Spiegel schreibt über Web 2.0

Matias Roskos
28. September 2006, 12:35 Uhr, 5 Reaktionen
Kategorie: Web 2.0

Wer es nicht gelesen haben sollte, der Spiegel widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe über drei Seiten dem Thema Web 2.0 unter der Überschrift “Was du machst, ist ganz egal”.

Erwähnt werden Projekte wie StudiVZ, MyVideo, OpenBC und Bym. (Ob Bym da reinpasst, weiß ich nicht so recht. Aber warum nicht. Wenn die Zeitschrift eingestellt werden musste, sollen die Online-Redakteure wenigstens noch eine Chance bekommen.)

Stark eingegangen wird unter anderem auf die Perspektiven der Verschmelzung der Inhalte von Fernsehen und Internet. Ein sehr guter und richtiger Ansatz, wie ich finde.

Unter anderem schreibt der Spiegel: “Den Fernsehmachern gibt das Web 2.0 vor allem wegen der jüngsten Begeisterung für Video-Clips im Internet zu denken. … Der Zuschauer, der nicht mehr nur in den Werbepausen wegzappt, sondern sich seine Pleiten-Pech-und-Pannen-Show im Internet zusammenstellt, avanciert damit zum neusten Alptraumgeschöpf der TV-Verantwortlichen. Um den Anschluss an ihre Lieblingszielgruppe nicht völlig zu verpassen, folgen ihr die Sender ins Internet.

Über die Umsatz-Möglichkeiten der Web 2.0 Projekte schreibt der Spiegel: “Neben dem Vertrauen auf eine Nutzerschaft, die sich ihre Inhalte selbst schafft, eint die Web 2.0-Entrepreneure der Glaube an eine Werbewelt der Zukunft, in der Markenartikler in den Internet-Communities maßgeschneiderte Zielgruppen für ihre Produkte vorfinden.

Sehr gut erkannt! Ein dickes Lob an den Spiegel.

Gewarnt wird vor den Unsicherheiten, die User generated content bietet. Vor allem Video- und Foto-Communities können schnell ein Schmuddel-Image bekommen. Im Spiegel heißt es dazu: “‘Mit fragwürdigen Inhalten wollen Werbekunden nicht assoziiert werden, deswegen zögern sie, mit ihren Marken in Internet-Communities einzusteigen”, warnt Benjamin Lehmann, Analyst beim Londoner Marktforscher Jupiter Research. Er sieht daher in den Video-Communities bislang noch kein Geschäftsmodell, das sich bewiesen hätte.

Da muss ich Benjamin Lehmann aus meiner Sicht erstmal Recht geben. Aber gerade diese Anarchie ist ja ein Erfolgsfaktor von Youtube, Flickr und den anderen.

Aber ich denke auch, dass gut geführte Portale, die Wert auf Qualität setzen, in der Zukunft einen festen Platz neben den Millionen-User-Anarchie-Portalen haben werden.

Spiegel

Das nur einige Auszüge und Gedankengänge aus dem Artikel, bei dem man noch deutlich merkt, das auch dem Spiegel das Thema Web 2.0 nicht so ganz geheuer ist. Aber man gibt sich Mühe und zeigt etliche korrekte Perspektiven des neuen Internets auf und geht auf die Gefahren für die klassischen Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und TV ein.

Ich hatte die Artikel für alle Interessierten mal eingescannt. Aber da mir die Rechtslage da nicht wirklich klar ist, habe ich die Scans lieber wieder gelöscht.

Also: ab zum Zeitungskiosk und den aktuellen Spiegel kaufen!

Nachtrag: Habe gerade in der Spiegel-Redaktion angerufen. Es ist (leider aber verständlicherweise) nicht erlaubt Scans von dem Artikel ins Netz zu stellen. Kann ich nachvollziehen.


Über den Autor

Matias Roskos
2708 Beiträge

Matias Roskos ist der Gründer des VisualBlog. Neben seiner Tätigkeit als Blogger ist er noch Inhaber von Deutschlands erster Community- und Crowdsourcing-Agentur VOdA. Als Crowdsourcing-Evangelist beschäftigt er sich als Redner und Autor mit dem Thema Open Innovation, Crowdsourcing und Socialnetworkstrategien. Er schreibt für diverse andere Webprojekte und betreibt das Fachblog Socialnetworkstrategien.de

5 Reaktionen

  1. Pingback von Basic Thinking Blog » Spiegel-Print über Web 2.0
    28. September 2006, 12:55 Uhr

    [...] VisualBlog: Wer es nicht gelesen haben sollte, der Spiegel widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe über drei Seiten dem Thema Web 2.0 unter der Überschrift “Was du machst, ist ganz egal”. Erwähnt werden Projekte wie StudiVZ, MyVideo, OpenBC und Bym. (Ob Bym da reinpasst, weiß ich nicht so recht. Aber warum nicht. Wenn die Zeitschrift eingestellt werden musste, sollen die Online-Redakteure wenigstens noch eine Chance bekommen.) [...]

  2. Kommentar von Spiegel-Leser
    28. September 2006, 13:30 Uhr

    Ich denke auch, dass die beim Spiegel bestimmt nichts dagegen haben, dass Du ihre Artikel klaust. ;-)

    Meinst Du das ernst?

  3. Kommentar von Peter Turi
    28. September 2006, 14:05 Uhr

    Uiui, drei Seiten einscannen – das ist nicht die feine Art. Das muss sich kein Rechteinhaber oder Urheber gefallen lassen. Da könntest Du richtig Ärger bekommen.

    Ich sah den Artikel übrigens nicht so positiv und habe nur Ausschnitte gescreenshotet (ich lese den “Spiegel” sonntags als PDF online).

    Hier: http://turi-2.blog.de/2006/09/24/spiegel2~1155647

  4. Kommentar von Matias
    28. September 2006, 14:19 Uhr

    Vielleicht habt ihr Recht. Ich kenne die genaue Gesetzeslage nicht. Darum hab ich die Scans auch gleich wieder offline genommen. Muss man halt zum Kiosk.

    @Peter Turi
    Ich war angenehm überrascht vom Spiegelartikel. Sooo schlimm fand ich ihn nicht. Auch wenn sie ganz deutlich noch nicht wissen, was sie von dem Ganzen halten sollen. Aber sie geben sich Mühe Web 2.0 zu verstehen. Und das ist doch schon mal ein guter Ansatz!

  5. Trackback von ANDERS|denken
    29. September 2006, 04:11 Uhr

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