun :-) Auch wenn jetzt manch einem lange Ohren wachsen, eine Warnung: Ich würde mir diese Arbeit nicht antun. Es gehört schon viel Disziplin und Geduld dazu, die Früchte zu ernten. Die allermeisten Blogger könnten das nicht, weil einfach der Wille dazu fehlt.
9. Welches Blogsystem empfiehlst du den Usern? WordPress? Oder hast du noch andere Favoriten?
Wordpress hat sicher den Vorteil einer sehr großen Community. Ewig viele Plugins, Templates, Tipps und auch aktive Foren sind ein Faktor. Als Newbie-Blogger würde ich es mir sehr wohl überlegen, lieber auf einer Plattform wie Blog.de oder ähnliche Hosting-Blogs einzusteigen. Warum? Da dort die Vernetzungsmöglichkeiten aufgrund der Bauweise dieser Plattformen leichter sind als alleine im Meer von Milliarden von eigenständigen Websites zu bloggen. Ja, die Königsklasse mag ein eigenes Blog auf einer eigenen Domain sein. Und zugleich ein harter Weg, um wenigstens zu einigen Lesern zu kommen. Und dann sollte man mit einem eigenen Blogtool auch wissen, wie man Templates anpasst, ohne sich die Finger abzubrechen. Man sollte wissen, wie man Plugins installiert. Man sollte wissen, was HTML sein soll, etcpp… also was für die ganz Mutigen. Im Ernst: Blogtools wie Wordpress, Movable Type oder Expression Engine sind noch nicht so volkseasy. Das kann frustend sein. Obwohl die Tools eine Art von kleiner Revolution ausgelöst haben, um das Befüllen von Websites dramatisch zu vereinfachen. Und es steht noch eine weitere Evolution aus, die diese Tools für Jedermann/frau bedienbar macht. Aber man sieht es ja jetzt schon, worauf die Mehrheit der Blogger abfährt: Den großen Zulauf der User verspüren die Bloganbieten wie Blogger, Typepad, Blog.de, Twoday, MySpace etcpp… allesamt fertige, einsatzbereite, gehostete Lösungen. Dem User das Blog, die Technik sei die Sorge des Anbieters.
10. Neben deinem eigenen Blog – wo im World Wide Web bist du noch aktiv? Gibt es Foren, wo du dich regelmäßig rumtreibst? Hast du einen eigenen Myspace, den du hegst und pflegst? Lädts du auf Youtube oder Sevenload Videos hoch? Oder bist du Flickr-Dauergast?
Mein Blog und fertig. Der andere Krimskrams ist für mich ein Zusatz fürs Blog. Flickr (nicht mehr) für Bilder ins Blog hauen, Videos via YouTube oder Sevenload platzieren. MySpace kannst du mich jagen. Grusel. Flickr… hab kein Interesse an Fotos. YouTube als Konsument. OpenBC als Alibi-Netzwerker. Eines Tages werde ich mich wohl verstärkt in 3D Welten wie Second Life und Klonen rumtreiben. Und wenns geht, dort mein Blog mitnehmen. Wie? Technisch geht das doch… nicht… ah ja, so what. Eines Tages halt… und ich freue mich schon sehr darauf, denn mein Bauch sagt mir, dass die Erlebniswelt viel intensier sein wird als heute. An einigen Tagen kommt doch hin und wieder das Gefühl auf, wie eintönig doch diese Textwüsten sind. Ewig lesen, lesen, lesen. Wir sind doch keine Bücherwürmer. Unendliche Textwüsten haben auf Dauer keine Chance gegen 3D Welten. Aber, hehe, ich werde mich auch gedulden, bis diese simulierten Welt filigraner werden. Noch sind die Interaktionsmöglichkeiten zu grob und zu eingeschränkt.
11. Wie gelangst du an den Großteil deiner Informationen? Welche Portale oder andere Kanäle nutzt du dafür?
Mailing, RSS, Blogs, Suchmaschinen, Alerts, Telefon, RL Gespräche, Telephatie .-)
12. Man kommt zur Zeit wohl am Schlagwort Web 2.0 nicht vorbei. Wie ist deine Meinung zu diesem Thema? Ein unerklärlicher Hype? Eine logische und konsequente Weiterentwicklung des Internets? Und was entwickelt sich daraus aus deiner Sicht in der Zukunft?
In meiner Definition ist Web 2.0 die Manifestation dessen, dass das Web nach dem Crash eben nicht gescheitert ist. Dass die User das Web eben doch immer stärker in ihren Alltag integrieren. So wie ein Telefon heute keinen mehr vom Hocker haut, anno 1900 aber schon. Mehr in Web 2 hineinzuinterpretieren wäre Marketing. Die Entwicklungen sind ja schließlich allesamt sehr, sehr langfristig, wenn auch die Schritte im Jetzt groß aussehen mögen. Aber hey, was ist schon “groß”, dass man etwa Texte nun auch auf Webseiten lesen kann, statt auf Papier oder Stein? Technisch gesehen stellt das eine Entwicklung von “lediglich” 3000 Jahren dar. Wie lange hat es gedauert, dass die Leute von Pferden auf Autos umgesattelt sind? Fast ein Jahrhundert? Was ich damit wegen Web 2 sagen will: Man spricht von zunehmender Dynamik, alles wird schneller, immer mehr Webseitenapplikationen kommen raus, doch bis Menschen etwas in breiter Masse annehmen, vergehen Jahrzehnte. Also Gemach mit den Pferden, Web 2.0 ist kein Raketenstart in eine neue Welt. Web 2.0 ist ein Buzzword, mit dem manche hat gutes Geld verdienen, ihr gutes Recht. IT-Historiker werden evtl. erst in 50 Jahren dieses Jahrzehnt beurteilen können, was es wirklich gebracht hat. Ob das Web 2 vielleicht doch was Entscheidendes war oder nur etwas leicht turbulentere Jahre.
13. Siehst du ein echtes Potential für Crowdsourcing-Projekte hier in Deutschland? Oder meinst du eher, man sollte die Finger davon lassen, weil sich damit kein Geld verdienen lässt? (Diese Frage stelle ich u.a. auch aus rein egoistischen Gründen. Denn ich plane mich in diesem Segment noch stärker als bisher zu engagieren.)
Warum sollte ein Unternehmen nicht einen Teil der aktiveren Kunden enger einbinden? Der Kunde entscheidet über Wohl und Wehe. Die Firma kann proaktiv oder passiv steuern. Warum also nicht so früh wie möglich die Kunden quasi um Rat und Tat bitten? Und wenn die Kunden tatsächlich sogar eigene Produktlinien kreieren und fürs Buzz sorgen, genial. Fragt sich halt nur, ob man genügend Kunden akkumulieren kann, die zu diesem Tipping Point führen. So dass andere Kunden davon profitieren, weil die Produkte tatsächlich passgenauer werden. Es kann aber speziell in D ein etwas größeres Problem sein, die Begeisterungsfähigkeit der Kunden zu wecken. Manche Nationen sind ja von Grund auf etwas distanzierter und reservierter. Wozu ganz sicher die Deutschen und die Briten gehören. Die Briten haben den Vorteil für Firmen, dass sie mE auch gerne plemplem sind. Deutsche neigen viel eher zur Krümelkritik und plemplem zu sein, ist kein erstrebenswerter, sozialer Status hier. Letztlich sind das aber sicher nur Tendenzen und super grobe Schubladenschiebereien. Hey, unter 80 Mio Einwohnern in D und 40-50 Mio Websurfern werden genug dabei sein, die man aktivieren und begeistern kann.
14. Zum Schluss noch eine Frage, die dir wohl schon dutzende Male gestellt wurde. Aber es muss einfach sein: Was macht ein gutes Blog aus? Was empfiehlst du allen, die ein eigenes Blog starten wollen?
Ohwehh, ich bin müde. Also: Irgendwie eigener Inhalt, auch wenns wie bei einem DJ gemixt wäre, eigene Sprache, eigene Kanten und Ecken, das nennt man wohl Wiedererkennbarkeit. Liebe zur virtuellen Kommunikation, Neugier, Offenheit, Experimentierfreudigkeit. Aber ganz ehrlich: Im Kern glaube ich nicht daran, dass es ein mathematisches Grundprinzip gibt. So wenig, wie es bisher Psychologen gelungen ist, Liebe zu erforschen. Warum kommen zwei Partner zusammen? Na? Siehste! Nun könnte man sich btw fragen, ob Single-Agenturen nicht allesamt etwas versprechen, was mehr dem “Zufall” unterliegt. Zufall i.S.v. etwas Undefinierbarem. Es gibt Typen, auf den stehen die Männer/Frauen. Es gibt Blogger, auf den stehen die Leser. Aber was es ist? Ich habe keine Ahnung. Ganz, ganz ehrlich. Jeder ist anders. Jeder bloggt anders. Jeder tickt anders. Jeder fühlt anders. Jetzt erschaff mal daraus ein Erfolgskonzept. Man kann lediglich bestimmte Eckpunkte einhalten. Aber das ist nur das Drumherum. Wie man sich aber innerhalb dieser “Grenzen” bewegt, darauf kommt es an. Ich nenn es irgendwie Rock&Roll. Es muss den User berühren. Berührt es ihn nicht, ist man ein 08/15 Blogger. Auswechselbar, ohne Face. Mit der Zeit entwickelt man eine Art Bauchgefühl für Dinge, die einen selbst und die Leser interessieren. So ein individuell geeichtes Matching kannst Du aber kaum auf andere Blogger übertragen. Der muss als Person seinen eigenen Weg finden. Wie heisst es bei Matrix? Durch die Tür musst Du selbst gehen, ich kann Dir lediglich die Tür zeigen. Oder so ähnlich. Das ist das, was ich manchmal bei Interessierten rüberbringen muss. Der bloggen will, gut bloggen will. Entweder ich packe es, aus ihm herauszukitzeln, wie er tickt und was ihn wirklich interessiert. Dann kann ich ihm möglicherweise seinen eigenen Weg aufzeigen. Oder dir gelingt es nicht, ein erkennbares Bild vor seinem geistigen Auge zu zeichnen. Das ist der Grund, warum es kein Standardschema gibt. Eventuell trifft es das: Wo Menschen sind, menschelt es. Jeder ist eigen. So auch sein “Blogstyle” und “Blog-Weg”.
Hier noch ein paar Standardfragen, die wir jedem Interviewten stellen und die einfach sein müssen:
a) Du wurdest wann und wo geboren?
1966, Zagreb/Kroatien
b) Hast Du irgendwas studiert oder eine andere Ausbildung genossen?
BWL, Dipl-Kfm (wo ist eigentlich der Schein, lol)
c) Welche Webseiten besuchst Du regelmäßig und warum?
RSS-List, Bookmarks, Zufall, Blogs halt, warum aber? Weils mich interessiert.
d) Was sind Deine Lieblingsseiten? Welche sind Deiner Meinung nach extrem gelungen?
Weblogs. Pure Human .-)
e) Wohin willst Du unbedingt mal reisen?
In die Galaxis, kein Scherz, leider werde ich das nicht erleben können.
f) Wen würdest Du selbst gern mal interviewen?
Madonna, bitte nicht lachen, ich bewundere diese Frau für ihre Wandlungsfähigkeit und Geschäftssinn. Auch Richard Branson, die Marketingsau schlechthin im positiven Sinne.
g) Von wem würdest Du Dir Artwork ins Wohnzimmer hängen?
kein Interesse an Kunst
h) Stehst Du auf Designer-Action-Toys? Und wenn ja – von wem steht was auf Deinem Schreibtisch? Deine eigenen?!
kA, was ist das?
i) Deine Lieblingsband/Sänger/Sängerin? (drei bis zehn Stück)
wie es kommt; Lieblinge habe ich keine, aber eher alte Schinken als neue.


Stichworte


Über den Autor

Matias Roskos
2437 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

9 Reaktionen

  1. Pingback von Basic Thinking Blog » das Peinliche Verhör
    05. September 2006, 14:24 Uhr

    [...] habe Visueller Orgasmus Rede und Antwort gestanden: VisualBlog-Interview mit Robert Basic [...]

  2. Kommentar von mindhost
    05. September 2006, 19:51 Uhr

    Danke für dieses Interview.
    Es ist sehr aufschlußreich und inspirativ, vor allem für Menschen die gerade selbst versuchen einen Blog zu starten. Diese Seite hier war neu für mich, aber jetzt werde ich sie erstmal durchstöbern. basicthinking kenn ich schon eine Zeit lang und ist eine unbezahlbare Wissens-Quelle. Aber mit diesem Interview habt ihr noch etwas Extra-Wissen und Extra-Information aus Robert Basic rausgekitzelt, danke nochmal!

  3. [...] Sehr sehr angenehm, diese Reaktionen immer wieder. Selbst Oliver Gassner wusste wer ich bin. Dank des Robert-Basic-Interviews. Tags:Berlin [...]

  4. Pingback von Basic Thinking Blog » Interviews
    05. Mai 2007, 17:41 Uhr

    [...] Mal schauen, ob ich noch alle zusammenbekomme: 1. Martin Oetting per Videointerview 2. Peter Turi / Reader Edition 3. Yannick Eckl / Blogschrott 4. Matis Roskos / Visual Blog 5. Julian Ulrich / Eint.de (Julian, Julian, so scharf auf YouPorn-Traffic…:) [...]

  5. Pingback von Basic Thinking Blog » Interviews
    09. Mai 2007, 15:29 Uhr

    [...] / Visual Blog 5. Julian Ulrich / Eint.de 6. Interview-Blog weitere Artikel: « Twitterix || Trackback-URL Artikelstatistik: · Gelesen: 4 · heute: 4 · zuletzt: Mittwoch, 09. Mai 2007 -15:48 [...]

  6. Pingback von Basic Thinking Blog » Interviews
    16. August 2007, 14:25 Uhr

    [...] « Abmahnungen versus Blogger ————————————————————- Trackback-URL ————————————————————- Artikelstatistik: · Gelesen:5 · heute: 5 · zuletzt: Donnerstag, 16. August 2007 – 14:30 [...]

  7. Pingback von Basic Thinking Blog » Interview
    25. August 2007, 13:53 Uhr

    [...] « Gründerliebe ————————————————————- Trackback-URL ————————————————————- Artikelstatistik: · Gelesen:4 · heute: 4 · zuletzt: Samstag, 25. August 2007 – 14:00 [...]

  8. Pingback von Basic Thinking Blog | Interview
    14. März 2008, 11:21 Uhr

    [...] Weitere Interviews: 1. Martin Oetting per Videointerview 2. Peter Turi / Reader Edition 3. Yannick Eckl / Blogschrott 4. Matis Roskos / Visual Blog 5. Julian Ulrich / Eint.de 6. Interview-Blog 7. Thomas Kilian / Neukunden-Magnet 8. Florian / Imgriff.com 9. Jan von Gruenderszene.de per Videointerview 10. Peter Turi zum Werbekonzept 11. Felix Kubach in der Berliner Zeitung 12. Radio-G zum Einnahmereport Artikelzusatzinfos 1. Tags: Blog Interviews, interviews, Video Interviews 2. weitere Artikel (Kommentare) [...]

  9. Pingback von Basic Thinking Blog | Interviews
    05. Juni 2008, 11:02 Uhr

    [...] Weitere Interviews: 1. Martin Oetting per Videointerview 2. Peter Turi / Readers Edition 3. Yannick Eckl / Blogschrott 4. Matis Roskos / Visual Blog 5. Julian Ulrich / Eint.de 6. Interview-Blog 7. Thomas Kilian / Neukunden-Magnet 8. Florian / Imgriff.com 9. Jan von Gruenderszene.de per Videointerview 10. Peter Turi zum Werbekonzept (auch Video) 11. Felix Kubach in der Berliner Zeitung 12. Radio-G zum Einnahmereport (Podcast) 13. Martin Hillmann / BloggingBox 14. Turi2 / Koepfe2 (Video) Artikelzusatzinfos 1. Tags: Blog Interviews, interviews, Video Interviews 2. weitere Artikel (Kommentare) [...]

Dein Kommentar